HausÀrzte, Regeln

HausĂ€rzte fĂŒr schĂ€rfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Veröffentlicht am: 22.01.2026 um 06:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Angesichts der Debatte um die Krankentage deutscher Arbeitnehmer fordert der HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband schĂ€rfere Regeln fĂŒr Online-Krankschreibungen.

"Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben", sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der "Rheinischen Post". "WÀhrend sich Hausarztpraxen an klare Regeln halten, wird es kommerziellen Anbietern ermöglicht, schnelles Geld mit Pseudo-Attesten zu machen." Es sei seiner Ansicht nicht offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei gehe.

Beier kritisiert, dass Anbieter solcher Krankschreibungen "aggressiv mit Online-Krankschreibungen fĂŒr 20 bis 30 Euro" warben und GesetzeslĂŒcken ausnutzten. Seiner Ansicht nach dĂŒrfte es nicht sein, dass ein Arzt Patienten per Video krankschreiben kann, die er noch nie gesehen hat. "Das ist bei der telefonischen Krankschreibung richtigerweise nicht möglich. Dieser Vorbehalt sollte kĂŒnftig auch fĂŒr Videosprechstunden gelten."

Lauterbach sieht rechtliche LĂŒcken

Auch der frĂŒhere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisiert das Angebot kommerzieller Anbieter fĂŒr Online-Krankschreibungen. "Die Online-Krankschreibung sollte nur den HausĂ€rzten oder behandelnden FachĂ€rzten erlaubt sein", sagte er der Zeitung. "Dass kommerzielle Anbieter, die keinen Bezug zum Patienten haben und nicht praktisch tĂ€tig sind, mit Online-Krankschreibungen werben, halte ich fĂŒr problematisch. Hier gibt es in der Tat leider rechtliche LĂŒcken, die das ermöglichen." Es handele sich jedoch um keine bedeutsame GrĂ¶ĂŸe. Er fordere entsprechend ein Verbot.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt den hohen Krankenstand in Deutschland und die Möglichkeiten der telefonischen Krankschreibungen bemĂ€ngelt. Gesundheitsministerin Nina Warken kĂŒndigte an, die Regelung ĂŒberprĂŒfen zu wollen. Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD heißt es zu Krankschreibungen ohne Arztbesuche: "Die telefonische Krankschreibung werden wir so verĂ€ndern, dass Missbrauch zukĂŒnftig ausgeschlossen ist (zum Beispiel Ausschluss der Online-Krankschreibung durch private Online-Plattformen)."

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