Fujitsu, Sonnenstürme

Fujitsu: KI sagt gefährliche Sonnenstürme voraus

28.01.2026 - 05:01:12

Fujitsu entwickelt eine erklärbare KI zur Vorhersage gefährlicher Sonnenstürme. Sie soll Astronauten im All schützen und kritische Infrastruktur auf der Erde resilienter machen.

Ein neues, erklärbares KI-System soll Astronauten und irdische Infrastruktur vor tödlicher Strahlung aus dem All schützen. Die Technologie, entwickelt vom japanischen IT-Riesen Fujitsu und Forschungspartnern, markiert einen Durchbruch für die Sicherheit von Weltraummissionen und kritischen Systemen auf der Erde.

KI mit Erklärungsfunktion für bessere Vorhersagen

Im Kern der Innovation steckt Fujitsu’s „Wide Learning“-KI, ein Teil des Kozuchi-XAI-Dienstes. Im Gegensatz zu undurchsichtigen „Black-Box“-Modellen analysiert diese erklärbare KI (Explainable AI, XAI) mehrere Datenpunkte, um komplexe Vorläuferbedingungen für gefährliche Sonnenereignisse zu extrahieren. Der Clou: Das System nennt auch vergangene Strahlungsstürme, die unter ähnlichen Bedingungen stattfanden. Das gibt Missionsplanern konkrete Beispiele für mögliche Auswirkungen auf Kommunikation, Satelliten und menschliche Gesundheit – samt damals wirksamer Gegenmaßnahmen.

„Es reicht nicht, nur die Stärke eines Sonnenausbruchs vorherzusagen“, so die Forscher. Diese Methode allein sei unzuverlässig, um die darauffolgenden Strahlungsstürme zu prognostizieren. Die neue KI setzt daher auf Ursachenforschung und liefert damit eine fundiertere Entscheidungsgrundlage.

Schutz für Mond-Missionen und irdische Netze

Die primäre Anwendung liegt im Schutz menschlichen Lebens im All. Sonnenstürme können Astronauten außerhalb des Schutzes ihrer Raumfahrzeuge tödlichen Strahlungsdosen aussetzen. Die KI soll Missionskontrollen helfen, kritische Entscheidungen über Weltraumspaziergänge oder Transporte zwischen Himmelskörpern zu treffen.

Die Forschung ist ein Kernstück von JAXAs „Moon to Mars Innovation“-Programm und soll direkt in operative Entscheidungen für internationale Mondmissionen wie das Artemis-Projekt einfließen. Doch der Blick geht weiter: Fujitsu und seine Partner wollen die Technologie auch zum Schutz irdischer Infrastruktur nutzen. Heftiges Weltraumwetter kann Stromnetze lahmlegen, GPS-Systeme stören und den Flugverkehr beeinträchtigen. Präzisere Vorhersagen mit größerem Vorlauf könnten hier die Resilienz erhöhen.

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Trend: KI entschlüsselt die Sonne

Die Entwicklung ist Teil eines größeren Trends, künstliche Intelligenz für die Weltraumwettervorhersage einzusetzen. Traditionelle, physikbasierte Modelle stoßen an Grenzen bei Echtzeit-Prognosen. KI- und Machine-Learning-Modelle hingegen werden immer besser darin, riesige Datensätze von Solarobservatorien zu analysieren, um subtile Muster zu erkennen, die großen Sonnenereignissen vorausgehen.

Die japanische Kooperation setzt strategisch auf Verständlichkeit statt bloßer Vorhersage. Dieser Fokus auf Erklärbarkeit soll Vertrauen in das System schaffen und liefert das nötige Handlungswissen, um die erheblichen Risiken des Weltraumwetters zu mindern – für eine sicherere Präsenz im All und widerstandsfähigere Technologien auf der Erde.

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