Gold, Ruhe

Gold: Ruhe vor der Fed-Woche

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Goldpreis zeigt sich trotz Ölpreisschock und Dollarstärke robust. Zentralbankkäufe, besonders aus China, stützen das Edelmetall vor der Fed-Woche.

Goldpreis zwischen Nahost-Konflikt und Fed-Zinsentscheidung
Ein glänzender Goldbarren auf einer dunklen Schieferplatte bei gedimmter, professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwischen eskalierendem Nahost-Konflikt und einer bevorstehenden Zinsentscheidung sucht der Goldpreis gerade seine Richtung. Nach einem kräftigen Rücksetzer am Donnerstag hat sich das Edelmetall am Freitag wieder gefangen — und steuert trotz aller Turbulenzen auf ein Wochenplus zu.

Zwischen Ölschock und Dollarstärke

Die Feinunze kostete am Freitagnachmittag rund 4.065 Dollar, nachdem sie zur Wochenmitte noch deutlich höher gestanden hatte. Auslöser des Rücksetzers war der sprunghafte Anstieg des Ölpreises: Brent kletterte kurzzeitig über die Marke von 100 Dollar je Barrel, nachdem die USA ihre Angriffe auf Iran fortgesetzt hatten und die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz zwei saudische Öltanker im Roten Meer attackierte. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen — und das nährt paradoxerweise die Wetten auf steigende statt fallende Zinsen der US-Notenbank.

Genau das belastet Gold als zinslose Anlage. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 29 Prozent für eine Zinserhöhung bei der kommenden Fed-Sitzung ein. Der Analystenblick bleibt gemischt: Während einige Häuser mit unveränderten Zinsen rechnen, gehen andere von weniger klaren Signalen der neuen Fed-Führung aus. Hinzu kommt ein festerer Dollar, der als sicherer Hafen gefragt ist und Gold für Käufer außerhalb der USA verteuert.

Notenbanken kaufen gegen den Trend

Einen Gegenpol zur kurzfristigen Nervosität bildet die Nachfrage der Zentralbanken. Sie hat zuletzt spürbar angezogen, viele Institutionen nutzen schwächere Kurse offenbar gezielt zum Bestandsaufbau. Besonders auffällig ist China: Kaufte die chinesische Notenbank 2025 insgesamt 27 Tonnen Gold, waren es allein in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits 40 Tonnen.

Hedgefonds-Manager John Paulson sieht darin ein strukturelles Signal. Er äußerte sich zuletzt optimistisch und begründete seine Haltung mit schwindendem Vertrauen in Papierwährungen — ein Umfeld, von dem Gold langfristig profitiere.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt: Die Zone zwischen 4.024 und 4.040 Dollar gilt als kritische Unterstützung, während Widerstände bei 4.067 bis 4.085 Dollar liegen. Die kommende Fed-Sitzung dürfte zeigen, welche der beiden Kräfte — geopolitische Risikoprämie oder Zinserwartungen — im Goldpreis vorerst die Oberhand behält.

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