Grundsicherung verschärft Druck auf Mieter
26.01.2026 - 17:54:12Eine geplante Sozialreform stellt Hunderttausende Mieter in Deutschland vor finanzielle Probleme. Die neue Grundsicherung, die Mitte 2026 das Bürgergeld ablösen soll, führt strengere Regeln für die Übernahme von Mietkosten ein. Viele Leistungsbezieher müssen dann mehr Geld aus ihrem knappen Regelsatz für die Wohnung aufwenden.
Strengere Grenzen für Größe und Miete
Kern der Reform sind bundesweit einheitliche Orientierungswerte für angemessenen Wohnraum. Künftig gelten für Jobcenter klare Vorgaben:
* Alleinstehende: 45-50 Quadratmeter
* Zwei Personen: 60-65 Quadratmeter
* Jede weitere Person: plus 15 Quadratmeter
Überschreitet eine Wohnung diese Grenzen deutlich, übernimmt das Jobcenter nur noch den als angemessen geltenden Mietanteil. Die Differenz muss aus dem Regelsatz gezahlt werden – der 2026 nicht steigen wird.
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Wer ist besonders betroffen?
Die neuen Obergrenzen treffen vor allem Menschen in teuren Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg. Hier liegen die Mieten oft weit über den Durchschnittswerten. Besonders betroffen sind:
* Alleinerziehende
* Größere Familien
* Menschen mit besonderem Platzbedarf, etwa aufgrund einer Behinderung
Für sie bleibt nur die Wahl: in eine kleinere, günstigere Wohnung ziehen oder einen Teil der Miete selbst tragen. Der Regelsatz für Alleinstehende bleibt bei 563 Euro monatlich. Jede Zuzahlung zur Miete schmälert das Budget für Lebensmittel, Kleidung und soziale Teilhabe erheblich.
Scharfe Kritik von Sozialverbänden
Ein breites Bündnis aus Sozialverbänden und Gewerkschaften warnt vor den Folgen. Sie befürchten mehr Mietschulden, Zwangsräumungen und steigende Wohnungslosigkeit. Die Kritik lautet: Die Probleme werden auf die Schwächsten abgewälzt, statt den überhitzten Wohnungsmarkt zu bekämpfen.
Jede dritte Sanktion trifft heute bereits Haushalte mit Kindern. Deren Lage könnte sich durch die Reform weiter verschärfen.
Ein Paradigmenwechsel mit Risiken
Die Reform markiert einen klaren Kurswechsel. Beim Bürgergeld stand die Arbeitsintegration im Vordergrund, nun rückt die Kostenkontrolle wieder stärker in den Fokus. Die Politik begründet dies mit mehr Eigenverantwortung und der Entlastung der Haushalte.
Doch Analysten sehen ein grundsätzliches Problem: Die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung, die den neuen Grenzen entspricht, ist in vielen Ballungsräumen schlicht unrealistisch. Die Kluft zwischen politischer Vorgabe und Marktrealität wächst.
Das könnte nicht nur soziale Not verschärfen, sondern auch den Verwaltungsaufwand erhöhen. Jobcenter müssen mit mehr Widersprüchen und Klageverfahren rechnen.
Was kommt auf Mieter zu?
Der Gesetzentwurf gilt als politisch gesetzt, ein Inkrafttreten wird für Sommer 2026 erwartet. Mieter im Leistungsbezug sollten sich auf strengere Prüfungen einstellen und frühzeitig das Gespräch mit ihrem Jobcenter suchen.
Langfristig könnte der Reform ein paradoxer Effekt drohen: Der erhöhte Druck auf günstige Wohnungen heizt die Nachfrage in diesem Segment weiter an – und damit womöglich auch die Preise. Für Vermieter steigt das Risiko von Mietrückständen, wenn die ortsübliche Miete die neuen Obergrenzen sprengt.
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