Ermittler finden Autokennzeichen nach Bankeinbruch
05.01.2026 - 15:22:07(neu: mehr Details)
GELSENKIRCHEN/DORTMUND (dpa-AFX) - Nach dem spektakulÀren Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen sind zwei Autokennzeichen aufgetaucht, die womöglich zu einem der Fluchtfahrzeuge gehören. Ein Zeuge habe die beiden Nummernschilder am Sonntagmittag am Dortmunder Hauptbahnhof gefunden, teilte die Polizei mit.
Die aufgedruckte Kennung passt nach dpa-Informationen zu dem gefÀlschten Kennzeichen, mit dem ein hochmotorisierter Audi vom Tatort weggefahren war.
Der 27-jÀhrige Zeuge sei am Sonntag mit den gefundenen Kennzeichen in der Hand zur Wache der Bundespolizei im Dortmunder Hauptbahnhof gekommen, teilte die Polizei mit. Nach eigenen Angaben hÀtten die Schilder einfach auf dem Boden vor dem Bahnhof gelegen.
Allerdings ist bislang unklar, ob es tatsÀchlich die echten Schilder sind, die an dem Fluchtfahrzeug befestigt waren. Denn die Kennzeichen waren auf Fahndungsfotos zu sehen, die Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlicht hatten. Es könnte also auch jemand die Nummernschilder nachgemacht haben. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher.
Mehr als 100 Millionen Euro Beute?
Unklar ist weiterhin auch, wie viel Beute die TĂ€ter gemacht haben. Die SchĂ€tzungen gehen aber immer weiter in die Höhe: Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen halten die Ermittler inzwischen eine Beute von mehr als 100 Millionen Euro fĂŒr möglich. Demnach hĂ€tten einzelne Kunden angezeigt, dass sie jeweils mehr als 500.000 Euro in ihren SchlieĂfĂ€chern gehabt hĂ€tten.
Laut "Bild" kommt die Herkunft der Gelder den Ermittlern teilweise komisch vor. Es könne sich um Schwarzgeld oder auch Gelder von Clans handeln. Offiziell sei von den Betroffenen vielfach von "Hochzeitsgeldern" die Rede, erfuhr die dpa.
Die Beute wurde zunÀchst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben. SpÀter sagte ein Polizeisprecher: "Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus."
TĂ€ter brachen Tausende SchlieĂfĂ€cher auf
Die TĂ€ter hatten bei ihrem spektakulĂ€ren Coup ein groĂes Loch in eine Wand gebohrt und waren so in den Tresorraum der Bank gelangt. Fast alle 3.250 KundenschlieĂfĂ€cher der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Die Tat könnte sich ĂŒber mehrere Tage hingezogen haben. EinsatzkrĂ€fte hatten den Einbruch am 29. Dezember nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt.
Am Wochenende hatte die Polizei Fotos der maskierten TatverdĂ€chtigen veröffentlicht. Es handelt sich um Aufnahmen aus Ăberwachungskameras. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden sie am 29. Dezember in dem angrenzenden Parkhaus aufgenommen, von dem aus sich die Einbrecher Zutritt zu der Bank verschafft hatten.
Auf den Fotos sind drei Personen mit schwarzen Sturmhauben zu sehen. Eine trĂ€gt rote, eine andere Person grĂŒne Handschuhe. AuĂerdem wurden Bilder eines schwarzen Audi RS 6 sowie eines weiĂen Kleintransporters Mercedes-Citan veröffentlicht. Die Ermittler vermuten, dass die TĂ€ter die Autos zur Flucht nutzten.
Filiale bleibt weiter geschlossen
Wann die Sparkassen-Filiale wieder fĂŒr Kunden offen kann, ist noch unklar. Das Loch zum Tresorraum sei zwar inzwischen von Spezialisten verschlossen worden. Die Beseitigung der SchĂ€den könne aber noch dauern, sagte eine Sprecherin.
Neben dem spektakulĂ€ren Einbruch in Gelsenkirchen waren in den vergangenen Tagen auch BankschlieĂfĂ€cher in Bonn und in Halle bei Bielefeld aufgebrochen worden. BetrĂŒger versuchen inzwischen gezielt, die dadurch entstandene Unsicherheit vieler Menschen auszunutzen.
TelefonbetrĂŒger argumentierten gezielt, dass Wertsachen nirgendwo mehr sicher seien - es sei denn, man gebe sie den vermeintlichen Polizisten zur Verwahrung mit. Bei solchen Anrufen solle ein einfach sofort auflegen, mahnt die Polizei.

