GitHub kämpft gegen Flut von KI-generiertem Code
04.02.2026 - 22:23:12Die Microsoft-Plattform GitHub erwägt radikale Maßnahmen, um die wachsende Flut minderwertiger, oft KI-generierter Code-Beiträge einzudämmen. Diese überfordert zunehmend die Open-Source-Gemeinschaft und gefährdet das freiwillige Ökosystem.
„KI-Schrott“ bedroht Open-Source-Projekte
Entwickler und Maintainer berichten von einer Flut unbrauchbarer Pull Requests. Diese Beiträge erfüllen oft keine Projektstandards, werden halbfertig aufgegeben und zeigen deutliche Spuren KI-generierter Arbeit ohne menschliche Prüfung. Für die meist ehrenamtlichen Projektbetreuer bedeutet das eine enorme Belastung. Sie verbringen wertvolle Zeit mit dem Aussortieren von Spam-Beiträgen anstatt Software zu verbessern.
„Das Verhältnis von sinnvollen zu schlechten Beiträgen ist untragbar geworden“, beschreibt ein Maintainer die Situation. Schätzungen gehen davon aus, dass nur jeder zehnte mit KI erstellte Pull Request überhaupt den Mindeststandards entspricht. Der traditionelle Review-Prozess, bei dem Code Zeile für Zeile geprüft wird, wird so zunehmend unhaltbar.
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GitHub plant Werkzeugkasten für Maintainer
Als Reaktion auf den Notstand der Community prüft GitHub nun einen Mix aus Sofortmaßnahmen und langfristigen Lösungen. Produktmanagerin Camilla Moraes bestätigte in einer Diskussion, dass das Unternehmen aktiv an Lösungen arbeite.
Für eine schnelle Entlastung stehen zwei Optionen im Raum:
* Konfigurierbare PR-Berechtigungen: Repository-Besitzer könnten Beiträge auf vorab genehmigte Mitwirkende beschränken oder Pull Requests ganz deaktivieren.
* Direktes Löschen: Maintainer sollen unerwünschte PRs direkt aus der Oberfläche entfernen können, um Spam schnell zu beseitigen.
Langfristig denkt GitHub über intelligente Triaging-Tools nach, die selbst KI nutzen, um Beiträge automatisch vorzubewerten. Auch Transparenz-Labels für KI-generierte Beiträge werden erwogen.
Open-Source-Kultur vor Zerreißprobe
Die Debatte zwingt die Open-Source-Welt zu einem grundsätzlichen Richtungsentscheid. Schon jetzt ergreifen Projekte wie das Terminal-Programm ‚Ghostty‘ oder große Namen wie LLVM und QEMU harte Maßnahmen. Sie verbieten KI-generierte Beiträge von externen Entwicklern teilweise komplett.
Hier kollidieren zwei Grundwerte: Die offene Kultur, die Beiträge von allen will, und die praktische Notwendigkeit, Qualität zu sichern und Burnout bei Maintainern zu verhindern. GitHub betont, dass es nicht um KI an sich gehe, sondern um das durch sie verstärkte Volumen problematischer Beiträge.
Balanceakt zwischen Offenheit und Qualität
Die gesamte Software-Branche blickt nun auf GitHub. Die hier entwickelten Lösungen könnten die Zusammenarbeit in der KI-Ära neu definieren. Die große Herausforderung wird sein, die notwendigen Schutzmaßnahmen gegen „KI-Schrott“ so zu gestalten, dass sie legitime Beiträge – auch von KI-unterstützten Neueinsteigern – nicht ersticken. Der Ausgang dieses Balanceakts wird Maßstäbe setzen, wie Kollaborationsplattformen mit der disruptiven Kraft Künstlicher Intelligenz umgehen.
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