Gesundheitswesen, Personalentwicklung

Gesundheitswesen: Personalentwicklung wird zur Überlebensfrage

27.01.2026 - 08:46:12

Deutschlands Gesundheitswesen steht vor einem radikalen Wandel. Der Ethikrat warnt vor einer Systemkrise, während neue Gesetze und eine milliardenschwere Digitalisierungsoffensive die Personalentwicklung prägen.

Der akute Fachkräftemangel zwingt Deutschlands Gesundheitswesen zum radikalen Umdenken. Nur mit besseren Arbeitsbedingungen und massiven Investitionen in Qualifizierung kann die Versorgung gesichert werden.

Berlin. Eine Anhörung des Deutschen Ethikrats hat vergangene Woche die alarmierende Lage in der Pflege schonungslos offengelegt. Gleichzeitig treiben Digitalisierung und neue Gesetze einen tiefgreifenden Wandel voran. Die zentrale Frage lautet: Wie kann das Personal für die Zukunft fit gemacht werden?

Ethikrat warnt: Pflegekrise ist Systemkrise

Die Anhörung am 22. Januar in Berlin machte deutlich, dass der Personalmangel mehr als eine Zahl ist. Es geht um Würde – für die Gepflegten und die Pflegenden. „Eine menschenwürdige Pflege ist untrennbar mit guten Arbeitsbedingungen verbunden“, lautete ein zentrales Fazit.

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, kritisierte strukturelle Defizite: fehlende Entscheidungsspielräume und soziale Ungleichheit beim Zugang zu Leistungen. Die hohe Belastung und mangelnde Perspektiven führen zu massiver Fluktuation. Der Ethikrat will nun konkrete Reformvorschläge erarbeiten.

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Digitalisierung erfordert milliardenschwere Qualifizierungsoffensive

Während über Grundbedingungen gestritten wird, schreitet die technologische Revolution unaufhaltsam voran. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eröffnete am 23. Januar neue Standorte, die sich auf KI in der Medizin spezialisieren.

Solche Systeme können Diagnosen unterstützen und die Qualität steigern. Doch sie stellen das Personal vor enorme Herausforderungen. Die Einführung erfordert umfassende Schulungen. Krankenhausverbände fordern seit Langem mehr Tempo bei der Digitalisierung, verweisen aber auf den immensen Fortbildungsbedarf. Gelingt es nicht, die Belegschaft mitzunehmen, droht die Technik zu scheitern.

Neue Gesetze 2026: Mehr Kompetenz, mehr Geld, mehr Verantwortung

Das Jahr 2026 bringt rechtliche Weichenstellungen mit direktem Einfluss auf die Personalentwicklung. Eine Kernreform: Pflegefachpersonen erhalten erweiterte heilkundliche Befugnisse, die früher Ärzten vorbehalten waren. Seit 1. Januar wird die konkrete Ausgestaltung verhandelt. Ziel ist ein attraktiverer Beruf und bessere Teamarbeit.

Parallel wurde der Krankenhaus-Transformationsfonds aktiviert. Bis 2035 stehen bis zu 50 Milliarden Euro für die Modernisierung von Kliniken bereit – auch für Digitalisierung und Qualifizierung. Ergänzt wird dies durch eine im Laufe des Jahres wirksame Anhebung des Pflegemindestlohns.

Investition in Personal ist Investition in die Zukunft

Die Lage ist angespannt. Wie in Nachbarländern Österreich oder der Schweiz wird der Fachkräftemangel als größtes Wachstumsrisiko gesehen. In Deutschland verschärft die finanzielle Krise der gesetzlichen Krankenkassen den Druck. Anja Piel vom DGB warnte jüngst vor steigenden Kosten, die Investitionen begrenzen.

Experten fordern ein Umdenken: Personalentwicklung darf nicht als Kostenfaktor, sondern muss als strategische Zukunftsinvestition betrachtet werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Praxis tragen. Der Erfolg hängt davon ab, ob es gelingt, bestehendes Personal durch Karrierewege und Weiterbildung zu halten. Die Zeit drängt.

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