Deutscher Aktienmarkt rennt europÀischen Börsen davon
27.05.2025 - 18:35:02 | dpa.deSeit dem ersten gravierenden Zollschock von Anfang April lÀuft der hiesige Aktienmarkt nicht nur den Börsen aus den USA, sondern auch anderen europÀischen Indizes davon.
Als einer der zentralen Treiber gilt das milliardenschwere Investitionsprogramm der neuen Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz in die Infrastruktur und die Verteidigung. Das dĂŒrfte auch der Grund dafĂŒr sein, dass plötzlich Aktien aus der zweiten und dritten deutschen Börsenreihe wie dem MDax DE0008467416 und SDax DE0009653386 krĂ€ftig aufholen, weil sich in diesen Indizes viele Unternehmen tummeln, die als NutznieĂer der geplanten Investitionen gelten. Aktien kleinerer und mittelgroĂer deutscher Unternehmen seien den groĂen Börsenwerten vier Jahre lang hinterhergelaufen, konstatierten die Strategen der US-Bank JPMorgan. Sie seien attraktiv bewertet und in einer guten Position, um von Konjunkturprogrammen zu profitieren.
Es wundert daher nicht, dass der MDax der mittelgroĂen Werte in seiner Jahresentwicklung mit einem Plus von inzwischen etwa einem FĂŒnftel fast mit dem deutschen Leitindex Dax DE0008469008 gleichgezogen hat, der 2025 bisher gut 21 Prozent gewonnen hat. Auch der SDax der kleineren Börsentitel hat mittlerweile seit Jahresbeginn schon um mehr als 21 Prozent zugelegt.
Hingegen kommt der Leitindex der Euroregion, der EuroStoxx 50 EU0009658145, nur auf einen Jahreszuwachs von rund 11 Prozent. In Frankreich und GroĂbritannien hinken die dortigen Leitindizes mit AufschlĂ€gen von etwas ĂŒber 6 Prozent beziehungsweise mehr als 7 Prozent noch deutlicher hinterher. Die groĂen US-Indizes wie das New Yorker Leitbarometer Dow Jones Industrial US2605661048, der marktbreite S&P 500 US78378X1072 und der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 liegen seit Jahresanfang gar moderat im Minus.
Bei dem Vergleich der internationalen Indizes mit den deutschen Börsenbarometern gilt es zwar zu beachten, dass hierzulande bei der Berechnung der Index-StĂ€nde Dividenden berĂŒcksichtigt werden, was international unĂŒblich ist. Das lĂ€sst die Wertentwicklung von Dax & Co etwas besser aussehen, doch auch ohne BerĂŒcksichtigung der AusschĂŒttungen Ă€ndert sich das Bild nicht wesentlich. So kommt der Dax-Kursindex DE0008467440, bei dem Dividenden auĂen vor bleiben, seit Jahresbeginn auf ein Plus von fast 19 Prozent.
Global agierende Investoren erkennen zunehmend die mit dem deutschen Investitionspaket verbundenen Chancen fĂŒr deutsche beziehungsweise europĂ€ische Unternehmen - und schichten vermehrt von amerikanischen Papieren in europĂ€ische und eben deutsche Titel um. Der Kursschock von Anfang April im Zuge der von US-PrĂ€sident Donald Trump damals losgetretenen weltweiten Zoll-Lawine scheint im Nachhinein fĂŒr viele Anleger ein idealer Einstiegszeitpunkt gewesen zu sein.
BegĂŒnstigt wird dieses Anlage-Verhalten von teils unsicheren Aussichten fĂŒr die Vereinigten Staaten, wo eine drastische und mitunter erratische Zoll-Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump die Investoren eher verunsichert, weil sie die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt, die Inflation anzuheizen und zugleich die Konsum- und Wirtschaftsaussichten einzutrĂŒben droht.
Selbst den vermeintlich sicheren US-Anleihemarkt haben Investoren daher zuletzt hinterfragt. Die Renditen zogen spĂŒrbar an. US-Aktien kann dies unter Druck setzen, weil sie gegenĂŒber anderen Anlageklassen wie etwa Anleihen dann an AttraktivitĂ€t verlieren./ajx/la/he
--- Von Achim JĂŒngling, dpa-AFX ---
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