GeflĂŒgel, Trend

GeflĂŒgel im Trend: Fleisch kommt zunehmend aus dem Ausland

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 06:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Neun von zehn HĂ€hnchen und Puten, die in Deutschland im Jahr 2025 auf den Tellern der Verbraucher landeten, sind hierzulande gemĂ€stet worden - doch dieser Anteil dĂŒrfte in den kommenden Jahren deutlich sinken.

Das prognostiziert der Zentralverband der Deutschen GeflĂŒgelwirtschaft (ZDG) in einer gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Roland Berger erstellten Analyse.

Demnach werde sich der steigende GeflĂŒgelkonsum in Deutschland weiter fortsetzen. Zwischen 2022 und 2025 ist der Pro-Kopf-Konsum von GeflĂŒgel hierzulande um mehr als zwei Kilogramm auf 14,7 Kilogramm gestiegen, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium vor einiger Zeit mitteilte.

HĂ€hnchenfleisch treibt den Konsum

Zwischen 2010 und 2025 verzeichnete die Branche eigenen Angaben zufolge gar einen Anstieg beim Verbrauch um 30 Prozent auf fast 1,9 Millionen Tonnen pro Jahr. Bis 2040 rechnet der ZDG mit einem jÀhrlichen Wachstum beim Konsum von 3,4 Prozent. "Das sind gut 50 Prozent mehr Marktvolumen bis 2040", teilte der Verband mit.

Treiber dieses Wachstums ist HĂ€hnchenfleisch. Dort stieg der Konsum zwischen 2010 und 2025 der Analyse des Verbands zufolge um 65 Prozent, wĂ€hrend der Verbrauch von Putenfleisch um fast ein Viertel zurĂŒckgegangen ist.

Produktion steigt - aber langsamer

Auch die ProduktionskapazitĂ€ten sind gestiegen - allerdings deutlich langsamer. Der Studie zufolge wurde im Jahr 2025 in Deutschland fast zehn Prozent mehr GeflĂŒgelfleisch produziert als 2010. Demnach deckte die inlĂ€ndische Erzeugung den Verbrauch in Deutschland damals noch mehr als vollstĂ€ndig. Inzwischen sind es den Angaben zufolge nur noch 91 Prozent.

"Obwohl die Branche investieren und ihre KapazitĂ€ten ausbauen will, wĂ€chst die inlĂ€ndische ProduktionskapazitĂ€t deutlich langsamer als es möglich wĂ€re", heißt es in dem Bericht. Der Grund: "Die in Deutschland Ă€ußerst restriktiven Rahmenbedingungen", wozu der Verband langwierige Genehmigungsverfahren fĂŒr Stallbauten, steigende Tierwohl- und Umweltanforderungen und umfangreiche Berichtspflichten zĂ€hlt.

Halter durch Tierseuchen belastet

Hinzu kĂ€men externe Herausforderungen, insbesondere Tierseuchen wie die im FrĂŒhjahr dieses Jahres in Brandenburg und Bayern festgestellte Newcastle-Krankheit oder "atypische GeflĂŒgelpest".

Um die ProduktionskapazitĂ€ten in Deutschland zu erweitern, fordert der Verband vor allem einen raschen BĂŒrokratieabbau. "Planungs-, Bau-, Umwelt- und Immissionsschutzverfahren sollten einfacher, digitaler und verlĂ€sslicher werden", heißt es. "Auch die Umnutzung leerstehender StĂ€lle sollte schneller möglich sein. Klare politische Leitlinien können Kommunen und Behörden zusĂ€tzliche Entscheidungssicherheit geben."

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