Google, Millionen

Google zahlt 68 Millionen Dollar wegen heimlicher Sprachaufnahmen

29.01.2026 - 05:33:12

Google beendet einen Rechtsstreit um unerlaubte Sprachaufzeichnungen durch seinen Assistant mit einer Millionen-Zahlung. Der Fall wirft Fragen zur Privatsphäre bei Sprachassistenten auf.

Google einigt sich auf eine Zahlung von 68 Millionen US-Dollar, um eine Sammelklage zu beenden. Nutzer warfen dem Konzern vor, ihr Google Assistant habe private Gespräche ohne Erlaubnis aufgezeichnet. Der Vergleich beendet einen jahrelangen Rechtsstreit.

Was genau passierte?

Im Kern der Klage standen sogenannte „False Accepts“ oder Fehlaktivierungen. Der Assistant soll nicht nur auf „Hey Google“ reagiert, sondern auch alltägliche Unterhaltungen fälschlicherweise als Befehl interpretiert haben. Sensible Gespräche über Finanzen, Beruf oder Privates landeten so auf Googles Servern.

Die Kläger machten geltend, diese Aufzeichnungen seien zur Ausspielung personalisierter Werbung genutzt worden. Sie hätten niemals eingewilligt, dass ihre privaten Dialoge mitgehört und kommerziell analysiert werden.

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Ein teurer Vergleich – ohne Schuldeingeständnis

Mit der Zahlung von 68 Millionen Dollar sollen Nutzer entschädigt werden, die seit Mai 2016 ein Google-Gerät besaßen oder von Fehlaktivierungen betroffen waren. Google bestreitet weiterhin jedes Fehlverhalten. Das Unternehmen strebte den Vergleich an, um Kosten und Unsicherheit eines langen Prozesses zu vermeiden.

  • Die endgültige Genehmigung durch die zuständige Richterin steht noch aus.
  • Ein erheblicher Teil der Summe – bis zu einem Drittel – ist für Anwaltskosten vorgesehen.

Google nicht allein: Ein Branchenproblem

Der Fall ist kein Einzelfall. Die Technologiebranche steht immer wieder wegen ihrer Sprachassistenten in der Kritik.
* Apple schloss einen ähnlichen Rechtsstreit um Siri mit einer Zahlung von 95 Millionen Dollar ab.
* Datenschutzexperten warnen seit Jahren vor den Risiken von „Always-on“-Geräten.

Jede Fehlaktivierung bedeutet potenziell, dass private Momente aufgezeichnet werden. Das untergräbt das Nutzervertrauen fundamental.

Was bedeutet das für Android-Nutzer?

Die Einigung könnte über die Geldzahlung hinaus Folgen haben. Solche Vergleiche führen oft zu Änderungen in Datenschutzrichtlinien und Produktfunktionen. Nutzer könnten künftig klarere Informationen und bessere Kontrollmöglichkeiten erhalten.

Google bietet bereits jetzt in den Kontoeinstellungen an, das Speichern von Sprachaktivitäten zu deaktivieren. Bestehende Aufnahmen müssen Nutzer aber manuell löschen. Bleibt die Frage: Wird Google nun gezwungen, proaktiv mehr Transparenz zu schaffen und Fehlaktivierungen technisch zu minimieren?

Immer mehr Druck auf Tech-Giganten

68 Millionen Dollar sind für einen Riesen wie Googles Mutterkonzern Alphabet kaum spürbar. Doch das Signal ist klar: Der rechtliche und regulatorische Druck wächst weltweit. Verbraucher und Aufsichtsbehörden hinterfragen die Datensammelpraktiken der Werbe-gestützten Geschäftsmodelle immer kritischer.

Die Balance zwischen smarten Innovationen und dem Schutz der Privatsphäre wird zur zentralen Herausforderung für die nächste Generation von Technologie.

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