Ergebnisse, Produktion/Absatz

Bechtle vorsichtig fĂŒr 2025 - Belebung im zweiten Halbjahr denkbar

14.03.2025 - 14:13:10

FRANKFURT/NECKARSULM - Die trĂ€ge Konjunktur und die InvestitionszurĂŒckhaltung der öffentlichen Hand stimmen den IT-Dienstleister Bechtle DE0005158703 vorsichtig fĂŒr 2025.

(Neu: Jefferies-Analyst, Kursentwicklung aktualisiert.)

FRANKFURT/NECKARSULM (dpa-AFX) - Die trĂ€ge Konjunktur und die InvestitionszurĂŒckhaltung der öffentlichen Hand stimmen den IT-Dienstleister Bechtle DE0005158703 vorsichtig fĂŒr 2025. Insbesondere das erste Halbjahr dĂŒrfte schwach verlaufen, erklĂ€rte Unternehmenschef Thomas Olemotz am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz. Umsatz und Vorsteuergewinn könnten daher im Gesamtjahr steigen oder fallen. Nach anfĂ€nglichen Verlusten legte die Aktie stark zu.

Die konjunkturelle Situation bei den Mittelstandskunden sei nach wie vor angespannt und vor allem ließen konkrete Bestellungen der öffentlichen Hand vor der Regierungsbildung in Deutschland auf sich warten, so Olemotz. "Wir haben aktuell die Situation, die wir so noch nie hatten. (...) Wir hatten noch nie zum Jahresstart ein höheres Rahmenvertragsvolumen im Bereich der öffentlichen Kunden und gleichzeitig ist die Ausschöpfung dieser VertrĂ€ge so gering wie noch nie."

Das Potenzial sei also groß. Aber: Solange die Bundesregierung noch nicht im Amt und damit handlungsfĂ€hig ist und vor allem der Haushalt fĂŒr dieses Jahr noch nicht verabschiedet ist, "mĂŒssen wir davon ausgehen, dass dieses Rahmenvertragsvolumen zunĂ€chst einmal ein Zukunftspotenzial bleibt." Das GeschĂ€ft mit der deutschen öffentlichen Hand ist mit einem Anteil von rund einem Viertel am Konzernumsatz Ă€ußerst wichtig fĂŒr Bechtle.

Daher rechnet Olemotz 2025 beim GeschÀftsvolumen mit Nullwachstum oder einem leichten Plus von bis zu 5 Prozent. Der Umsatz könnte um bis zu 3 Prozent fallen oder steigen, hier darf das Software-GeschÀft wegen bestimmter Bilanzierungsvorschriften nicht in voller Höhe ausgewiesen werden. Das Vorsteuerergebnis könnte 2025 entsprechend um bis zu 5 Prozent sinken oder steigen.

Im vergangenen Jahr war das GeschĂ€ftsvolumen wegen guter Software-GeschĂ€fte um 2 Prozent auf gut 7,9 Milliarden Euro geklettert, der Umsatz indes trotz einer Belebung zum Jahresende hin um fast zwei Prozent auf 6,3 Milliarden Euro gefallen. Das Vorsteuerergebnis sank um knapp 8 Prozent auf 345 Millionen Euro. Damit bestĂ€tigte Bechtle die Anfang Februar veröffentlichten Eckdaten fĂŒr 2024.

Der auf die AktionĂ€re entfallende Gewinn unter dem Strich sank im alten Jahr um 7,5 Prozent auf 245,5 Millionen Euro. Die Dividende soll dennoch mit 0,70 Euro je Anteilsschein stabil bleiben. Damit liege die AusschĂŒttungsquote zwar etwas ĂŒber der langjĂ€hrigen Dividendenstrategie, doch sei das ein Zeichen der Zuversicht in puncto der kĂŒnftigen GeschĂ€ftsentwicklung, so Olemotz.

An der Börse geriet der Bechtle-Kurs nach der Veröffentlichung des Ausblicks zunĂ€chst unter Druck, berappelte sich dann aber. Am frĂŒhen Nachmittag waren die Papiere mit einem Plus von gut sieben Prozent auf 40,38 Euro unter den Favoriten im MDax DE0008467416. Die Kurserholung vom Mehrjahrestief unter 29 Euro aus dem Januar lĂ€uft damit weiter.

Branchenkenner Martin Comtesse vom Investmenthaus Jefferies sah den vorsichtigen Ausblick der Neckarsulmer im Kontext der enttĂ€uschenden Entwicklung des Vorjahres. Er sei eher als Boden der Entwicklung im neuen Jahr zu betrachten. Comtesse rechnet mit vielen guten Neuigkeiten ĂŒber AuftrĂ€ge der öffentlichen Hand, sobald die neue deutsche Regierung im Amt ist.

Positiv auf den Aktienkurs wirkte auch, dass das geplante milliardenschwere Paket fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur von Union und SPD wohl eine wichtige HĂŒrde genommen hat. Die Fraktionsspitzen von Union, SPD und GrĂŒne haben sich nach langen Diskussionen geeinigt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

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