Heidelberg, Cartonmaster

Heidelberg: Cartonmaster ohne festen Hardware-Partner

18.05.2026 - 09:19:23 | boerse-global.de

Heidelberger Druckmaschinen kämpft mit sinkender Marge, Partnerausfall und hohen Kosten für neue Rüstungssparte.

Heidelberg: Cartonmaster ohne festen Hardware-Partner - Foto: über boerse-global.de
Heidelberg: Cartonmaster ohne festen Hardware-Partner - Foto: über boerse-global.de

Heidelberger Druckmaschinen steckt mitten in einem teuren Wandel — und der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein. Der Konzern muss gleichzeitig einen wankenden Partner ersetzen, ein neues Geschäftsfeld aufbauen und eine gesenkten Ergebnisprognose erklären.

Manroland-Ausfall zwingt zur Eigenregie

Das Kernproblem ist konkret: Der Cartonmaster CX 145, Heidelbergs wichtigstes Produkt im Faltschachtel- und Verpackungsdruck, basiert auf Hardware des Partners Manroland Sheetfed. Weil der Partner in Schwierigkeiten steckt, übernimmt Heidelberg den Vertrieb nun selbst — als Systemintegrator ohne festen Hardware-Lieferanten. Das sichert kurzfristig die Kundenkontinuität, löst das strukturelle Abhängigkeitsproblem aber nicht grundsätzlich.

Auf der interpack 2026 in Düsseldorf präsentierte Heidelberg daneben ein neues Flexodruck-System für die industrielle Verpackungsproduktion. Das System soll eine Maschinenverfügbarkeit von bis zu 90 Prozent und eine Druckgeschwindigkeit von 600 Metern pro Minute erreichen. Der integrierte Scanner Intellimatch stellt die Druckwerke vollautomatisch ein, der modulare Aufbau erlaubt spätere Umkonfigurationen. Verpackungs- und Etikettendruck bleibt für Heidelberg strategisches Kernsegment — mit Verweis auf global steigende Nachfrage nach verpackten Waren.

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Ergebnis verfehlt, Rüstung kostet vorab

Die Zahlen für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 enttäuschen. Die bereinigte EBITDA-Marge wird bei rund 6,6 Prozent landen — statt einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 7,1 Prozent. Als Ursachen nennt der Konzern den Iran-Konflikt Ende Februar, der Investitionsentscheidungen bei Kunden abrupt bremste, einen ungünstigen Produktmix im Schlussquartal sowie Währungseffekte.

Hinzu kommen Anlaufkosten aus dem neuen Bereich HD Advanced Technologies, der auf Rüstungsanwendungen zielt. Nennenswerter Umsatz aus diesem Segment fließt frühestens ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/27. Bis dahin trägt das klassische Druckmaschinengeschäft die Aufbaukosten allein. Den Umsatz für 2025/26 will Heidelberg währungsbereinigt dennoch im Zielkorridor erreichen, auch der Auftragseingang folgte dem Trend der Vorjahre.

Führungsteam bleibt, Kurs gibt nach

Der Aufsichtsrat setzt auf Kontinuität: Die Verträge von CEO Jürgen Otto und CSO Dr. David Schmedding wurden vorzeitig verlängert. Ottos neue Amtszeit läuft ab Juli 2026 bis Juli 2029, Schmedding bleibt bis Juni 2031 im Amt.

An der Börse hinterlässt der Umbau Spuren. Die Aktie rutschte Mitte Mai unter ihre 50-Tage-Linie und notierte zuletzt bei knapp 1,39 Euro. Im Juni legt Heidelberg die endgültigen Jahreszahlen vor — dann wird sichtbar, wie hoch die Transformationskosten tatsächlich zu Buche schlagen und ob die Verpackungsstrategie ohne stabilen Hardware-Partner trägt.

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