DGB und BDA sehen Licht und Schatten bei RentenvorschlÀgen
23.06.2026 - 21:02:42 | dpa.deDGB-Chefin Yasmin Fahimi begrĂŒĂte in einem ZDF-"spezial" das Bekenntnis der Kommission, dass es eine lebensstandardsichernde Rente fĂŒr alle geben mĂŒsse. Damit sei auch klar, dass es etwas steigender BeitrĂ€ge und mehr ErwerbstĂ€tigen bedĂŒrfe, die in die Rentenkassen einzahlen. Es gebe in dem Vorschlagspaket "ein paar richtige Tendenzen", aber auch UnschĂ€rfen und Ungerechtigkeiten, urteilte Fahimi.
Die DGB-Vorsitzende lehnte etwa den Vorschlag fĂŒr ein Aus der vorzeitigen Rente ohne AbschlĂ€ge - frĂŒher ab 63, heute ab 64,5 Jahren - ab. Es gehe um Menschen, die im Schnitt zehn Jahre mehr eingezahlt hĂ€tten als restliche Rentenbezieher. Die bisherige Regelung sei fair und mĂŒsse beibehalten werden.
"BrĂŒcken" fĂŒr Menschen, die nicht bis zur Rente arbeiten können
Sie forderte "solide BrĂŒcken" fĂŒr jene ErwerbstĂ€tigen, die aus gesundheitlichen GrĂŒnden es nicht schafften, bis zum regulĂ€ren Renteneintrittsalter zu arbeiten. Erwerbsminderungsrente und die Rente fĂŒr Schwerbehinderte mĂŒssten so umgebaut und erweitert werden, dass die Menschen mit Teilrente und Teilzeit das Rentenalter erreichen können.
Fragen bleiben bei Fahimi auch bei der vorgeschlagenen "Kapitalrente" offen, die das Rentenniveau stabilisieren soll. DafĂŒr soll der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hĂ€lftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht werden. Die DGB-Chefin verwies darauf, dass es mit der betrieblichen Altersvorsorge auf tariflicher Basis bereits eine zweite SĂ€ule gebe. Hier gehöre der geplante verpflichtende Beitrag hinein, nicht in die umlagefinanzierte erste SĂ€ule der Altersversorgung.
BDA attestiert Regierung "politischen Mut"
Licht und Schatten sieht auch der Arbeitgeberverband BDA in den Kommissionsideen. BDA-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steffen Kampeter hob in der ZDF-Sendung hervor, es zeuge von "politischem Mut", dass sich die Bundesregierung uneingeschrĂ€nkt hinter die VorschlĂ€ge stelle. "Das ist schon sehr was AnstĂ€ndiges, was die Politik da will", rĂ€umte Kampeter ein. Das bedeute nicht, dass die Wirtschaft "alles super" daran finde.
Kampeter sieht vor allem zwei Punkte kritisch. Die Zwangsverpflichtung fĂŒr die "Kapitalrente" koste Milliarden und konterkariere das Ziel der Regierung, Arbeit in Deutschland tragfĂ€higer zu machen. Sollte man daran festhalten wollen, mĂŒsse es eine Entlastung an derer Stelle in gleicher GröĂenordnung geben. Auch die geplante Abschaffung der Minijobs kritisierte der BDA-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer.
