Forderungen nach Verschiebung des deutschen Klimaziels 2045
Veröffentlicht am: 11.07.2026 um 11:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSStatt 2045 solle Deutschland das europĂ€ische Zieljahr 2050 ĂŒbernehmen, sagten unter anderem der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, und RWE-Vorstandschef DE0007037129 Markus Krebber der "Welt am Sonntag".
Krebber sieht in einer Anpassung des Zieldatums eine Möglichkeit, die deutsche Industrie zu entlasten. Der bisherige deutsche Sonderweg, fĂŒnf Jahre frĂŒher klimaneutral werden zu wollen als die EU, verteuere den Standort, ohne zusĂ€tzliche Klimawirkung zu erzielen, sagte er. Das deutsche Klimaziel sollte deshalb "dem europĂ€ischen Ziel angeglichen werden", forderte der RWE-Chef.
"Wir wollen weniger CO2, nicht weniger Industrie"
Auch die IGBCE plĂ€diert in einem Positionspapier dafĂŒr, den Reduktionspfad im europĂ€ischen Emissionshandel an das EU-Klimaziel 2050 anzupassen. Die Industrie hĂ€tte dadurch mehr Zeit, ihre CO2-Emissionen zu senken. Die Gewerkschaft warnt andernfalls vor steigenden Kosten und Wettbewerbsnachteilen.
Die Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, Gitta Connemann, sprach sich fĂŒr einen "realistischeren" Zeitplan aus: "Wir wollen weniger CO2, nicht weniger Industrie, deshalb muss der Emissionshandel zur Wirklichkeit passen."
Hintergrund ist der europĂ€ische Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument der EU auf dem Weg zur KlimaneutralitĂ€t. Dabei mĂŒssen Unternehmen fĂŒr ihre CO2-Emissionen Emissionszertifikate vorweisen. Diese können gehandelt werden. Da die Zahl der Zertifikate schrittweise sinkt, steigt ihr Wert - ein Anreiz insbesondere fĂŒr energieintensive Branchen, Treibhausgase einzusparen. Die EU-Kommission will noch im Juli VorschlĂ€ge fĂŒr eine Reform des Emissionshandels vorlegen.
