Genesis IoT Discovery Lab: Neues Modul-System für Entwickler startet
22.01.2026 - 00:55:12Ein modulares Hardware-System will die Entwicklung von Elektronik-Projekten revolutionieren. Das Genesis IoT Discovery Lab ist ab sofort verfügbar und verspricht, die Prototypen-Entwicklung drastisch zu beschleunigen.
Das erfolgreich über Crowdfunding finanzierte IoT-Entwicklerkit soll die Komplexität und Einrichtungszeit für Elektronikprojekte massiv reduzieren. Der Clou: Es macht traditionelle Steckbretter und aufwendige Verkabelung für viele Standardaufgaben überflüssig. Entwickler, Pädagogen und Hobbyisten können sich so stärker auf die Innovation konzentrieren – und weniger mit fehlerhaften Verbindungen kämpfen. Kern des Systems ist ein leistungsstarker ESP32-S3-Mainboard mit einem einzigartigen modularen Stecker-Standard. Erste Bestellungen über die Plattform Crowd Supply werden nun ausgeliefert.
AX22: Ein neuer Standard für Modularelektronik
Das Herzstück des Genesis-Systems ist der AX22-Connector. Dieser standardisierte 10-Pin-Anschluss vereinfacht die Verbindung von Komponenten radikal. Jedes Modul kann in jeden verfügbaren Port am Mainboard gesteckt werden, ohne dass Pins neu zugewiesen oder Kabel umgesteckt werden müssen. Das Design gewährleistet eine sichere mechanische und elektrische Verbindung, was die Zuverlässigkeit beim Testen und Transport erhöht.
Jeder AX22-Port bietet standardisierten Zugriff auf I²C, SPI, UART, GPIO und analoge Signale. Das garantiert breite Kompatibilität mit einer Vielzahl von Komponenten. Das Mainboard wird von einem Espressif ESP32-S3-WROOM-1-N8R2-System-on-a-Chip mit einem 240 MHz 32-Bit-LX7-Mikroprozessor angetrieben. Integriertes Wi-Fi (802.11 b/g/n) und Bluetooth 5 machen es ideal für IoT-Anwendungen. Der Board verfügt zudem über 2 MB Quad SPI PSRAM, 8 MB Flash-Speicher und kann über einen modernen USB-C-Port oder einen optionalen 1S Li-Po/Li-Ion-Akku betrieben werden.
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Ein wachsendes Plug-and-Play-Ökosystem
Die Genesis-Plattform wird mit einer Reihe von AX22-Modulen ausgeliefert, mit denen Nutzer sofort loslegen können. Das Starter Kit enthält 18 Module mit Sensoren, Tastern, Motoren und LEDs. Ein erhältliches Extension Kit fügt fortgeschrittene Komponenten wie einen Time-of-Flight-Abstandssensor, einen Feuchtigkeitssensor und ein LCD-Display hinzu. Dieser Plug-and-Play-Ansatz soll den Aufbau von Projekten mit mehreren Modulen erheblich beschleunigen.
Entwickelt wurde das System vom litauischen Unternehmen Axiometa. Die gesamte Hardware ist Open Source; Schaltpläne und Design-Dateien stehen auf GitHub unter einer CERN-OHL-S-2.0-Lizenz. Das fördert Beiträge aus der Community und erlaubt fortgeschrittenen Nutzern, eigene, mit dem AX22-Standard kompatible Module zu entwerfen. Die Plattform bleibt zudem mit bestehenden Hardware-Ökosystemen kompatibel – über Adapter für Standards wie STEMMA QT und Qwiic. So lassen sich Tausende vorhandene Sensoren und Peripheriegeräte nahtlos integrieren.
Brücke zwischen Bildung und professioneller Entwicklung
Das Genesis IoT Discovery Lab spricht ein breites Publikum an: von Studierenden im Hörsaal bis hin zu erfahrenen Hardware-Entwicklern. Das lötfreie, vereinfachte Design wurde bereits in Bildungseinrichtungen getestet. Es reduziert die Debugging-Zeit und ermöglicht Dozenten, strukturierte, wiederholbare Lektionen zu halten. Die robusten, sicheren Verbindungen verhindern die typischen Frustrationen mit losen Kabeln, unter denen Elektronik-Einsteiger oft leiden.
Für Profi-Entwickler bietet die Plattform eine deutliche Beschleunigung in der Prototypenphase. Die Möglichkeit, Module schnell auszutauschen und Konfigurationen zu testen, ermöglicht eine schnellere Iteration bei neuen Produktideen. Das System unterstützt eine breite Palette populärer Entwicklungsumgebungen, darunter die Arduino IDE, MicroPython, CircuitPython und das ESP-IDF. Diese Flexibilität macht es zu einem mächtigen Werkzeug für maßgeschneiderte Lösungen – von Heimautomatisierung bis hin zu interaktiven Kunstinstallationen.
Marktkontext und offene Zukunft
Der Start des Genesis IoT Discovery Lab kommt zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach zugänglicheren und effizienteren Hardware-Entwicklungstools wächst. Während Plattformen wie Raspberry Pi und Arduino die Elektronik demokratisiert haben, adressiert das Genesis-System einen spezifischen Schmerzpunkt: den oft mühsamen Prozess des physischen Schaltungsaufbaus. Durch ein standardisiertes, modulares Ökosystem will es die Einstiegshürde für komplexe IoT- und Elektronikprojekte weiter senken.
Die Zukunft der Plattform scheint in ihrer Open-Source-Philosophie und ihrem plattformübergreifenden Potenzial zu liegen. Die dokumentierte AX22-Spezifikation ist nicht auf den ESP32 beschränkt; sie kann auch auf anderen Mikrocontroller-Boards wie dem Raspberry Pi Pico oder STM32-Plattformen implementiert werden. Das ebnet den Weg für ein breites, community-getriebenes Ökosystem, in dem Module über verschiedene Mikrocontroller-Familien hinweg genutzt werden können – ein klares Statement gegen Vendor-Lock-in. Je mehr Entwickler den Standard übernehmen und eigene Modul-Designs beisteuern, desto mehr könnte sich das Genesis IoT Discovery Lab von einem einzelnen Produkt zu einer umfassenden Plattform für Hardware-Innovation entwickeln.


