Finanzministerium, Offensive

Finanzministerium startet Offensive gegen Steuerbetrug

10.02.2026 - 01:52:12

Das BMF verschärft mit einem neuen Maßnahmenpaket den Kampf gegen Steuerbetrug. KI-gestützte Prüfungen und Gesetzesänderungen sollen bis Jahresende 270 Millionen Euro zusätzlich einbringen.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) verschärft den Kampf gegen Steuerbetrug. Ein neues Maßnahmenpaket soll bereits in diesem Jahr zusätzliche Einnahmen von rund 270 Millionen Euro bringen. Die Regierung will damit Steuerschlupflöcher schließen und den Kontrolldruck erhöhen.

KI-Fahnder und neue Gesetze im Einsatz

Das Herzstück der Offensive ist ein Gesetzespaket, das gezielt Lücken im Systems schließt. Eine der wichtigsten Änderungen: der Wegfall des Vorsteuerabzugs bei der Vermietung von Luxusimmobilien. Diese Maßnahme soll verhindern, dass vermögende Privatpersonen über Firmenkonstrukte steuerliche Vorteile lukrieren.

Das Finanzministerium rechnet allein hier mit jährlichen Mehreinnahmen von 50 Millionen Euro. Weitere Punkte des Pakets:
* Eine Reform des Insolvenzrechts, um entrichtete Steuern besser abzusichern.
* Die Abschaffung der Rückvergütung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) beim Auto-Export, um organisierten Betrug zu unterbinden.

Doch nicht nur neue Gesetze sollen Geld in die Kassen spülen. Ein Großteil der erwarteten Mehreinnahmen – Berichten zufolge über 110 Millionen Euro – soll aus einem verschärften und intelligenteren Vollzug stammen.

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Predictive Analytics: Wenn die KI Steuererklärungen scannt

Hier setzt das Ministerium voll auf Technologie. Eine Schlüsselrolle spielt das „Predictive Analytics Competence Center“ (PACC). Diese Spezialabteilung nutzt künstliche Intelligenz und Risikomodelle, um Steuererklärungen systematisch auf Betrugsmuster zu analysieren.

Dieser datengestützte Ansatz ermöglicht zielgerichtete Prüfungen. Die operative Umsetzung übernimmt das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB), das Einheiten wie Finanzpolizei und Steuerfahndung bündelt. Es hatte bereits 2024 Einnahmen von über 107 Millionen Euro erzielt.

Von Scheinfirmen bis Krypto: Das weite Feld der Fahnder

Die Betrugsbekämpfung hat ein breites Spektrum im Visier. Ein Schwerpunkt liegt auf Scheinunternehmen, besonders im Baugewerbe und in der Arbeitskräfteüberlassung. Ausweitung der Auskunftspflichten und schnellere Meldungen bei Verdacht auf Scheinselbstständigkeit sollen Lohn- und Sozialdumping eindämmen.

Gleichzeitig rücken neue Felder wie der Handel mit Kryptowährungen stärker in den Fokus. Ein effektiverer Informationsaustausch über Kryptokonten soll für mehr Transparenz sorgen. Erst gestern machte das Ministerium einen erfolgreichen Schlag gegen einen oberösterreichischen Unternehmer öffentlich, der über eine Zypern-Firma Gewinne verschleiert hatte.

Langfristige Strategie mit klarem Ziel

Die Initiative ist Teil einer langfristigen Strategie, die bis 2029 Mehreinnahmen von insgesamt 1,4 Milliarden Euro vorsieht. Sie steht im Kontext der Budgetkonsolidierung und wird politisch als Frage der Fairness positioniert.

Die heutige Enquete dient dem Austausch zwischen Fahndern, Experten und Wirtschaftsvertretern, um die praktische Umsetzung zu diskutieren. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzespakets zu Jahresbeginn hat die heiße Phase begonnen. Für die kommenden Monate ist eine intensive Prüftätigkeit zu erwarten. Ob die prognostizierten Einnahmen realisiert werden, hängt nun maßgeblich von der Effizienz der neuen, digitalen Werkzeuge ab.

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