Großbritannien verschärft Einreise und Importe
22.03.2026 - 00:00:37 | boerse-global.deReisende und Unternehmen müssen sich auf eine neue Ära an der britischen Grenze einstellen. Eine Kombination aus höheren Gebühren, strengeren Einreisekontrollen und einer grundlegenden Reform der Zollvorschriften stellt internationale Verbindungen auf den Prüfstand. Die Maßnahmen zielen auf mehr Kontrolle und höhere Staatseinnahmen ab.
Elektronische Einreiseerlaubnis wird deutlich teurer
Ab dem 8. April 2026 wird die Elektronische Einreiseerlaubnis (ETA) für visumbefreite Reisende um 25 Prozent teurer. Die Gebühr steigt von 16 auf 20 Britische Pfund. Damit hat sich der Preis seit der Einführung Ende 2023 verdoppelt. Die ETA ist für Bürger aus 85 Ländern, darunter die USA, Kanada, Australien und EU-Staaten, obligatorisch und gilt zwei Jahre für Aufenthalte bis zu sechs Monaten.
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Seit dem 25. Februar wird das System strikt durchgesetzt. Fluggesellschaften und Fähren verweigern Passagieren ohne gültige digitale Genehmigung das Boarding. Eine wichtige Änderung betrifft Doppelstaatsbürger: Sie müssen nun zwingend mit einem britischen Pass einreisen, nicht mehr mit einem ausländischen Dokument.
Visum-Bremse und strengere Gehaltskontrollen
Parallel verschärft London die Einwanderungsregeln. Ab dem 26. März tritt ein „Visum-Bremse“-Mechanismus in Kraft. Staatsbürger Afghanistans können dann kein Skilled Worker-Visum mehr erhalten. Für Studierende aus Afghanistan, Kamerun, Myanmar und dem Sudan wird die Visumsvergabe ausgesetzt. Anträge vor dem Stichtag bleiben davon unberührt.
Für Unternehmen kommen ab dem 8. April härtere Auflagen. Arbeitgeber müssen das Mindestgehalt für entsandte Fachkräfte nun in jeder einzelnen Gehaltsabrechnung nachweisen, nicht mehr nur im Jahresdurchschnitt. Diese Regelung erlaubt den Behörden eine lückenlosere Überwachung von Verstößen. Zudem benötigen Bürger von Nicaragua und St. Lucia seit dem 5. März wieder ein klassisches Besuchervisum.
Zollfreigrenze fällt – E-Commerce vor Umbruch
Der Warenverkehr steht vor einer ebenso tiefgreifenden Reform. Die britische Regierung plant, die Zollfreigrenze von 135 Pfund für Importe bis spätestens März 2029 abzuschaffen. Diese „De-minimis“-Regelung erlaubte es bisher, Waren unter diesem Wert zollfrei einzuführen. Die Absage folgt dem Vorbild der USA und der EU.
Experten warnen vor erheblichen Folgen für den E-Commerce. Wegfallende Pakete würden sofort zollpflichtig, was zu höheren Kosten und komplexeren Prozessen führt. Zudem führt Großbritannien am 1. Oktober 2026 eine neue E-Zigaretten-Steuer ein: 2,20 Pfund pro 10 Milliliter Liquid. Zur Bekämpfung des Schwarzhandels werden digitale Pfandmarken mit physischen Sicherheitsetiketten Pflicht.
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Digitale Grenze erhöht den Druck auf Unternehmen
Die parallele Verschärfung von Personen- und Warenkontrollen markiert den Übergang zu einer vollständig digitalisierten Grenze. Für die Reisebranche bedeutet dies hohen administrativen Aufwand: Fluggesellschaften müssen ihre Systeme mit den Datenbanken des Innenministeriums verbinden, um Strafen zu vermeiden.
Im Handel werden manuelle Zollerklärungen obsolet. Die geplante Abschaffung der Freigrenze zwingt internationale Händler, ihre Preismodelle und Lieferketten neu zu kalkulieren. Während britische Einzelhändler profitieren könnten, müssen Verbraucher mit höheren Preisen und längeren Lieferzeiten rechnen. Unternehmen, die nicht in auditable Zollsoftware investieren, riskieren erhebliche kommerzielle Nachteile.
Was jetzt zu tun ist
Die Zeit zum Handeln ist knapp. Reisende sollten ihre ETA vor der Gebührenerhöhung am 8. April beantragen. Arbeitgeber müssen ihre Gehaltsabrechnungen für entsandte Mitarbeiter überprüfen, um die neuen Regeln ab April einzuhalten.
Importeure und Logistiker müssen sich auf die E-Zigaretten-Steuer ab Oktober vorbereiten. E-Commerce-Unternehmen sollten bereits jetzt Budgets für wegfallende Zollfreigrenzen einplanen und ihre digitalen Systeme für mehr Datentransparenz und Tarifberechnungen upgraden. Die britische Grenze der Zukunft ist digital, lückenlos und fordert von allen Beteiligten proaktive Anpassung.
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