Gerresheimer, Aktie

Gerresheimer Aktie: Klageflut droht

10.04.2026 - 16:21:48 | boerse-global.de

Nach Bilanzfehlern und Prüferversagen drohen Gerresheimer Schadensersatzklagen von Aktionären. Die Aufsicht ermittelt gegen Wirtschaftsprüfer KPMG.

Gerresheimer Aktie: Klageflut droht - Foto: über boerse-global.de

Bilanzfehler, Prüferversagen und nun der juristische Gegenschlag: Die Krise bei Gerresheimer weitet sich auf eine neue Dimension aus. Aktionärsschützer bereiten Schadensersatzklagen gegen das ehemalige Management vor — und auch die Wirtschaftsprüfer geraten unter Druck.

KPMG im Visier der Aufsicht

Die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS hat am 8. April ein berufsrechtliches Verfahren gegen KPMG eingeleitet. Der Vorwurf ist konkret: Die Prüfungsgesellschaft hatte den Konzernabschluss für 2024 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen, obwohl darin systematische Fehler steckten. Im Kern geht es um sogenannte „Bill-and-Hold"-Vereinbarungen — Umsätze wurden entgegen den IFRS-Standards zu früh verbucht. Das Ergebnis: fälschlicherweise ausgewiesene Erlöse von rund 35 Millionen Euro und ein um etwa 24 Millionen Euro überzeichnetes bereinigtes EBITDA.

Zur Aufarbeitung wurde inzwischen Grant Thornton mit einer forensischen Sonderprüfung beauftragt. Ein testierter Abschluss wird frühestens für Juni 2026 erwartet.

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Ehemalige Vorstände im Fadenkreuz

Parallel erhöht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) den Druck. Auf Basis eines vorliegenden Gutachtens bereitet der Verband Schadensersatzklagen vor — im Visier stehen der frühere Vorstandsvorsitzende Dietmar Siemssen und Ex-Finanzvorstand Bernd Metzner. Auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird juristisch unter die Lupe genommen.

Die Vorwürfe beziehen sich auf Fehlbewertungen von Geschäftswerten in Höhe von 676 Millionen Euro sowie Technologiewerte der Sparte Advanced Technologies mit einem Buchwert von rund 196 Millionen Euro. Weil die Bilanzen weiterhin untestiert sind, verstößt Gerresheimer gegen vertragliche Reporting-Pflichten und befindet sich in einem technischen Kreditverzug — laufende Verhandlungen mit Gläubigern über Fristverlängerungen inklusive.

Übernahme als Ausweg?

Seit heute ist der SDAX-Ausschluss wirksam. Der dadurch entstehende Verkaufsdruck durch indexgebundene Fonds belastet die Aktie zusätzlich, die mit rund 17 Euro nahe ihrem Jahrestief notiert — ein Minus von über 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Etwas Aufwind liefern Berichte über ein mögliches Übernahmeinteresse des US-Konzerns Silgan Holdings, dem Reuters zufolge eine Offerte von 41 Euro je Aktie vorschwebt. Solange die Bilanzprüfung und das BaFin-Verfahren nicht abgeschlossen sind, bleibt die Bewertungsgrundlage für Investoren jedoch kaum greifbar. Der Q1-Bericht und die Hauptversammlung wurden bereits auf unbestimmte Zeit verschoben.

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