Goldpreis erholt sich auf 4.342 Dollar: Erholung nach brutalem Abverkauf durch Iran-Krieg und starken US-Dollar
24.03.2026 - 16:22:44 | ad-hoc-news.deDer Goldpreis zeigt am Dienstag, 24. März 2026, eine deutliche Erholung und notiert bei 4.342 US-Dollar pro Feinunze Spot-Gold. Dies folgt auf einen dramatischen Abverkauf am Vortag, als der Preis zeitweise auf 4.100 Dollar abrutschte. Der Grund für diese Volatilität liegt in der Gemengelage aus geopolitischer Eskalation im Iran-Konflikt, einem starken US-Dollar und steigenden Renditen US-Staatsanleihen, die die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls mindern.
Stand: Dienstag, 24. März 2026, 17:22 Uhr MEZ (Europe/Berlin)
Iran-Konflikt als Treiber: Kein klassischer Safe-Haven-Effekt
Der anhaltende Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und Inflationsängste geschürt. Am 23. März 2026 startete der Spot-Goldpreis bei 4.389,12 US-Dollar und fiel zunächst massiv, bevor eine Gegenreaktion einsetzte. Entgegen Erwartungen diente Gold nicht als unmittelbarer sicherer Hafen, da der US-Dollar als Alternative profitiert. Ein Post von Donald Trump auf Truth Social über angebliche Gespräche mit dem Iran sorgte kurzfristig für Rallyes an den Märkten, wurde jedoch vom Iran dementiert. Dies führte zu einer Eintagsfliege-Erholung, während der Goldpreis unter Druck blieb.
Die Blockade der Straße von Hormuz und Angriffe auf Ölanlagen verstärken den Energiepreisschock. Höhere Ölpreise treiben die Inflation und reduzieren die Aussichten auf Fed-Zinssenkungen, was Gold belastet. Analysten wie Carsten Fritsch von der Commerzbank betonen, dass Gold in dieser Krise seine traditionelle Rolle als Krisenwährung nicht ausfüllt.
Starker US-Dollar und Zinsdruck dominieren die Preisentwicklung
Ein zentraler Faktor ist der aufgewertete US-Dollar seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Da Gold weltweit in Dollar gehandelt wird, macht ein starker Greenback das Metall für Nicht-Dollar-Käufer teurer und dämpft die Nachfrage. Parallel steigen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, was zinstragende Anlagen attraktiver macht. Marktteilnehmer rechnen nun nur noch mit einer Fed-Zinssenkung im Jahr 2026, statt zwei zuvor.
Fed-Chef Jerome Powell warnte kürzlich, dass höhere Energiepreise die Inflation antreiben könnten. Dies schränkt Zinssenkungsspielräume ein. Am 23. März fiel der LBMA-Goldpreis in London zeitweise auf 4.955 Dollar, ein Rückgang um 40 Dollar zum Vortag. Der COMEX-Gold-Future für den Frontmonat spiegelt ähnliche Bewegungen wider, mit einem Test der 4.338-Dollar-Unterstützung.
Unterschiede zwischen Spot, LBMA-Benchmark und COMEX-Futures
Es ist entscheidend, Spot-Gold vom LBMA-Benchmark und COMEX/CME-Futures zu unterscheiden. Der Spot-Preis, der unmittelbare Lieferung widerspiegelt, notierte am 24. März bei 4.342 Dollar. Der LBMA Gold Price, ein zweimal täglich fixierter Benchmark, orientiert sich am Londoner Over-the-Counter-Markt. COMEX-Futures, die auf dem CME gehandelt werden, zeigen derzeit eine leichte Prämie zum Spot, testen jedoch gleiche Unterstützungsniveaus bei 4.338 Dollar. Divergenzen entstehen durch Roll-over-Effekte in Futures und physische Lieferungsängste, die im Spot stärker wirken.
In Europa notiert Gold in Euro bei etwa 3.980 Euro pro Feinunze, beeinflusst durch den schwachen Euro. Für DACH-Investoren mindert der Währungseffekt die Rendite, verstärkt aber den Inflationsschutz-Aspekt.
Technische Analyse: Test kritischer Unterstützungsniveaus
Technisch testet der Goldpreis die obere Begrenzung einer vorherigen Trading-Zone bei 4.382 Dollar. Sollte diese fallen, drohen Verluste bis 3.887 Dollar. Exponentielle gleitende Durchschnitte (21-, 34- und 55-Wochen) signalisieren jedoch einen intakten Aufwärtstrend. Der 34-Wochen-Durchschnitt bei 4.338 Dollar hält stand, der RSI bleibt über 52 und gibt Kaufsignale. Vom Allzeithoch von 5.598 Dollar im Januar ist der Preis um über 22 Prozent gefallen, doch der Trend bleibt bullisch.
Gewinnmitnahmen nach den Rekordjahren 2024 und 2025 (zweistellige Gewinne) verstärken den Druck. ETF-Abflüsse, etwa aus GLD, unterstützen dies, während physische Nachfrage aus Asien stabil bleibt.
Europäische Perspektive: EZB-Politik und DACH-Relevanz
In Europa betont die EZB ihre Entschlossenheit bei der Inflationsbekämpfung. Berechnungen der Deutschen Bank sehen bis Jahresende drei EZB-Zinsschritte, mit einem Euro-Leitzins bei 2,75 Prozent. Dies schmälert Golds Attraktivität, doch steigende Staatsverschuldung und Energiepreise könnten Zentralbanken zu höheren Goldkäufen veranlassen. Chinas Reservenaufbau zur Unabhängigkeit vom Dollar unterstützt langfristig. Deutsche Goldreserven profitierten 2025 von der Rallye von 2.600 auf 4.300 Dollar, ihr Wert stieg markant.
Für DACH-Anleger bietet Gold Schutz vor Euro-Schwäche und Inflation, trotz kurzfristiger Volatilität. Experten wie Schömann-Finck bleiben optimistisch: Der Iran-Krieg verstärkt langfristige Treiber wie Defizitwachstum.
Zentralbanken und ETF-Flows: Stützende Faktoren
Trotz Abverkauf kaufen Zentralbanken weiter Gold, um Dollar-Abhängigkeit zu reduzieren. China und andere expandieren Reserven. ETF-Flows zeigen Abflüsse in westlichen Fonds, doch physische Barren- und Münznachfrage aus Indien und China hält an. Positionierung an der COMEX ist netto-long, birgt aber Rebalancing-Risiken.
Physikalische Nachfrage aus Schmuck und Technologie bleibt robust, unterstützt durch Hochpreise, die Mining-Versorgung drosseln.
Ausblick: Mögliche Szenarien und Risiken
Kurzfristig hängt viel von der Fed-Entscheidung ab, deren Pressemitteilung und Powells Ansprache kürzlich stattfanden. Weitere Eskalation im Iran könnte paradoxerweise den Dollar stärken und Gold belasten. Ein Inflationsrückgang oder Dollar-Schwäche könnte zu einer Erholung führen. Unterstützung bei 4.002 Dollar (55-Wochen-Durchschnitt) ist entscheidend.
Risiken umfassen anhaltende Zinshochs, Rezessionsängste oder Deeskalation, die Safe-Haven-Nachfrage drosselt. Langfristig bleiben Megatrends wie Defizite und Dedollarisierung bullisch.
Weiterführende Quellen
- Ad-hoc-News: Goldpreis am 24. März 2026
- Finanznachrichten: Goldpreis 23.03.2026
- WiWo: Goldpreis aktuell
- IG: Goldpreis Prognose 2026
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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