Grivory G von EMS-Chemie Holding AG - leichter Metallersatz im Dauereinsatz
27.06.2026 - 17:09:07 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Vor der Veroeffentlichung am 27.06.2026, 17:08 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Grivory G von EMS-Chemie wirkt auf den ersten Griff überraschend kühl und hart, wenn eine Ingenieurin das spritzgegossene Bauteil aus der Form nimmt und prüfend mit dem Fingernagel über die glatte Oberfläche fährt. In diesem Moment wird spürbar, dass hier ein Polymer statt Aluminium die Last trägt.
Wo Grivory G in der Praxis landet
Grivory G ist eine Familie glasfaserverstärkter Polyamide, die Konstrukteure in Automobilbau, Maschinenbau und Elektronik als Metallersatz für Gehäuse, Halterungen und Strukturteile einsetzen. Im Motorraum etwa halten Clips und Konsolen aus Grivory G Kabelbäume und Sensoren dort, wo früher gestanztes Blech dominierte.
Auch in der Elektrotechnik taucht Grivory G in Steckverbindern, Relaisgehäusen und Schaltschränken auf, weil das Material hohe Kriechströme, erhöhte Temperaturen und mechanische Belastungen kombiniert aushält. Die Bauteile bleiben formstabil, während um sie herum vibrierende Aggregate arbeiten und Tag für Tag Temperaturzyklen durchlaufen.
Materialeigenschaften statt Marketingfloskeln
Kern der Grivory-G-Reihe ist ein teilkristallines Polyamid mit Glasfaseranteilen von typischerweise 30 bis 60 Prozent, das dem Kunststoff eine deutlich erhöhte Steifigkeit und Festigkeit verleiht. Konkrete Typen erreichen Elastizitätsmoduli, die in Bereichen liegen, in denen klassische Aluminiumbleche bislang gesetzt waren.
Entwicklungsleiter Markus Waeckerlin bei EMS-Chemie beschreibt das Ziel klar: Konstrukteure sollen Bauteile dünnwandiger und leichter auslegen, ohne auf Verzug oder Dauerfestigkeit verzichten zu müssen. Die Materialkarten der Grivory-G-Typen listen deshalb neben Zugfestigkeit und Schlagzähigkeit immer auch Daten zur Dauerstandfestigkeit und zur Wärmeformbeständigkeit auf.
Hintergruende zur EMS-Chemie Holding AG Aktie
Weitere Nachrichten, Analysen und Kennzahlen zur EMS-Chemie Holding AG Aktie erlaeutern, welche Rolle die Polymer-Sparte mit Grivory G im Geschaeftsmodell spielt.
Gewicht und Kosten im Vergleich zu Metall
Im Alltag der Konstruktion ist eine der wichtigsten Fragen: Wie viel Gewicht und wie viel Geld lassen sich durch einen Wechsel von Metall zu Grivory G sparen. Ein typischer Halter im Motorraum kann durch den Einsatz des Polymers mehrere hundert Gramm verlieren, wenn das Bauteil clever verrippt und der Faseranteil passend gewählt wird.
Auf der Kostenseite profitieren OEMs und Zulieferer davon, dass Spritzgussprozesse sich automatisieren lassen und auf eine Nachbearbeitung mit Bohren, Stanzen oder Beschichten meist verzichtet werden kann. Für Serien mit hohen Stückzahlen ergibt sich damit eine robuste Kombination aus geringeren Fertigungsschritten und planbaren Rohstoffkosten.
Verarbeitung und Designfreiheit
Ein Vorteil, den EMS-Chemie immer wieder betont, ist die gute Fließfähigkeit vieler Grivory-G-Typen, die enge Rippenabstände und komplexe Geometrien zulässt. Werkzeugbauer gestalten dabei Anguss und Entlüftung so, dass die Glasfasern entlang der Hauptbelastungsrichtung orientiert werden.
Designer nutzen die Freiheit, um Halterungen und Gehäuse mit integrierten Kabelkanälen, Klickverbindungen oder Dichtungsnuten aus einem einzigen Spritzgussteil zu formen. Das reduziert Teileanzahl und Montageaufwände und macht die Bauteile weniger fehleranfällig, weil weniger Einzelteile zusammengebracht werden müssen.
