Glencore, Aktie

Glencore Aktie: 1,5 Millionen Tonnen Kupfer gefährdet

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IEA warnt vor Kupferdefizit, Kobaltpreise steigen massiv. Glencore profitiert von steigenden Rohstoffpreisen, Analysten sehen Kurspotenzial.

Glencore Aktie: Rohstoffknappheit treibt Kupfer- und Kobaltpreise
Abstrakte Darstellung eines dunklen Erzvorkommens mit schimmernden Kupferadern, umgeben von einer staubigen Atmosphäre, die Risiko im Bergbau darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Rohstoffmärkte stehen vor einer Phase erheblicher Volatilität, die insbesondere den Bergbaukonzern Glencore betrifft. Während sich die Versorgungslage bei kritischen Mineralien weltweit verschärft, rückt das Unternehmen laut Berichten von Kalkine Media wieder verstärkt in das Blickfeld der Investoren an der Londoner Börse. Hintergrund sind neue Analysen zur Marktsituation in der Demokratischen Republik Kongo (DRC), einem der wichtigsten Standorte für die Kupfer- und Kobaltförderung des Konzerns.

Drohende Engpässe bei der Kupferproduktion

Die International Energy Agency (IEA) warnt in ihrem Global Critical Minerals Outlook 2026 vor einer deutlichen Verschlechterung der Kupferversorgung. Ein wesentlicher Grund hierfür ist ein akuter Mangel an Schwefelsäure, die für die Gewinnung des Metalls unerlässlich ist. Störungen in der Straße von Hormus sowie Exportbeschränkungen Chinas für Schwefel haben die Situation verschärft. Laut IEA sind dadurch allein in der Demokratischen Republik Kongo rund 1,5 Millionen Tonnen der Kupferproduktion gefährdet.

Für das laufende Jahr prognostiziert die IEA ein globales Defizit am Kupfermarkt. Im Basisszenario wird mit einer Lücke von 0,6 Millionen Tonnen gerechnet, die sich in einem pessimistischen Szenario auf bis zu 1,5 Millionen Tonnen ausweiten könnte. Die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer soll demnach auf 28,8 Millionen Tonnen steigen. Diese Verknappung spiegelt sich in den Preisprognosen wider: Die IEA hält im bullischen Fall Preise von bis zu 13.500 US-Dollar pro Tonne für möglich, während das Basisszenario zwischen 10.500 und 11.500 US-Dollar liegt.

Kobaltpreise ziehen massiv an

Parallel zur Kupferproblematik verzeichnet der Markt für Kobalt extreme Preisbewegungen. Medienberichten zufolge sind die Preise für das Batteriemetall zwischen Januar 2025 und April 2026 um 130 % gestiegen. Ursächlich hierfür sind vor allem Exportbeschränkungen in der DRC, die den globalen Fluss des Materials hemmen. Glencore nimmt als einer der weltweit führenden Kobaltproduzenten in dieser Gemengelage eine Schlüsselrolle ein.

Zusätzlich verschärfen internationale Handelskonflikte die Lage. Die IEA weist darauf hin, dass die hohe Konzentration bei der Weiterverarbeitung von Rohstoffen und neue Exportkontrollen – insbesondere aus China – die Risiken für westliche Industrien erhöhen. So haben chinesische Kontrollen bei schweren Seltenen Erden bereits zu Produktionskürzungen bei Automobilherstellern geführt.

Analysten sehen deutliches Potenzial

Trotz der operativen Herausforderungen durch die Schwefelsäure-Knappheit bleibt die Stimmung unter Marktbeobachtern konstruktiv. Analysten bewerten die Aktie in aktuellen Einschätzungen mehrheitlich mit „Moderate Buy“. Das Konsens-Kursziel wird dabei auf 1.755 GBX taxiert, was einem erheblichen Aufschlag zum derzeitigen Niveau entspräche. Die Experten verweisen dabei auf die solide Marktposition des Konzerns in einem Umfeld steigender Rohstoffpreise.

An der Börse zeigte sich der Wert zuletzt stabil und notierte bei einem Schlusskurs von 6,05 €. Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 30,22 % zulegen, womit es zu den stärkeren Titeln im Sektor gehört. Dennoch verbleibt ein Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -15,97 %, das am 3. Juni 2026 bei 7,20 € markiert wurde. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich umgerechnet auf 72,22 Milliarden €. Mit Blick auf die Dividendenrendite, die von Medienberichten mit 2,46 % angegeben wird, bleibt der Konzern auch für einkommensfokussierte Anleger von Interesse, während das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zuletzt mit über 230 sehr hoch ausgewiesen wurde.

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