Gehirntraining-Studie: Experten bremsen Demenz-Euphorie
15.03.2026 - 00:00:20 | boerse-global.deFachleute warnen vor überzogenen Hoffnungen auf digitale Denkspiele. Eine vielbeachtete Langzeitstudie, die einen Schutz vor Demenz versprach, hält einer kritischen Prüfung nicht stand. Das Deutsche Ärzteblatt und andere Experten stellen nun methodische Schwächen der Untersuchung in den Fokus.
Die Studie und ihr Haken
Der Widerstand formiert sich gegen die Euphorie um die sogenannte ACTIVE-Studie. Deren 20-Jahres-Auswertung hatte im Februar für Schlagzeilen gesorgt: Ein simples Gehirntraining könne das Demenzrisiko um ein Viertel senken. Doch die aktuelle Neubewertung zeichnet ein anderes Bild.
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Der positive Effekt trat ausschließlich bei einer speziellen Trainingsgruppe auf. Nur Senioren, die ein Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit absolvierten und später Auffrischungssitzungen erhielten, erkrankten seltener. Gedächtnis- oder Logiktraining zeigten keine vergleichbare Wirkung. Ist das noch ein allgemeiner Schutz oder ein sehr spezieller Einzelfall?
Kritik an der Datengrundlage
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Diagnosemethode. Der Demenzstatus der Probanden wurde nicht durch klinische Tests, sondern über Abrechnungsdaten des US-Gesundheitssystems Medicare ermittelt. Diese Methode ist unscharf.
Experten kritisieren: Leichte Fälle bleiben oft unerfasst, die genaue Demenzform ist unbekannt. Blieb die Erkrankung also nur länger unentdeckt, oder wurde ihr Ausbruch tatsächlich verzögert? Diese Frage kann die Studie nicht sicher beantworten.
Kein Freibrief für Gehirn-Apps
Die Fachwelt warnt explizit davor, die Ergebnisse als Werbeargument für kommerzielle Apps zu nutzen. Das Studiendesign war hochkontrolliert: standardisiert, in Präsenz und mit adaptiven Aufgaben. Die meisten frei verfügbaren Denkspiele wurden nie auf eine langfristige Demenz-Prävention getestet.
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Können bunte Handy-Apps also wirklich das Gehirn für Jahrzehnte schützen? Die wissenschaftliche Grundlage dafür fehlt. Gesundheitsbehörden werden auf dieser schmalen Basis keine spezifischen Apps zur Vorbeugung empfehlen.
Der bessere Weg: Vielfalt statt Einfalt
Trotz der Skepsis bleibt klar: Ein aktiver Geist im Alter ist wichtig. Die Bdie debatte lenkt den Fokus jedoch auf robustere, multidimensionale Ansätze. Statt sich auf ein digitales Einzelprogramm zu verlassen, empfehlen Gerontologen eine Mischung aus verschiedenen Reizen.
Sport mit Koordinationsanforderungen wie Tanzen, soziale Gruppenkurse oder Fahrsicherheitstrainings fordern Körper und Gehirn gleichermaßen. Solche Aktivitäten zeigen in Studien moderate, aber verlässlichere Effekte auf die Alltagskompetenz. Der beste Schutz ist ein vielfältiger, sozial eingebundener Lebensstil.
Die aktuelle Debatte markiert eine Rückkehr zur Sachlichkeit. Künftige Studien müssen klinisch validierte Diagnosen nutzen und die methodischen Schwächen adressieren. Bis dahin gilt: Der ganzheitlich aktive Lebensstil ist der verlässlichere Partner für die kognitive Gesundheit.
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