Firmen, KI-Angriffe

Firmen zumeist nicht speziell für KI-Angriffe gewappnet

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nur etwa jedes zehnte Unternehmen in Deutschland hat bisher Prozesse für speziell auf Künstliche Intelligenz bezogene Sicherheitsvorfälle etabliert.

Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des TÜV-Verbands. Danach gaben lediglich elf Prozent der 505 Unternehmen, die an der Befragung im Juli teilnahmen, an, bei ihnen existierten bereits spezielle Vorkehrungen für solche Fälle. 43 Prozent der Befragten gaben an, sie nutzten allgemeine IT-Sicherheitsprozesse, aber noch ohne spezielle KI-Regeln. Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) erarbeitet nach Auskunft der Verantwortlichen aktuell solche Prozesse.

In jedem vierten Unternehmen (25 Prozent) gibt es für solche Vorfälle den Angaben der Verantwortlichen zufolge gar keine entsprechenden Regelungen. Zwei Prozent der Befragten antworteten mit "Weiß nicht".

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage waren den Angaben zufolge IT- oder KI-Verantwortliche sowie Mitglieder der Geschäftsführung aus Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern.

Etwas jedes zweite Unternehmen setzt KI ein

Laut Umfrage setzten im vergangenen Juli bereits 49 Prozent der Betriebe KI ein. Neun Prozent der Unternehmen planten einen KI-Einsatz innerhalb der nächsten zwölf Monate. 42 Prozent der Betriebe, die an der Umfrage teilnahmen, gaben an, sie nutzten KI derzeit nicht und planten dies auch nicht.

Von den KI-Skeptikern nannte mehr als die Hälfte (53 Prozent) Bedenken in Bezug auf Datenschutz oder Sicherheit. Von denjenigen, die KI einsetzen, gaben die meisten (96 Prozent) an, damit Texte, Bilder oder Code zu erstellen. Zur Verbesserung der IT-Sicherheit nutzte demnach etwas weniger als jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) Künstliche Intelligenz. In jedem vierten Unternehmen (25 Prozent) wird KI zur Automatisierung von Abläufen verwendet, etwa um Rechnungen zu erstellen oder für Chatbots im Kundenservice.

Europäer wollen Abhängigkeit reduzieren

Künstliche Intelligenz sei nicht nur eine weitere technologische Neuerung, sondern führe zu bedeutenden "operativen und strategischen Veränderungen", sagt BSI-Vizepräsident Thomas Caspers. Ihr Potenzial werde von deutschen Unternehmen bisher nicht voll ausgeschöpft. Um die Abhängigkeit von chinesischen und US-amerikanischen KI-Unternehmen zu reduzieren, sei es wichtig, die für Europa die "wirklich relevanten Anwendungsbereiche" zu identifizieren. Hier sei es dann möglich, mit europäischen Modellen erfolgreich zu sein, "auf Augenhöhe" mit Entwicklern in den USA und China.

Im Zuge der Umfrage hätten 17 Prozent der Betriebe von KI-gestützten Angriffen berichtet. Die Dunkelziffer sei vermutlich größer, da die Nutzung von KI bei einem Cyberangriff nicht immer einfach erkennbar sei. Der Präsident des TÜV-Verbands, Dirk Stenkamp, berichtet, es herrsche vielfach Unsicherheit bezüglich der Frage, wer beim Einsatz von KI im Unternehmen im Schadensfall hafte: "Der Anbieter der KI, bin ich es selber oder sind es andere Stellen?" Da viele Unternehmen gar nicht das Expertenniveau aufbauen könnten, um die Sicherheit von KI-Modellen beurteilen zu können, seien gesetzgeberische Vorgaben sinnvoll, damit zumindest eine Art "Grundschutz" etabliert werde.

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