AKTIE IM FOKUS 2: Jungheinrich fallen auf Jahrestief - Ausblick enttÀuscht
27.03.2026 - 18:15:01 | dpa.de(neu: Schlusskurse)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich DE0006219934 sind am Freitag nach GeschĂ€ftszahlen und Ausblick unter Druck geraten. Letztlich sackten sie um 5,5 Prozent ab auf 26,70 Euro. Damit summieren sich die Kursverluste seit Jahresbeginn auf etwa ein Viertel. Zeitweise notierten sie mit 25,74 Euro sogar auf dem niedrigsten Niveau seit fast einem Jahr. Das Chartbild bleibt damit Ă€uĂerst trĂŒb.
Bei den Anlegern kamen vor allem die Jahresziele des im MDax DE0008467416 notierten Konzerns nicht gut an, auch wenn sie ein Marktteilnehmer als konservativ wie ĂŒblich einstufte. Der Umsatz dĂŒrfte im schlechtesten Fall etwas unter dem Vorjahresniveau liegen, maĂgeblich wegen des weiterhin schwachen wirtschaftlichen Umfelds. Das operative Ergebnis (Ebit) soll sich aber wieder krĂ€ftig erholen, nachdem im Vorjahr unter anderem Sondereffekte wegen der VerĂ€uĂerung einer russischen Tochtergesellschaft belastet hatten.
Die Zielspanne fĂŒr das operative Ergebnis liege im Mittelwert zwar etwas ĂŒber den durchschnittlichen MarktschĂ€tzungen, schrieb Philippe Lorrain vom US-Analysehaus Bernstein Research. Die Prognosen fĂŒr Umsatz und Auftragseingang hĂ€tten den Konsens allerdings verfehlt. Dies sei im Kontext der Lage im Nahen Osten zu sehen. AuĂerdem habe Jungheinrich schon im vergangenen Jahr die Erwartungen beim Auftragseingang nicht erfĂŒllt.
Auch Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bezeichnete die Neubestellungen im vierten Quartal als EnttĂ€uschung, sie deuteten damit auf eine anhaltend schwache Entwicklung in Europa hin. Insgesamt habe der Gabelstapler-Hersteller aber ordentlich abgeschnitten und angesichts der geopolitischen Unsicherheiten klinge auch der Ausblick robust. Jungheinrich nannte als Voraussetzung fĂŒr die neuen Jahresziele, dass sich die geopolitischen Rahmenbedingungen nicht verĂ€ndern und die Lieferketten stabil bleiben.
Die Aktien von Jungheinrich befinden sich bereits seit den Tagen vor Beginn des Iran-Kriegs auf AbwĂ€rtskurs. Nach mehrmaligem erfolglosen Test der CharthĂŒrde um 38 Euro hatten sie bis zum Montag fast ein Drittel verloren, bevor sie sich zuletzt etwas fingen. Nach ihrem neuerlichen RĂŒckschlag notieren die Papiere am Freitag aber wieder 30 Prozent unter ihrem Ende Januar erreichten Jahreshoch bei 38,16 Euro.
Nur moderat in Mitleidenschaft gezogen wurden am Freitag die Aktien von Kion DE000KGX8881, die um 0,7 Prozent fielen. Zwischenzeitlich nÀherten sie sich mit Kursverlusten von bis zu 3,2 Prozent ihrem am Montag erreichten Tief seit vergangenem Juni.
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