Grippeimpfung nicht verfĂŒgbar? HausĂ€rzte gegen Bestellregeln
Veröffentlicht am: 20.01.2026 um 06:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie HausÀrzte fordern daher, von finanziellen Risiken bei solchen Bestellungen befreit zu werden. "Unsere Praxen haben aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stÀrkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung, die uns keinerlei FlexibilitÀt erlaubt", betonen Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des HausÀrztinnen- und HausÀrzteverbandes, in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Bestellungen viele Monate vorher fÀllig
Die Praxen mĂŒssten, auch wegen langfristigerer Produktion, ihren Bedarf an Impfstoffen bereits ein Dreivierteljahr vorher bestellen. So weit vorab sei jedoch nicht absehbar, wie viel Bedarf es gebe. Bestelle man als Praxis zu viel Impfstoff, der dann nicht benötigt werde, laufe man Gefahr, von den Krankenkassen finanziell sanktioniert zu werden. Dies wird als Regressrisiko bezeichnet.
In dieser Saison sei unter anderem wegen einer frĂŒhen Grippewelle die Nachfrage vergleichsweise hoch gewesen, heiĂt es vom HausĂ€rzteverband. Ărztinnen und Ărzte aus verschiedenen Regionen Deutschlands berichteten demnach, dass bereits Mitte Dezember Grippeimpfstoffe fehlten. Viele Praxen organisierten Netzwerke, um RestbestĂ€nden zu finden. Auch aktuell bestĂŒnden die Probleme weiterhin, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die klassische Impfzeit vorbei sei, könne es vorkommen, dass Patienten vertröstet werden mĂŒssten.
"Ein Damoklesschwert ĂŒber der Impfkampagne"
Die Verbandsvorsitzenden kritisieren, die Regelungen hingen seit Jahren "wie ein Damoklesschwert ĂŒber der Impfkampagne. Das muss sich dringend Ă€ndern". Vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hieĂ es Mitte Dezember, es gebe beim Grippe-Impfstoff bundesweit betrachtet keine Mangelsituation. Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) rĂ€t unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Impfung gegen Grippe.
