ROUNDUPAktien, Frankfurt

Frankfurt Schluss: Dax setzt Rekordjagd nach US-Jobdaten fort

Veröffentlicht am: 09.01.2026 um 17:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein durchwachsener Arbeitsmarktbericht aus den USA hat die Rekordjagd im Dax DE0008469008 am Freitag weiter angetrieben.

In der Spitze stieg der deutsche Leitindex erstmals bis auf 25.281 Punkte und ging letztlich 0,53 Prozent höher bei 25.261,64 ZÀhlern ins Wochenende. In der ersten Handelswoche des neuen Jahres hat der Dax damit knapp drei Prozent zugelegt. Der MDax legte derweil am Freitag 0,26 Prozent auf 32.167,17 Punkte zu.

Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sprach von einer klar erkennbaren SchwĂ€che am Jobmarkt der USA. Die US-Notenbank Fed habe Raum fĂŒr mehr Zinssenkungen, als es die Projektionen derzeit vorsehen. "Die Zahl der netto neu geschaffenen Stellen blieb hinter den Erwartungen zurĂŒck und so festigt sich das Bild, wonach der US-Arbeitsmarkt deutlich an Dynamik verloren hat", kommentierte Helaba-Experte Ralf Umlauf. VerstĂ€rkte Zinssenkungserwartungen bezĂŒglich der Fed wollte er daraus allerdings nicht ableiten.

Derweil trieben geopolitische Risiken die Ölpreise weiter an. Nach dem Angriff auf Venezuela richtete US-PrĂ€sident Donald Trump auch Drohungen in Richtung Iran. Die Anleger sollten trotz der glĂ€nzenden Fassade an der Börse die Warnlampen also nicht gĂ€nzlich ignorieren, mahnte Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades. Noch zeige der Dax zwar keine Anzeichen von SchwĂ€che, die Devise vieler Investoren laute aber: "Zum Verkaufen noch zu frĂŒh, fĂŒr einen massiven Neueinstieg vielleicht schon etwas spĂ€t."

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg am Freitag 1,58 Prozent auf 5997,47 Punkte. Außerhalb der Euroregion legten auch der Schweizer SMI CH0009980894 und der britische FTSE 100 GB0001383545 etwas moderater zu. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 stand zum europĂ€ischen Handelsschluss rund ein halbes Prozent im Plus.

Einer der stĂ€rksten Dax-Werte war Volkswagen DE0007664039 mit einem Zuwachs von zwei Prozent. Jefferies-Analyst Philippe Houchois hielt an seiner Kaufempfehlung fĂŒr den Autobauer fest. VW dĂŒrfe fĂŒr 2026 Verbesserungen im operativen GeschĂ€ft voraussagen. FĂŒr Barclays-Experte Henning Cosman zĂ€hlt Volkswagen zu den Branchenfavoriten.

Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 gewannen 1,3 Prozent. Der Dialyse-Anbieter drĂŒckt bei seinen geplanten AktienrĂŒckkĂ€ufen aufs Tempo. Nachdem die erste Tranche des Programms am 29. Dezember vorzeitig abgeschlossen worden sei, solle die zweite am 12. Januar starten und voraussichtlich frĂŒher abgeschlossen werden als ursprĂŒnglich geplant.

Versicherer waren dagegen erneut schwach. Morgan Stanley verwies auf das herausfordernde Branchenumfeld mit einer schwĂ€cheren Preiserneuerungsrunde fĂŒr RĂŒckversicherer. Hannover RĂŒck DE0008402215, Munich Re DE0008430026 und Allianz DE0008404005 verloren bis zu zwei Prozent.

Teamviewer DE000A2YN900 gewannen im MDax 4,4 Prozent. Der Softwarekonzern erreichte sein im Herbst gesenktes Umsatzziel fĂŒr 2025 knapp. Ein HĂ€ndler wertete es leicht positiv, dass die Eckdaten keine grĂ¶ĂŸeren EnttĂ€uschungen mehr enthielten. RBC-Analystin Wassachon Udomsilpa sprach von einer attraktiven Bewertung der Aktie.

FĂŒr die Papiere des Internet-GebrauchtwagenhĂ€ndlers Auto1 DE000A2LQ884 ging es sogar um 6,2 Prozent aufwĂ€rts, womit sie ĂŒber 30 Euro kosteten. Analyst James Tate von der US-Investmentbank Goldman Sachs erhöhte sein Kursziel und sieht noch Luft bis 39 Euro. Die Voraussetzungen fĂŒrs neue Jahr seien vielversprechend.

Bei Sartorius DE0007165631 nahmen die Anleger nach der Erholungsrally dagegen Gewinne mit, die Aktie bĂŒĂŸte drei Prozent ein. RBC-Analyst Charles Weston stufte den Pharma- und LaborausrĂŒster genauso wie die Konzerntochter Sartorius Stedim FR0013154002 auf "Sector Perform" ab. Das weitere AufwĂ€rtspotenzial sei in naher Zukunft begrenzt./niw/men

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

Disclaimer...
de | boerse | 68473274 |