Temperatur- und Medienbeständigkeit
Grivory G ist darauf ausgelegt, auch bei dauerhaft erhoehter Temperatur stabil zu bleiben, etwa in der Nähe von Abgaskomponenten oder unter der Motorhaube moderner Fahrzeuge. Die Wärmeformbeständigkeit einzelner Typen reicht so hoch, dass sie in Anwendungen eingesetzt werden, in denen herkömmliche Ingenieurkunststoffe frühzeitig weich würden.
Hinzu kommt die Beständigkeit gegenüber Ölen, Kühlmitteln und anderen Betriebsmitteln, wie sie in Fahrzeugen und Maschinen üblicherweise vorkommen. Gerade dort, wo Metall korrodieren könnte, bietet Grivory G eine Alternative, die über Jahre hinweg ihre mechanischen Eigenschaften weitgehend behält.
Oberfläche, Farbe und Haptik
Wer ein Bauteil aus Grivory G in die Hand nimmt, spürt eine relativ harte, fein strukturierte Oberfläche, die optisch je nach Typ von tiefem Schwarz bis zu technischen Grau- und Naturtönen reicht. Feine Werkzeugstrukturen übertragen sich deutlich und sorgen für einen klaren technischen Eindruck statt glattpolierter Konsumoptik.
Für OEMs ist interessant, dass sich Logos, Typkennzeichnungen oder Funktionssymbole direkt im Werkzeug einbringen lassen. Das Ergebnis: Bauteile, die sich allein über die Haptik und Formgebung eindeutig zuordnen lassen, obwohl sie aus einem Polymer bestehen, das optisch dem Metallbau Raum abnimmt.
Grenzen des Metallersatzes
Trotz aller Vorzüge bleibt Grivory G kein Allheilmittel, sondern ein Werkzeug im Baukasten des Konstrukteurs. Bei extrem hohen Temperaturen oder bei Anwendungen mit sehr hoher Kurzzeitbelastung kann Metall weiterhin notwendig sein.
Auch die Langzeitbeständigkeit unter UV-Einstrahlung oder in besonders aggressiven Chemikalien erfordert eine sorgfältige Prüfung, bevor ein Bauteil in Serie geht. Entwicklungsabteilungen führen deshalb Prüfserien durch, in denen Musterteile gezielt gealtert und mechanisch belastet werden, bevor eine Freigabe erfolgt.
Marktrolle im Polymerportfolio von EMS-Chemie
Innerhalb des Portfolios von EMS-Chemie nimmt Grivory G eine zentrale Rolle als Metallersatz in technischen Anwendungen ein. Daneben existieren weitere Familien, die auf spezielle Anforderungen zielen, etwa höhere Temperaturbeständigkeit oder besondere chemische Resistenz.
Die strategische Ausrichtung des Unternehmens zielt darauf, mit solchen Hochleistungs-Polymeren margenstarke Nischen in der globalen Industrie zu bedienen. Produktmanagerinnen bei EMS-Chemie stimmen dazu regelmäßig Datenblätter und Musterprogramme mit den Entwicklungsabteilungen ihrer Kunden ab.
Einordnung und Aktienbezug
Im Ergebnis zeigt Grivory G, wie EMS-Chemie mit technisch ausgelegten Hochleistungs-Polyamiden ein stabiles Standbein im globalen Komponenten- und Zuliefermarkt aufgebaut hat. Die EMS-Chemie Holding AG Aktie (ISIN CH0016440353) ist an der Schweizer Boerse SIX Swiss Exchange gelistet und spiegelt den Erfolg dieser Polymer-Sparte in ihrer Bewertung wider.
Wichtige Fakten zu Grivory G
- Produkt: Grivory G
- Hersteller: EMS-Chemie Holding AG
- Kategorie: B2B-Hochleistungskunststoff / Metallersatz
- Markteinfuehrung: seit mehreren Jahren im Portfolio, laufend weiterentwickelt
- UVP / Preis: individuelle Konditionen je nach Typ und Abnahmemenge, branchenüblich auf Anfrage
- Verfuegbarkeit: weltweiter Vertrieb ueber EMS-Chemie und Handelspartner, Fokus auf Europa sowie internationale OEMs
- Zielgruppe: Konstrukteure und Entwicklungsabteilungen im Automobilbau, Maschinenbau und der Elektrotechnik
- Besonderheit / USP: glasfaserverstärktes Polyamid als leichter Metallersatz mit hoher Steifigkeit und guter Medienbestaendigkeit
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