Gerresheimer, Aktie

Gerresheimer Aktie: Schulden, Prüfer, Gerüchte

27.03.2026 - 16:32:55 | boerse-global.de

Der Düsseldorfer Verpackungsspezialist Gerresheimer plant den Verkauf der Tochter Centor zur Schuldenreduktion, während eine BaFin-Prüfung und Bilanzunsicherheiten den Kurs belasten.

Gerresheimer Aktie: Schulden, Prüfer, Gerüchte - Foto: über boerse-global.de
Gerresheimer Aktie: Schulden, Prüfer, Gerüchte - Foto: über boerse-global.de

Drei Baustellen gleichzeitig — das beschreibt die Lage bei Gerresheimer derzeit treffend. Der Düsseldorfer Spezialverpackungshersteller kämpft mit einem verschobenen Jahresabschluss, einer laufenden BaFin-Prüfung und einer Schuldenlast, die den Börsenwert auf rund 750 Millionen Euro gedrückt hat. Ein geplanter Tochterverkauf soll nun Luft verschaffen.

Centor soll die Bilanz entlasten

Im Mittelpunkt der Sanierungsbemühungen steht der geplante Verkauf der US-Tochter Centor, die auf Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente spezialisiert ist. Begleitet von Morgan Stanley, soll die Transaktion noch 2026 abgeschlossen werden. Aus Investorenkreisen gilt der Deal als zentrale Maßnahme zur Schuldenreduktion — zumal die Covenants mit den Banken bereits angepasst wurden, was zusätzlichen Spielraum verschafft.

Parallel kursieren Übernahmegerüchte: Der US-Konzern Silgan Holdings soll laut Reuters-Informationen Interesse an einer Komplettübernahme signalisiert haben — mit einer möglichen Offerte von 41 Euro je Aktie. Konkrete Angebote liegen bislang nicht vor. Bereits im Vorjahr waren Gespräche mit Finanzinvestoren ohne Ergebnis geblieben. Dass Gerresheimer keinen Ankeraktionär hat, macht das Unternehmen für externe Interessenten strukturell attraktiver.

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BaFin weitet Prüfung aus

Das eigentliche Kernproblem bleibt die Bilanzunsicherheit. Die BaFin hatte bereits im September 2025 eine Prüfung des Konzernabschlusses eingeleitet, nachdem Hinweise auf Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften bekannt wurden. Anfang März 2026 weitete die Behörde ihren Fokus aus — nun stehen Leasingverbindlichkeiten, aktivierte Entwicklungskosten und Vermögenswerte im Segment Advanced Technologies im Blickfeld.

Den testierten Jahresabschluss für 2025 konnte Gerresheimer nicht fristgerecht vorlegen. Eine zweite externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht Geschäftsvorfälle aus 2024 und 2025, die Veröffentlichung ist für Juni 2026 geplant. Zu spät für die Anforderungen der Deutschen Börse — der SDAX-Ausschluss war die Konsequenz.

Bernstein Research hält an seiner „Underperform"-Einstufung fest und sieht den fairen Wert bei 18,90 Euro — und damit klar unter dem aktuellen Kurs von rund 20,20 Euro. Der Abstand zur 200-Tage-Linie liegt bei etwa 35 Prozent, was die tiefe charttechnische Verwundung der vergangenen Monate widerspiegelt. Ob der Centor-Verkauf gelingt und ein belastbarer Jahresabschluss im Juni tatsächlich vorliegt, wird darüber entscheiden, ob sich das Vertrauen des Kapitalmarkts schrittweise zurückgewinnen lässt.

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