Finom setzt mit 5%-Zinskonto neuen Standard fĂŒr GeschĂ€ftskonten
Veröffentlicht am: 21.03.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Amsterdamer Fintech-Firma Finom verschĂ€rft den Wettbewerb um GeschĂ€ftskunden in Europa. Ihr neues, reguliertes Zinskonto verspricht Freiberuflern und KMU bis zu fĂŒnf Prozent Zinsen auf Euro-Guthaben â eine direkte Herausforderung an die traditionellen Banken.
Hohe Zinsen auf Betriebskapital: Ein Game-Changer fĂŒr KMU
Seit Mitte MĂ€rz 2026 können berechtigte GeschĂ€ftskunden von Finom im europĂ€ischen Wirtschaftsraum von einem MiFID-regulierten Zinskonto profitieren. Das Produkt adressiert ein altes Problem: WĂ€hrend GroĂkonzerne ihr Betriebskapital gewinnbringend anlegen, parken kleinere Unternehmen ihre liquiden Mittel oft auf nullverzinsten Konten. Finom schlieĂt diese LĂŒcke und ermöglicht bis zu 5 Prozent annualisierte Zinsen auf Euro-Einlagen. Die ErtrĂ€ge werden tĂ€glich berechnet und automatisch gutgeschrieben, ohne dass Sperrfristen den Cashflow einschrĂ€nken. Die Kundschaft behĂ€lt jederzeit vollen Zugriff auf ihr Geld.
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FĂŒr Marktbeobachter ist dies ein Wendepunkt. Die EinlagefazilitĂ€t der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) liefert seit lĂ€ngerem positive Referenzzinsen, doch klassische Banken geben diese ErtrĂ€ge selten an GeschĂ€ftskonten weiter. Finom integriert nun eine institutionelle Anlagestruktur direkt in seine Banking-Plattform und verĂ€ndert damit grundlegend, worauf es bei einem GeschĂ€ftskonto ankommt.
Flexible Tarife und starke Kernfunktionen
Die Entscheidung fĂŒr ein GeschĂ€ftskonto fĂ€llt oft ĂŒber die Kosten. Finom setzt auf ein flexibles, gestaffeltes Abomodell. FĂŒr Solo-SelbststĂ€ndige gibt es den âSoloâ-Plan ohne monatliche GrundgebĂŒhr. Er beinhaltet eine deutsche IBAN, kostenlose SEPA-Ăberweisungen und einfache Rechnungstools. FĂŒr wachsende Teams und Kapitalgesellschaften wie GmbHs stehen die Premium-Tarife Basic, Smart und Pro zur VerfĂŒgung. Der Basic-Plan startet bei etwa 8,99 Euro monatlich.
Ein weiteres Lockmittel ist das Cashback-Programm. Je nach Tarif gibt es bis zu drei Prozent RĂŒckvergĂŒtung auf KĂ€ufe mit der physischen oder virtuellen Visa-Debitkarte. Seit Ende 2025 bietet Finom mit âFinom Primeâ zudem eine Premium-Business-Karte an. Sie richtet sich an mittelstĂ€ndische Unternehmen und bietet Vorteile wie null FremdwĂ€hrungsgebĂŒhren bei hohem Transaktionsvolumen und kostenlosen Zugang zu Business-Lounges.
Nahtlose Buchhaltungsintegration als SchlĂŒssel
Ein modernes GeschĂ€ftskonto muss mehr können als nur Ăberweisungen. Finom verbindet Banking nahtlos mit digitalem Expense-Management und Buchhaltungssoftware. Die Plattform unterstĂŒtzt die digitale Belegerfassung, automatische Kostenkategorisierung und direkte E-Rechnungsstellung.
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FĂŒr den deutschen Markt entscheidend ist die KompatibilitĂ€t mit hiesigen Steuer- und Buchhaltungsstandards. Finom integriert sich nahtlos in Branchenlösungen wie DATEV, lexoffice und sevDesk. Steuerberater und Buchhaltungsteams können so Finanzdaten in Echtzeit synchronisieren, was manuellen Aufwand und Fehlerquellen minimiert. Regionale Anpassungen, wie KI-gestĂŒtzte Buchhaltungstools in Deutschland, unterstreichen den lokalen Fokus.
Expansionskurs mit Millionen-Investment
Finoms aggressive Preisgestaltung wird durch betrĂ€chtliches Wagniskapital und schnelles Wachstum ermöglicht. Anfang 2026 betreut die Plattform bereits ĂŒber 200.000 GeschĂ€ftskunden in Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Italien.
Ein Meilenstein war eine Finanzierungsrunde ĂŒber 115 Millionen Euro im Juni 2025, angefĂŒhrt von AVP, samt eines 92,7-Millionen-Euro-Wachstumsinvestments von General Catalyst. Das gesamte eingesammelte Kapital liegt nun bei ĂŒber 300 Millionen Euro. Die FĂŒhrungsetage hat klar gemacht, dass dieses Geld fĂŒr Kundengewinnung, paneuropĂ€ische Expansion und strategische Marktkonsolidierung verwendet wird. Das ehrgeizige Ziel: eine Million europĂ€ische GeschĂ€ftskunden bis Ende 2026.
Branche unter Druck: Wer folgt dem Zinstrend?
Die EinfĂŒhrung von Hochzinskonten durch Neobanken wie Finom zwingt die gesamte Branche zum Umdenken. Das Management liquider Mittel wird zum neuen Schlachtfeld im digitalen GeschĂ€ftsbanking. Traditionelle Institute haben lange von den unvergĂŒteten Einlagen ihrer KMU-Kundschaft profitiert.
Doch Plattformen, die tĂ€gliche ErtrĂ€ge auf Betriebskapital bieten und Grenzkosten senken, reduzieren die WechselhĂŒrden fĂŒr kleine Unternehmen massiv. Marktexperten erwarten, dass GeschĂ€ftskunden zunehmend passive ErtrĂ€ge auf ihr Working Capital fordern werden. Der MaĂstab in Kontovergleichen verschiebt sich damit von der GebĂŒhrenvermeidung hin zur aktiven Vermögensgenerierung. Der Druck auf etablierte Banken, nachzuziehen, wĂ€chst.
