AKTIE IM FOKUS 2: Anleger machen bei Zalando Kasse - Schwache Quartalszahlen
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 12:12 Uhr | dpa.de(Neu: Kurse, Morgan Stanley, Details zu Jefferies, Charttechnik)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen nach enttÀuschenden Quartalszahlen haben am Dienstag die zuletzt gut gelaufenen Aktien von Zalando DE000ZAL1111 einbrechen lassen. Die Papiere des Online-HÀndlers sackten bis zum Mittag um mehr als 15 Prozent auf 24,67 Euro ab und bildeten damit das Schlusslicht im Dax DE0008469008. Der auf Rekordniveau notierende deutsche Leitindex legte zuletzt um 0,6 Prozent zu.
Zalando hatte im zweiten Quartal weniger Umsatz als erwartet erzielt und auch weniger als gedacht verdient. Die Prognose fĂŒr das laufende Jahr konkretisierte das Management.
Analyst Luke Holbrook von der US-Bank Morgan Stanley hob unter anderem die EnttÀuschung beim bereinigten operativen Ergebnis hervor. Noch wichtiger aber sei die schwÀchere Umsatzentwicklung, die Fragen hinsichtlich des langfristigen Kauf- und Bindungsverhaltens von Neukunden aufwerfen könnte.
Nach EinschÀtzung des Experten Frederick Wild vom Analysehaus Jefferies sind die Ergebnisse angesichts hoher Erwartungen durchwachsen ausgefallen. "Kritisch" sieht er in diesem Zusammenhang, dass das Wachstum des Bruttowarenwerts enttÀuscht habe.
Von Jefferies hieĂ es zudem, dass wohl viele Anleger von Zalando auf weiter steigende Kurse gewettet hĂ€tten. Nach den enttĂ€uschenden Quartalszahlen am Dienstag nun mangelte es offenbar an neuen KĂ€ufern am Markt; damit ging die Nachfrage abrupt zurĂŒck, was den Kursrutsch erklĂ€ren kann.
Zudem sichern sich Optimisten am Markt oft mit Stopp-Loss-VerkaufsauftrÀgen gegen Kursverluste ab. FÀllt der Kurs stark wie jetzt bei Zalando, kann es entsprechend zu einer Reihe von Verkaufsorders kommen, was die Papiere zusÀtzlich unter Druck setzen kann.
Die Aktien von Zalando sind seit Mitte Mai in der Spitze um 64 Prozent in die Höhe geschnellt. Mit dem Kursrutsch am Dienstag hat sich das Chartbild deutlich eingetrĂŒbt. So notierten die Papiere unter der 50-Tage-Durchschnittslinie, die den mittelfristigen Trend beschreibt. UnterstĂŒtzung liefert derweil bereits seit Anfang Juni die viel beachtete 200-Tage-Linie als MaĂstab fĂŒr die langfristige Entwicklung.
