HausÀrzte: E-Patientenakte nur eingeschrÀnkt praxistauglich
Veröffentlicht am: 18.02.2026 um 06:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt allen vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lĂ€sst", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverbands, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele wĂŒssten auch gar nicht, dass sie eine ePA besitzen.
Rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen, was man fĂŒr sich auch ablehnen kann. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und soll auch zu besseren Behandlungen beitragen. An diesem Mittwoch will der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Bilanz zur ePA ziehen.
Ărzte beklagen StörungsanfĂ€lligkeit des IT-Systems
ĂrztefunktionĂ€r Beier beklagte, derzeit sei sie vor allem "eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können". MĂŒhsam mĂŒssten sich die Ărzte durch unzĂ€hlige Dokumente arbeiten, es fehle eine Volltextsuche. Ein groĂes Problem sei auch, dass es bei dem Netzwerk, auf der die ePA lĂ€uft, zu massiven Störungen und AusfĂ€llen komme. "Das frisst in den Praxen unglaublich viel Zeit und sorgt fĂŒr enormen Frust", sagte Beier. Der allergröĂte Teil der Praxen nutze die ePA und stelle Dokumente ein. "Die ePA scheitert derzeit also nicht an den Praxen, sondern an der mangelhaften Umsetzung und der störungsanfĂ€lligen Technik", stellte Beier fest.
