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GE Aerospace Aktie: Rekordorder und Höhenflug

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 18:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GE Aerospace erhält größten Triebwerksauftrag der Firmengeschichte und gelingt erster Hybrid-Elektro-Flug in Reiseflughöhe.

GE Aerospace: Rekordauftrag aus Indien und Hybridflug-Meilenstein
Abstrakte Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie mit dynamischen Lichtspuren, die Wachstum und Erfolg symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei Nachrichten aus Farnborough zeigen an einem Tag, wie breit GE Aerospace mittlerweile aufgestellt ist. Während die Triebwerkssparte CFM International den größten Einzelauftrag ihrer Geschichte einsammelt, demonstriert das Unternehmen parallel eine technologische Weltneuheit in der Luft. Für ein Unternehmen, das ohnehin nahe seinem 52-Wochen-Hoch notiert, sind das zwei Signale mit unterschiedlicher, aber klarer Botschaft: Wachstum heute, Technologie für morgen.

Indiens größte Airline bestellt Rekordmenge

IndiGo, Indiens größte Fluggesellschaft, hat mit CFM International eine Absichtserklärung über mehr als 1.000 LEAP-1A-Triebwerke unterzeichnet. Die Triebwerke sollen 510 Maschinen der Airbus-A320neo-Familie antreiben. Es ist die größte Einzelbestellung, die je für das LEAP-Programm eingegangen ist.

Die Vereinbarung geht über die reine Triebwerkslieferung hinaus. CFM unterstützt IndiGo beim Aufbau einer eigenen Wartungseinrichtung und sichert über einen langfristigen Servicevertrag Ersatzteile sowie Wartungskapazitäten zu. Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit zehn Jahren — IndiGo betreibt aktuell mehr als 375 Maschinen der A320/321-Familie. Indien ist für CFM inzwischen der drittgrößte Markt weltweit, mit über 400 LEAP-angetriebenen Flugzeugen bei fünf indischen Airlines und rund 2.000 weiteren Triebwerken in den Auftragsbüchern. CFM ist ein Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran Aircraft Engines, an dem beide Seiten jeweils zur Hälfte beteiligt sind.

Erster Hybrid-Elektro-Flug über 9.000 Metern

Parallel zur Order-Meldung präsentierte GE Aerospace in Farnborough einen technischen Meilenstein: den ersten Hybrid-Elektro-Flug oberhalb von 30.000 Fuß, umgerechnet gut 9.000 Metern — jener Flughöhe, in der reguläre Passagierjets unterwegs sind. Möglich wurde der Test in Zusammenarbeit mit der NASA, BETA Technologies und Boeing.

Eine umgebaute Saab 340B diente als Testplattform. Auf der rechten Triebwerksseite kam ein hybridelektrisches System zum Einsatz, das Motor-Generatoren, Stromwandler und ein herkömmliches CT7-Triebwerk kombiniert. Der längste Testflug in hybridelektrischem Betrieb dauerte mehr als zwei Stunden, ehe die Maschine über den Nordatlantik zum Flughafen nach Großbritannien überführt wurde. Die Technik stammt aus dem NASA-Förderprogramm EPFD, das GE Aerospace bereits 2021 zugesprochen bekam, und soll künftig auch das RISE-Programm von CFM stützen, das eine Verbesserung des Treibstoffverbrauchs um mehr als 20 Prozent gegenüber heutigen Triebwerken anstrebt.

Zahlen und Kursziele stützen die Story

Die operative Stärke hinter beiden Meldungen zeigte sich zuletzt auch in der Bilanz. Im zweiten Quartal 2026 übertraf GE Aerospace die Erwartungen deutlich: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,02 Dollar gegenüber prognostizierten 1,86 Dollar, der Umsatz erreichte 12,63 Milliarden Dollar statt der erwarteten 11,81 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hob daraufhin seine Jahresprognose für 2026 in allen wesentlichen Kennzahlen an.

Goldman Sachs bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 410 Dollar, UBS zog nach und hob ihr Ziel auf 435 Dollar an, ebenfalls mit Kaufempfehlung. UBS-Analyst Gavin Parsons verwies dabei auf die anhaltend starke Nachfrage und einen weiter wachsenden Auftragsbestand — begrenzt allerdings durch Kapazitätsengpässe in der Produktion. Mit einer Marktbewertung von rund 362 Milliarden Dollar und einem Kursplus von 33 Prozent binnen eines Jahres notiert die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Hoch, laut Marktdaten aktuell über dem von Analysten errechneten fairen Wert.

Die Rekordbestellung aus Indien dürfte den ohnehin prall gefüllten Auftragsbestand von CFM in den kommenden Jahren weiter aufblähen — genau jene Kapazitätsengpässe, auf die UBS bereits verwiesen hat, rücken damit noch stärker in den Fokus der Produktionsplanung.

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