Allianz Trade / Globale LĂ€nderrisiken sinken trotz intensiver ...
Veröffentlicht: 16.02.2026 um 09:16 Uhr, dpa.deGlobale LÀnderrisiken sinken trotz intensiver Handelsspannungen - aber höhere Risiken in Frankreich, Belgien und den USA Hamburg (ots) -
- Allianz Trade LĂ€nderrisikoatlas: Globale LĂ€nderrisiken im Jahr 2025 verbessert: 36 LĂ€nderrisiken sinken (Vorjahr: 48), nur 14 steigen (Vorjahr: 5) - GroĂe Fische: Frankreich, Belgien und die USA mit höheren Risiken herabgestuft - Hinweis auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken fĂŒr Unternehmen - Von AA1 auf A1: Risiko bleibt insgesamt niedrig, aber Herabstufung als Hinweis auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken fĂŒr Unternehmen
Zum dritten Mal veröffentlicht der weltweit fĂŒhrende Kreditversicherer Allianz Trade heute seinen LĂ€nderrisikoatlas, der die wirtschaftlichen Aussichten, Risiken und Chancen in 83 LĂ€ndern bewertet, die etwa 94 % des globalen BIP ausmachen. Die Analyse basiert auf einem unternehmenseigenen Risikobewertungsmodell, das vierteljĂ€hrlich mit den neuesten wirtschaftlichen Entwicklungen und den Unternehmensdaten von Allianz Trade aktualisiert wird.
Die Experten haben 36 LÀnder aufgrund von sinkenden Risiken "heraufgestuft" und lediglich 14 aufgrund steigender Risiken "herabgestuft". Insgesamt sinken also globale LÀnderrisiken trotz intensiver Handelsspannungen und vielfÀltigen Risiken (politischer, geopolitischer und fiskalischer Art) deutlich - entgegen der Erwartungen. Allerdings sind unter den LÀndern mit höheren Risiken keine Unbekannten.
"Sinkende globale LĂ€nderrisiken sind zunĂ€chst eine sehr gute Nachricht fĂŒr die exportorientierte deutsche Wirtschaft", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz. "Allerdings sind unter den 14 LĂ€ndern mit steigenden Risiken keine 'kleinen Fische': Insbesondere Frankreich, Belgien und die USA gehören zu den wichtigsten Handelspartnern der Deutschen. Sie machen zusammen rund ein FĂŒnftel der deutschen Exporte aus. Es bleibt also komplex. Die Herabstufung dieser LĂ€nder von jeweils AA1 auf A1 bedeutet zwar weiterhin ein insgesamt niedriges LĂ€nderrisiko, es deutet aber auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken fĂŒr Unternehmen hin."
Kompass fĂŒr Unternehmen fĂŒr kurz- und mittelfristige LĂ€nderrisiken
Die Allianz Trade Analyse berĂŒcksichtigt dabei eine Vielzahl an kurz- und mittelfristigen Risiken, die entsprechend gewichtet werden.
"Unsere Ratings beinhalten Analysen und Einblicke in das wirtschaftliche, politische und geschĂ€ftliche Umfeld sowie in Nachhaltigkeitsfaktoren, die die Trends beim Zahlungsausfallrisiko fĂŒr Unternehmen auf makroökonomischer Ebene beeinflussen", sagt Luca Moneta, Senior Volkswirt fĂŒr Emerging Markets bei Allianz Trade. "Jedes Rating kombiniert 17 kurzfristige und 18 mittelfristige Indikatoren und dient EntscheidungstrĂ€gern als pragmatischer Kompass in einer Welt voller Krisen. Es hilft ihnen, VolatilitĂ€t zu bewĂ€ltigen, Cashflows zu schĂŒtzen und Risikobewusstsein in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln."
Entgegen den Erwartungen hat sich das globale LĂ€nderrisiko im Jahr 2025 verbessert
Der Trend, dass insgesamt globale LĂ€nderrisiken sinken, unterstreicht die fiskalischen, monetĂ€ren und handelsbezogenen BewĂ€ltigungsmechanismen, die in Zeiten hoher Unsicherheit tendenziell zum Tragen kommen. Zu den 36 Volkswirtschaften mit verbesserten Ratings gehören Argentinien, Ecuador, Ungarn, Italien, Spanien, die TĂŒrkei und Vietnam.
