COP28: Experten kritisieren GesundheitserklÀrung auf Klimakonferenz
03.12.2023 - 15:35:20"Fossile Energien werden nicht einmal erwÀhnt, obwohl sie die Hauptschuld am Klimawandel und damit auch an den Gesundheitsauswirkungen tragen", sagte Expertin Jess Beagley von der Climate and Global Health Alliance, eines Zusammenschlusses von Gesundheitsorganisationen aus aller Welt, am Sonntag in Dubai. Auch andere Fachleute kritisierten die Verlautbarung.
"Ob es am Ende wirklich eine Gesundheits-COP ist, hĂ€ngt davon ab, ob Staaten ambitionierte EntschlĂŒsse zum Ausstieg aus fossilen Energien beschlieĂen und umsetzen", sagte die Medizinerin Sophie Gepp vom Centre for Planetary Health Policy der Deutschen Presse-Agentur.
Die vom Gastgeber der Klimakonferenz - den Vereinigten Arabischen Emiraten - herausgegebene ErklĂ€rung, der sich mehr als 120 LĂ€nder angeschlossen haben, will zwar Forschung und MaĂnahmen stĂ€rken, die gesundheitsgefĂ€hrdende Folgen des Klimawandels verhindern - doch die Worte "fossile EnergietrĂ€ger" oder "Ausstieg aus fossilen Energien" sucht man in dem Text vergebens. Ob sich die Klimakonferenz im Ălstaat auf den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Ăl und Gas einigen kann, gilt als einer der strittigsten Punkte auf der Klimakonferenz.
Die Weltgesundheitsorganisation und mehr als 40 Medizinerinnen und Mediziner aus aller Welt riefen in Dubai dazu auf, den Ausstieg aus den Fossilen zu beschleunigen. Staatliche Regierungen sollten die AnkĂŒndigungen, die sie in Sachen Klimaschutz gemacht hĂ€tten, auch in die Tat umsetzen. Die Gesundheitsexperten warnten vor "gefĂ€hrlichen Ablenkungen" wie CO2-Speicherung oder Geoengineering, auf die einige Staaten ihre Hoffnung im Kampf gegen die Klimakrise setzen. TatsĂ€chlich gelten diese Technologien jedoch als wissenschaftlich umstritten, sehr teuer und kaum im groĂen MaĂstab skalierbar.
"Tatsache ist, dass die Klimakrise und die Gesundheitskrise ein und dasselbe sind", sagte der US-Sondergesandte John Kerry in Dubai. "Sie sind völlig miteinander verbunden."

