Hamburg, E-Scooter

Hamburg will E-Scooter in FußgĂ€ngerzonen bremsen

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 11:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Hamburg will E-Scooter in FußgĂ€ngerzonen bremsen: Die Hansestadt setzt sich fĂŒr schĂ€rfere Regeln fĂŒr Elektrokleinstfahrzeuge ein.

Ein Vorschlag fĂŒr die am Mittwoch beginnende Verkehrsministerkonferenz zielt unter anderem auf wirksamere Regeln fĂŒr E-Scooter, manipulierte Pedelecs sowie mehr Sicherheit bei Fahrradlieferdiensten ab. Das sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (GrĂŒne) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahl der UnfĂ€lle mit Verletzten im Verkehr bewege sich auf einem inakzeptablen Niveau, zudem sei ein Anstieg der UnfĂ€lle mit Elektrokleinstfahrzeugen sowie E-Bikes und Pedelecs zu beobachten. Vor allem FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€nger sowie Radfahrende mĂŒssten besser geschĂŒtzt werden.

Tjarks: Viele Verkehrsregeln nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ

"WĂ€hrend StĂ€dte seit Jahren daran arbeiten, ihre Straßen sicherer zu machen, entstehen durch neue Fahrzeugtypen, digitale GeschĂ€ftsmodelle und technische Manipulationen zusĂ€tzliche Risiken", sagte Tjarks. "E-Scooter, Pedelecs, Fatbikes, Lieferplattformen und Assistenzsysteme verĂ€ndern den Straßenverkehr rasant - viele Regeln stammen jedoch aus einer Zeit, in der diese Entwicklungen noch keine oder eine ganz andere Rolle spielten."

Daraus entstĂŒnden SicherheitslĂŒcken. "Die neuen Verkehrsformen und die zusĂ€tzlichen Möglichkeiten, die sie fĂŒr MobilitĂ€t, Teilhabe und moderne Dienstleistungen eröffnen, begrĂŒĂŸen wir grundsĂ€tzlich und wollen sie ermöglichen", sagte der GrĂŒnen-Politiker. Gerade deshalb mĂŒsse der rechtliche Rahmen aber auch mit dieser Entwicklung Schritt halten und schneller an neue RealitĂ€ten angepasst werden.

"Innovation darf nicht daran scheitern, dass Regeln zu langsam nachgezogen werden - sie muss aber sicher, fair und verantwortungsvoll gestaltet werden", sagte er.

Geofencing fĂŒr E-Scooter und klare Regeln fĂŒr Pedelecs

Hamburg setze sich deshalb dafĂŒr ein, dass E-Scooter georeferenziert verlangsamt oder bei Bedarf abgeschaltet werden können. Beim sogenannten Geofencing erkennen E-Scooter anhand ihres Standorts, ob sie sich in einem sensiblen Bereich befinden - beispielsweise in einer FußgĂ€ngerzone oder an einem stark besuchten Ort in der Innenstadt.

Laut dem Hamburger Vorschlag soll die Bundesregierung die Voraussetzungen fĂŒr eine allgemeine Betriebserlaubnis von E-Scootern mit georeferenzierter automatischer Geschwindigkeitsdrosselung zeitnah schaffen.

"Auch fordern wir ein entschlossenes Vorgehen gegen manipulierte Pedelecs", sagte Tjarks. Problematisch werde es, wenn E-Bike, Pedelecs oder Fatbikes schneller als erlaubt oder auch ohne Treten fahren könnten. Fatbikes, die aufgrund ihrer Bauart teils wie kleine MotorrÀder aussehen, kommen auch bei Lieferdiensten zum Einsatz.

Es gelte, gemeinsame Lösungen mit der Fahrradbranche zu finden, um die Sicherheit zu erhöhen. Zudem mĂŒsse bei der Einfuhr solcher Fahrzeuge sichergestellt werden, dass sie den in Deutschland geltenden Sicherheits- und Zulassungsvorgaben entsprechen.

"Wir brauchen klare Regeln, wirksame Kontrollen und moderne Technik, um mit der Entwicklung auf unseren Straßen Schritt zu halten und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden dauerhaft zu gewĂ€hrleisten", sagte Tjarks.

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