GrĂŒnen-Chefin fordert Merz zu SolidaritĂ€t mit Spanien auf
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 13:22 Uhr, dpa.de"Der Bundeskanzler hat Spanien bei seinem Besuch im WeiĂen Haus schon einmal im Regen stehen lassen - jetzt hat er die Gelegenheit, genau das wiedergutzumachen", sagte die Co-Parteichefin. Merz mĂŒsse zeigen, dass die EuropĂ€ische Union zusammenstehe und sich nicht einschĂŒchtern lasse.
Streit schwelt schon lÀnger
Trump hat beim Nato-Gipfel in Ankara den Streit mit Spanien neu angefacht und ein Ende des Handels mit dem EU-Land angekĂŒndigt. "Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben", sagte er. Der US-PrĂ€sident zeigte sich - wie schon beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr - grundsĂ€tzlich ĂŒber den Kurs des Nato-Partners Spanien verĂ€rgert.
Spaniens Regierungschef Pedro SĂĄnchez ist einer der schĂ€rfsten europĂ€ischen Kritiker der AuĂen- und MilitĂ€rpolitik Trumps. Als einziges Nato-Land lehnt Spanien die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fĂŒnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ab. Den US-israelischen Angriff auf den Iran hatte er als völkerrechtswidrig bezeichnet und den US-StreitkrĂ€ften untersagt, gemeinsame MilitĂ€rbasen in Spanien fĂŒr Angriffe auf den Iran zu nutzen.
GrĂŒnen-Chefin: Angelegenheit zwischen USA und EU
Brantner sagte, wenn Trump den Handel mit Spanien tatsĂ€chlich einstellen wolle, dann sei das keine Angelegenheit zwischen Washington und Madrid, sondern zwischen den USA und der EuropĂ€ischen Union. Merz mĂŒsse klarmachen, dass sich die EU nicht spalten lasse, "egal ob Donald Trump droht, Grönland einzunehmen oder einen Handelskrieg mit Spanien anzuzetteln".
Trump hatte im MĂ€rz bei einem Treffen mit Merz in Washington harte Kritik an der spanischen Regierung geĂŒbt. "Spanien hat tatsĂ€chlich gesagt, dass wir ihre StĂŒtzpunkte nicht nutzen dĂŒrfen", beschwerte sich Trump. Deshalb habe er seinen Finanzminister angewiesen, "alle Deals" mit Madrid einzustellen.
Vor laufenden Kameras ging Merz im WeiĂen Haus nicht darauf ein, was zunĂ€chst fĂŒr Verstimmung in Madrid sorgte. SĂĄnchez sprach spĂ€ter jedoch von einem sehr guten VerhĂ€ltnis zu Deutschland und sagte, er wolle Merz dafĂŒr danken, dass dieser Trump nach dessen Drohung gegen Spanien in einem privaten Treffen die SolidaritĂ€t Deutschlands mit Spanien dargelegt habe.
