Fonds-Skandal, Türkei

Fonds-Skandal in der Türkei: Erdogan entlässt Behördenleiter

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zieht personelle Konsequenzen aus einem Manipulationsskandal an der Börse.

Der stellvertretende Finanzminister Osman Celik und der Vorsitzende der Kapitalmarktaufsichtsbehörde (SPK), Mahmut Sütcü, wurden entlassen, wie aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt hervorgeht. Zuvor hatten beide um ihre Entlassung gebeten, wobei Sütcü gesundheitliche Gründe anführte und Celik beantragte, in den Ruhestand versetzt zu werden.

Fondskrise betrifft rund eine halbe Million Anleger

Infolge des Börsenskandals im September hatte die Aufsichtsbehörde die Liquidation von 131 Fonds angeordnet. Davon waren laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mehr als 455.000 Anleger betroffen. Die Staatsanwaltschaft Istanbul leitete Ermittlungen wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten und Amtsmissbrauchs ein, unter anderem gegen die ehemalige Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya und den ehemaligen SPK-Chef.

Marktexperten warnen vor weiteren Risiken

Kaya trat von ihrem Amt als stellvertretende AKP-Vorsitzende zurück, nachdem die Opposition ihr und ihrem Ehemann vorgeworfen hatte, außergewöhnlich hohe Gewinne aus den Fonds erzielt zu haben.

Die Börse Istanbul schloss am Montag nach den Entlassungen mit einem Minus von fast 2,5 Prozent, konnte jedoch einen Teil dieser Verluste bei der Eröffnung am Dienstag wieder wettmachen.

Viele Marktexperten bezeichnen den Vorfall als eine der schlimmsten Marktkrisen in der jüngeren türkischen Geschichte. Sie warnen vor weiteren Risiken, falls keine strengeren Vorschriften erlassen werden.

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