"Im Jahr 2025 waren die Heraufstufungen in erster Linie auf stĂ€rkere makroökonomische Fundamentaldaten zurĂŒckzufĂŒhren, die durch die Fiskal- und Geldpolitik unterstĂŒtzt wurden", sagt Ana Boata, Head of Macroeconomic Research bei Allianz Trade. "In mehreren SchwellenlĂ€ndern ermöglichten bessere Finanzierungsbedingungen, eine Aufwertung der lokalen WĂ€hrungen und höhere Rohstoffpreise eine RĂŒcknahme der Transfer- und KonvertibilitĂ€tsbeschrĂ€nkungen, einem wichtigen Aspekt des politischen Risikos. Unter den Volkswirtschaften mit hohem Einkommen stĂ€rkten eine verbesserte politische StabilitĂ€t, eine rĂŒcklĂ€ufige Inflation und eine bessere Handelsbilanz die WiderstandsfĂ€higkeit in ganz Europa (insbesondere in Deutschland, Griechenland, Italien und Spanien) und im asiatisch-pazifischen Raum (einschlieĂlich SĂŒdkorea und Vietnam)."
Breite Verbesserungen verdecken anhaltende mittelfristige Risiken fĂŒr Unternehmen
Die Zahl der Herabstufungen erscheint mit 14 zwar relativ gering, im Vergleich zu 2024 hat sich diese allerdings von auf 14 fast verdreifacht. DarĂŒber hinaus sind einige wichtige Volkswirtschaften wie Frankreich, Belgien und die USA auf der Liste vertreten, was die anhaltenden mittelfristigen Herausforderungen fĂŒr Unternehmen unterstreicht.
"Die WiderstandsfĂ€higkeit nimmt zu, aber in wichtigen Volkswirtschaften bestehen weiterhin Risikokonzentrationen", sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade. "So haben wir im vergangenen Jahr in sieben MĂ€rkten eine Verschlechterung des mittelfristigen makroökonomischen Umfelds beobachtet, in 18 MĂ€rkten zeichnete sich eine Verbesserung ab. Zu diesen Verschlechterungen zĂ€hlen jedoch Belgien, Brasilien, Frankreich und die USA, die zusammen etwa ein Drittel des globalen BIP ausmachen, also zehnmal so viel wie die Volkswirtschaften, in denen eine Verbesserung zu verzeichnen war. Die Weltwirtschaft durchlĂ€uft eine der turbulentesten Phasen seit Jahrzehnten, in der sich Schocks und strukturelle VerĂ€nderungen wie KI, Demografie, Klimawandel, Handel und Regulierung ĂŒberschneiden. Die Unsicherheit bleibt hoch, und Unternehmen mĂŒssen einen selektiven, lĂ€nderspezifischen Ansatz verfolgen, damit sie ihr GeschĂ€ft ausbauen und gleichzeitig ihre Vermögenswerte schĂŒtzen können. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines detaillierten, vorausschauenden Risikomanagements, das ĂŒber die Schlagzeilen-Ratings hinausgeht. Die kontinuierliche Ăberwachung der Transfer- und KonvertibilitĂ€tsbedingungen, der fiskalischen Entwicklung und der Handelsrisiken wird entscheidend sein, um Wendepunkte zu antizipieren."
Die vollstÀndige Studie (ENG, pdf) finden Sie hier:
https://bit.ly/4qCtseI
Allianz Trade ist weltweiter MarktfĂŒhrer im KreditversicherungsgeschĂ€ft und anerkannter Spezialist fĂŒr BĂŒrgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfĂŒgt ĂŒber mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im LiquiditĂ€ts- und Forderungsmanagement zu unterstĂŒtzen.
Ăber das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die Allianz Trade Gruppe tĂ€glich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen MĂ€rkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.
Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und gibt den weltweit ĂŒber 70.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre GeschĂ€fte und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.
Das Unternehmen ist in ĂŒber 40 LĂ€ndern vertreten und beschĂ€ftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter weltweit. 2024 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 3,8 Milliarden und versicherte weltweit GeschĂ€ftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.
Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de
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