Durchsuchung bei Deutscher Bank: Verdacht auf GeldwÀsche
Veröffentlicht am: 28.01.2026 um 14:40 Uhr | dpa.de(neu: mehr Details und Hintergrund)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Razzia bei der Deutschen Bank: Wegen des Verdachts der GeldwĂ€sche durchsucht die Justiz die Zentrale des gröĂten deutschen Geldhauses in Frankfurt sowie einen Standort der Bank in Berlin - und das ausgerechnet am Tag vor der Bilanzvorlage des Dax DE0008469008-Konzerns fĂŒr 2025. Beschuldigt werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Der Aktienkurs geriet nach der Nachricht unter Druck.
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft fĂŒr Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main fĂŒhrt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Hintergrund sind frĂŒhere GeschĂ€ftsbeziehungen des Instituts zu auslĂ€ndischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, GeldwĂ€sche betrieben zu haben.
Bei den Durchsuchungen sollten nach Angaben der Ermittler zusĂ€tzliche Beweise gesichert werden. Nach Informationen des "Spiegel", der zuvor darĂŒber berichtet hatte, betraten um kurz nach 10 Uhr etwa 30 Ermittler in Zivil den Sitz der Bank in der Frankfurter Innenstadt.
Bilanzvorlage im Schatten der GeldwÀscheermittlungen
An der Börse gab der Aktienkurs der Deutschen Bank nach Bekanntwerden der Durchsuchungen zeitweise um rund drei Prozent nach. Die Zahlenvorlage des Dax-Konzerns an diesem Donnerstag steht damit unter keinem guten Stern: Zwar erwarten Analysten, dass das Institut seinen Gewinn 2025 deutlich auf knapp 6 Milliarden Euro gesteigert hat. Doch nun muss sich Vorstandschef Christian Sewing auf kritische Fragen zur Razzia einstellen.
Bank bestÀtigt Durchsuchungen
Der genaue Anlass der Durchsuchungen blieb zunĂ€chst unklar. "Zu dem Hintergrund der GeschĂ€ftsbeziehungen, den ĂŒber die Deutsche Bank DE0005140008 AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden", erklĂ€rte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestĂ€tigte die Durchsuchungen auf Anfrage, ohne weitere Details zu nennen: "Wir bestĂ€tigen, dass in den GeschĂ€ftsrĂ€umen der Deutschen Bank derzeit eine MaĂnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgefĂŒhrt wird", teilte der Sprecher mit. "Die Bank arbeitet vollumfĂ€nglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um VerstĂ€ndnis, dass wir uns darĂŒber hinaus nicht Ă€uĂern."
Schon öfter Ărger mit Aufsicht
VorwĂŒrfe, beim Thema GeldwĂ€sche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spĂ€t abzugeben, haben der Deutschen Bank wiederholt Ărger eingebrockt. Ende April 2022 zum Beispiel durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt.
Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, bei einem Verdacht, dass Kunden Gelder aus kriminellen GeschĂ€ften waschen wollen oder dass Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen, dies unverzĂŒglich zu melden. HĂ€ufig betreffen solche Verdachtsanzeigen den Korrespondenzbankbereich. Dort hilft die Deutsche Bank mit ihrer globalen Reichweite anderen GeldhĂ€usern bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.
Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, der Fortschritte beim Kampf gegen GeldwĂ€sche und Terrorismusfinanzierung ĂŒberwachen sollte - seinerseits ein Novum in der deutschen Bankenbranche. Ende 2024 wurde der Sonderbeauftragte abgezogen.
