Gold, Bodenbildung

Gold: Bodenbildung nach Job-Schock

03.07.2026 - 21:38:40 | boerse-global.de

Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben den Goldpreis an und lassen Zinserhöhungserwartungen sinken. Analysten sehen erste Anzeichen einer Bodenbildung.

Goldpreis erholt sich nach schwachem Quartal und Job-Schock
Gold - Ein glänzender Goldbarren ruht auf einer dunklen Fläche, im Hintergrund eine angedeutete aufwärts gerichtete Kurslinie. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach dem schwächsten Quartal seit 13 Jahren dreht der Goldpreis wieder nach oben. Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat dem Edelmetall am Donnerstag und Freitag kräftig Auftrieb gegeben — und steuert nun auf den ersten Wochengewinn seit fünf Wochen zu.

Schwache Jobzahlen drücken Dollar und Zinserwartungen

Die Feinunze Gold kletterte am Freitagnachmittag auf rund 4.166 Dollar, gut 44 Dollar mehr als am Vortag. Auslöser war der US-Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag: Die amerikanische Wirtschaft schuf im Juni nur halb so viele neue Stellen wie erwartet. Die Folge: Anleger rechnen nun mit einem längeren Zögern der US-Notenbank bei der nächsten Zinserhöhung, der Dollar gab nach — und ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger.

Commerzbank-Rohstoffanalyst Carsten Fritsch hält die Reaktion für "überzogen", da der Markt weiterhin von einer Zinserhöhung in den USA ausgehe. Allerdings sei auch der vorangegangene Preisrückgang deutlich stärker ausgefallen, als es die veränderten Zinserwartungen allein erklären könnten. Der aktuelle Anstieg sei daher auch eine Gegenbewegung auf diesen zuvor übertriebenen Rückgang.

Erste Anzeichen einer Bodenbildung

Der Rückblick zeigt das Ausmaß der vorangegangenen Korrektur: Im zweiten Quartal hatte Gold um 14 Prozent nachgegeben — der stärkste Quartalsverlust seit 13 Jahren. Fritsch verweist darauf, dass Preisrückgänge unter der Marke von 4.000 Dollar bislang nur von kurzer Dauer waren. Das spreche für eine Bodenbildung. Solange die Zinserhöhungserwartungen nicht wieder spürbar zunehmen, dürfte Gold nach seiner Einschätzung nicht weiter fallen.

Auch charttechnisch mehren sich Signale für eine Stabilisierung. Der MACD-Indikator dreht ins Positive, der RSI bewegt sich aus überverkauftem Terrain heraus — beides deutet auf einen allmählichen Aufbau von Kaufdruck hin.

Der neue Fed-Chef Kevin Warsh gerät durch die schwachen Arbeitsmarktdaten unterdessen weniger unter Zugzwang. Die Daten dämpften den Handlungsdruck für eine baldige Zinsentscheidung deutlich, was ihm mehr Zeit verschafft, die Lage zu beobachten. Für den Goldpreis bleibt damit vorerst der Rückenwind erhalten, den ein zögerlicher Zinskurs der US-Notenbank typischerweise mit sich bringt.

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