CRIF GmbH / Firmeninsolvenzen steigen 2025 auf knapp 24.000 FĂ€lle / ĂŒber ...
13.03.2026 - 07:27:08 | dpa.deGegenĂŒber 2024, als 21.964 Unternehmensinsolvenzen registriert wurden, entspricht dies einem Zuwachs von 9,6 Prozent. So lauten die zentralen Ergebnisse der Analyse der Firmeninsolvenzen 2025 von CRIF Deutschland.
Prognose: Anstieg setzt sich im Jahr 2026 fort
"Die Rahmenbedingungen haben sich im zurĂŒckliegenden Jahr weiter verschlechtert. Viele Unternehmen litten unter hohen Energie- und Produktionskosten, Unsicherheiten durch geopolitische Konflikte, steigender BĂŒrokratie sowie anhaltenden Belastungen in Lieferketten und AbsatzmĂ€rkten. Zugleich blieb die Konsumneigung der privaten Haushalte gedĂ€mpft, da gestiegene Lebenshaltungskosten das verfĂŒgbare Einkommen sichtbar schmĂ€lerten. FĂŒr zahlreiche Betriebe - insbesondere kleinere Unternehmen und mittelstĂ€ndische Strukturen - fĂŒhrte diese Situation zu einem wachsenden finanziellen Druck, der sich in der erneuten Zunahme der Insolvenzen widerspiegelt", kommentiert CRIF Deutschland GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Frank Schlein die aktuellen Zahlen.
Auch wenn sich die lange Zeit zurĂŒckhaltende Stimmung in Unternehmen zuletzt etwas verbessert hat, bleibt die wirtschaftliche Entwicklung unsicher. Der Irankrieg hat zu deutlichen Preissteigerungen bei Ăl und Gas gefĂŒhrt und damit die Aussichten fĂŒr Inflation und Wachstum erneut verschlechtert - in Deutschland ebenso wie international. "Viele positive Signale der vergangenen Monate verlieren dadurch an Wirkung, da Energie- und Beschaffungskosten fĂŒr zahlreiche Branchen weiter ansteigen. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, und die weitere Entwicklung des Konflikts ist schwer absehbar, was Investitionen und langfristige Planung zusĂ€tzlich erschwert", so Dr. Schlein.
Vor diesem Hintergrund erwartet CRIF im Jahr 2026 einen erneuten Anstieg der Firmeninsolvenzen auf 24.800 FĂ€lle, was einem Plus von rund drei Prozent entspricht. Zugleich zeigen die FrĂŒhindikatoren, dass sich die finanzielle Lage vieler Unternehmen weiter verschlechtert: 10,3 Prozent aller Firmen gelten inzwischen als insolvenzgefĂ€hrdet, ein Anstieg um 1,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass der wirtschaftliche Druck hoch bleibt und zahlreiche Unternehmen weiterhin in einer angespannten Situation agieren.
Berlin mit der höchsten Insolvenzdichte
Im Jahr 2025 verzeichnete Berlin die höchste Insolvenzdichte mit 117 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, wĂ€hrend der Bundesdurchschnitt bei 77 Pleiten je 10.000 Firmen lag. Nordrhein-Westfalen (103), Hamburg (98), Hessen (88) und Bremen (85) wiesen ebenfalls ĂŒberdurchschnittliche relative Insolvenzzahlen auf. Am unteren Ende der Statistik rangierten ThĂŒringen (51), Brandenburg (53), das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern (54) sowie Bayern (56) mit geringeren Fallzahlen. Absolut gesehen meldeten die BundeslĂ€nder Nordrhein-Westfalen (6.502), Bayern (3.316) und Baden-WĂŒrttemberg (2.706) die meisten Firmeninsolvenzen.
StĂ€rkster RĂŒckgang der Insolvenzen im Saarland
Besonders starke ZuwĂ€chse gab es in Hessen mit einem Anstieg der Insolvenzen um 27,2 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, gefolgt von ThĂŒringen mit 21,7 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 20,4 Prozent und Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 16,4 Prozent. RĂŒckgĂ€nge wurden nur in vier BundeslĂ€ndern beobachtet: Berlin meldete ein Minus von 7,8 Prozent, Bremen von 10,1 Prozent, und im Saarland gingen die Insolvenzen sogar um 27,9 Prozent zurĂŒck. In Mecklenburg-Vorpommern lagen die Insolvenzzahlen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (minus 0,9 Prozent).
GroĂteil der insolventen Firmen nicht lĂ€nger als zehn Jahre am Markt
Die Auswertung nach Unternehmensalter zeigt, dass 58,6 Prozent der insolventen Unternehmen nicht Àlter als zehn Jahre sind. Dazu zÀhlen Firmen im Alter von 0-2 Jahren (7,7 Prozent), 3-4 Jahren (12,8 Prozent), 5-6 Jahren (15,2 Prozent), 7-8 Jahren (13,2 Prozent) sowie 9-10 Jahren (9,7 Prozent). Unternehmen mit einer MarktprÀsenz von mehr als zehn Jahren machten 41,4 Prozent der Insolvenzen aus.
Mehr als zehn Prozent der Unternehmen sind insolvenzgefÀhrdet
Nach aktuellen CRIF Berechnungen gelten derzeit 322.470 Unternehmen (Stand MÀrz 2026) in Deutschland als insolvenzgefÀhrdet, was einem Anteil von 10,3 Prozent aller Firmen entspricht. Damit liegt der Anteil der gefÀhrdeten Unternehmen um 1,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr und markiert einen erneuten Anstieg, obwohl die Zahl der tatsÀchlichen Insolvenzen bereits seit mehreren Jahren wÀchst.
In Nordrhein-Westfalen gelten 74.800 Unternehmen als insolvenzgefĂ€hrdet, was 11,8 Prozent der Firmen im Land entspricht. Bayern weist 42.560 gefĂ€hrdete Unternehmen auf (7,2 Prozent), Baden-WĂŒrttemberg 36.193 Unternehmen (8,5 Prozent). In Niedersachsen sind 26.040 Unternehmen betroffen (9,4 Prozent), in Hessen 25.222 Unternehmen (10,7 Prozent) und in Berlin 25.101 Unternehmen, was einem Anteil von 14,9 Prozent entspricht. Rheinland-Pfalz kommt auf 13.168 gefĂ€hrdete Unternehmen (9,0 Prozent), Schleswig-Holstein auf 9.796 Unternehmen (8,6 Prozent) und ThĂŒringen auf 8.307 Unternehmen (12,9 Prozent).
FĂŒr die Analyse hat CRIF eine Vielzahl von Informationen zur Finanzlage der Unternehmen, die Aufschluss ĂŒber die ZahlungsfĂ€higkeit geben, ausgewertet. Dazu gehören u. a. Angaben in den Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. AuĂerdem flieĂen Informationen zu vorhandenen gerichtlichen Negativmerkmalen in die Analyse mit ein. Unternehmen gelten als insolvenzgefĂ€hrdet, wenn sie aktuell einen BonitĂ€tsindex im Bereich zwischen 4,5 bis 6,0 aufweisen.
Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22285/6234732 OTS: CRIF GmbH
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