Gericht, Trumps

Gericht stoppt Trumps Briefwahl-PlÀne im ganzen Land

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 06:16 Uhr | dpa.de

Weniger als drei Monate vor den Parlamentswahlen in den USA hat eine Bundesrichterin die PlÀne von PrÀsident Donald Trump zur VerschÀrfung der Briefwahlregeln vorlÀufig blockiert - mit landesweiter Wirkung.

Das Gericht in Boston weitete ein bisher vorlĂ€ufiges Verbot der geplanten Regeln von bislang 23 auf alle 50 Bundesstaaten aus, wie aus der einstweiligen VerfĂŒgung hervorgeht. Außerdem sprach es der Regierung das Recht ab, Wahlen zu regulieren.

Trump will sein Vorhaben noch vor den Kongresswahlen im November durchsetzen. WĂ€hrend er die geplanten Änderungen damit begrĂŒndet, angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen, vermuten Kritiker als Motiv eher eine gezielte Benachteiligung der demokratischen WĂ€hlerklientel. Das letzte Wort in der Sache wird der Supreme Court haben: Das Justizministerium wandte sich jĂŒngst per Eilantrag an den Obersten Gerichtshof, um grĂŒnes Licht fĂŒr die umfassenden Änderungen im Wahlrecht zu bekommen.

Es geht um den Versand von Briefwahlunterlagen

Trump hatte Ende MĂ€rz verfĂŒgt, dass der US-Postdienst USPS Briefwahlunterlagen nur noch an Personen ĂŒbermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten erstellten Liste stehen. Der Postdienst wĂŒrde damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einem Kontrolleur im Wahlverfahren. Genaue Regeln sollten noch ausgearbeitet werden. Das Gericht untersagte USPS in der einstweiligen VerfĂŒgung, Trumps Anordnung umzusetzen.

Am 3. November wird bei den "Midterms" etwa ein Drittel des Senats und das komplette ReprĂ€sentantenhaus neu gewĂ€hlt. Wegen der knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darĂŒber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat - und ob die Demokraten zentrale politische Vorhaben Trumps und seiner Republikaner verhindern können.

Gericht: Trumps Anordnung könnte Chaos anrichten

Die Richterin in Boston betonte, dass der Status quo fĂŒr die Wahl aufrechterhalten bleiben mĂŒsse. Es bliebe immer weniger Zeit, WĂ€hler aufzuklĂ€ren, wie sich die RegelverschĂ€rfung auf sie auswirken könnte, wenn sie per Briefwahl abstimmen wollen. Trumps Anordnung stifte Verwirrung, es drohe Chaos. Geklagt hatten ĂŒberparteiliche Organisationen, die nach eigenen Angaben die Wahlbeteiligung steigern wollen.

Trump sÀt immer wieder Misstrauen in faire Wahlen in den USA. So behauptet er seit Jahren, um seinen Sieg bei der PrÀsidentschaftswahl 2020 betrogen worden zu sein - obwohl das vielfach widerlegt ist.

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