ROUNDUP, Sartorius

Sartorius prÀsentiert neue Mittelfristziele - Aktie zieht an

17.03.2026 - 13:56:54 | dpa.de

GÖTTINGEN - Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 sieht sich in den kommenden Jahren weiter im Aufwind.

(neu: weitere Analystenstimmen und Aussagen vom Kapitalmarkttag, Kurs aktualisiert.)

GÖTTINGEN (dpa-AFX) - Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 sieht sich in den kommenden Jahren weiter im Aufwind. Dabei setzt der Konzern auf den weiteren Vormarsch der Biotech-MĂ€rkte und will sich entsprechend ausrichten. So sollen Kernkompetenzen gestĂ€rkt und "aufstrebende" GeschĂ€ftsfelder gezielt ausgebaut werden, wie der seit Juli vergangenen Jahres amtierende neue Konzernchef Michael Grosse auf dem Kapitalmarkttag in Göttingen erlĂ€uterte. Die dort vorgestellten neuen Mittelfristziele liegen zwar unter den bisherigen Markterwartungen - Analysten Ă€ußerten sich nach wenigen ersten skeptischen Kommentaren aber doch noch in Summe zufrieden. Die Aktien von Sartorius und seiner Biotech-Tochter bekamen Schub.

Die im MDax gelisteten Sartorius-Anteile notierten am frĂŒhen Nachmittag um fast sechs Prozent höher. Und fĂŒr die Anteile an Sartorius Stedim Biotech ging es in Paris zuletzt um 6,8 Prozent auf 171 Euro hoch.

Der Kapitalmarkttag sei als Chance fĂŒr das neue Management gesehen worden, die Erwartungen neu zu justieren, erklĂ€rte Jefferies-Experte James Vane-Tempest. Laut Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan implizieren die neuen Mittelfristziele zwar am Ende des Jahrzehnts eine um vier Prozent schwĂ€chere Marge als bisher am Markt erwartet. Allerdings habe es bereits Erwartungen unter Investoren gegeben, dass Sartorius seine mittelfristigen Ambitionen abschwĂ€chen könnte. Angesichts des jĂŒngst schwachen Laufs der Aktie hatte der Experte deshalb mit einem Kursanstieg gerechnet.

Charles Weston von der kanadischen Bank RBC hob auf Aussagen von Finanzvorstand Florian Funck ab. Dieser habe auf der Veranstaltung angedeutet, dass Fusionen und Übernahmen in Zukunft weniger bedeutend sein wĂŒrden als in der Vergangenheit. Daher spiegeln aus Sicht von Weston die neuen mittelfristigen Ziele ein ĂŒberdurchschnittliches Konzernumsatzwachstum aus eigener Kraft wider.

Auf dem Kapitalmarkttag erlĂ€uterten Grosse und sein Management-Team ihre Erwartungen an die kĂŒnftigen Entwicklungen der AbsatzmĂ€rkte, und wie sie darauf reagieren wollen. So geht der Konzern davon aus, dass bis Ende des Jahrzehnts biotechnologisch hergestellte Medikamente und Therapien rund 57 Prozent der weltweiten PharmaumsĂ€tze ausmachen werden. Angesichts dieser Perspektiven werde Sartorius seine fĂŒhrende Rolle in Feldern wie etwa Einweg-Technologien, Zellanalytik und Prozessintensivierung weiter festigen, hieß es.

KĂŒnftige Wachstumschancen sieht das Management zudem etwa bei Zell- und Gentherapien, in der Prozessanalytik und in fortschrittlichen Zellmodellen sowie in Plattformen fĂŒr analytische Charakterisierung und QualitĂ€tskontrolle. Nach diversen ZukĂ€ufen in der Vergangenheit sieht sich der Konzern generell bereits gut in wichtigen strategischen Bereichen aufgestellt. "Wir haben keine grĂ¶ĂŸeren weißen Spots", sagte Finanzchef Funck. ErgĂ€nzende Übernahmen seien aber weiterhin möglich, etwa um eine technologische LĂŒcke zu fĂŒllen.

Mit ihrem Wachstum wollen die Göttinger so in den kommenden Jahren die relevanten MĂ€rkte jĂ€hrlich um etwa 100 bis 200 Basispunkte ĂŒbertreffen. Grosse sprach vor den Analysten von "ambitionierten" Zielen, die aber erreichbar seien. Auf Konzernebene peilt der Vorstandschef damit fĂŒr die Jahre ab 2027 ein organisches Umsatzplus von 8 bis 11 Prozent pro Jahr an. Beide Sparten sollen hierzu beitragen - wobei das BioprozessgeschĂ€ft mit wechselkursbereinigt 9 bis 12 Prozent stĂ€rker zulegen soll als das LaborgeschĂ€ft, das um 5 bis 7 Prozent wachsen dĂŒrfte.

Zugleich will Sartorius seine ProfitabilitĂ€t weiter steigern. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) des Konzerns soll jĂ€hrlich um rund 0,50 bis 0,75 Prozentpunkte klettern. Das laufende Jahr wird laut dem Vorstand aber noch ein "Übergangsjahr" auf diesem Weg. Angepeilt ist fĂŒr 2026 - wie bereits seit Februar bekannt - ein leichter Margenanstieg auf etwas ĂŒber 30 Prozent nach 29,7 Prozent im Vorjahr.

Laut JPMorgan-Analyst Vosser impliziert die Mittelfristprognose eine Ergebnismarge von 32,8 Prozent im Jahr 2030. Dagegen hatte noch vor zwei Jahren Grosses VorgÀnger Joachim Kreuzburg zum Kapitalmarkttag das Ziel einer Marge von rund 34 Prozent bereits im Jahr 2028 ausgerufen.

TatsĂ€chlich hatte Sartorius die vergleichsweise hohe Marge von 34,1 Prozent im Boom- und Pandemiejahr 2021 erzielt. Seinerzeit hatte der Konzern allerdings massiv von der hohen Nachfrage etwa fĂŒr die Produktion von Impfstoffen profitiert. Im Anschluss an die Pandemie brach der Bedarf wegen der noch hohen LagerbestĂ€nde bei den Abnehmern deutlich ein - und mit ihm die Margen der Niedersachsen. Inzwischen liegen diese Probleme aber weitestgehend hinter dem Konzern.

Wesentliche Treiber der kĂŒnftigen Entwicklung sieht das Unternehmen den jetzigen Angaben zufolge vor allem in Skaleneffekten und in einem steigenden Umsatzanteil der margenstarken Verbrauchsmaterialien, aber auch in Optimierungen des tĂ€glichen GeschĂ€fts. So will Sartorius etwa seine Lieferketten noch besser aufstellen und die ProduktqualitĂ€t und Effizienz der Serviceleistungen weiter steigern.

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