Hensoldt, Aktie

Hensoldt Aktie: F126-Stopp bei 63,12 Euro verdaut

26.06.2026 - 22:44:58 | boerse-global.de

Hensoldt übersteht Storno des F126-Programms mit geringem Schaden. Der Aktienkurs zeigt Erholungstendenzen und charttechnische Kaufsignale.

Hensoldt Aktie: Kurs erholt sich nach Fregatten-Aus
Hensoldt - Abstrakte Darstellung der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie, die Stabilität und technologische Bereitschaft nach einem Ereignis zeigt. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Fregattenprogramm F126 ist Geschichte. Das Bundesverteidigungsministerium hat das teure Rüstungsprojekt offiziell gestoppt. Damit verliert Hensoldt einen wichtigen Radar-Auftrag. Die Börse reagierte zunächst mit einem massiven Abverkauf. Aktuell fängt sich der Kurs wieder.

Geringer Schaden durch Storno

Die Kosten für das Rüstungsprojekt stiegen von zehn auf über 18 Milliarden Euro. Deutschland bestellt stattdessen acht kleinere Fregatten bei Thyssenkrupp Marine Systems. Hensoldt sollte die Radar- und Sensorsysteme für das gestoppte Projekt liefern. Dieser Auftrag entfällt nun.

Marktbeobachter stufen den Verlust allerdings als klein ein. Der direkte Einfluss liegt laut Analysten bei weniger als einem Prozent des gesamten Vertragswertes. Ein überschaubarer Schaden. Die wesentlichen Risiken scheinen im aktuellen Kurs bereits eingepreist. Ein Restrisiko bleibt. Saab könnte bei künftigen Radarlieferungen als starker Konkurrent auftreten.

Charttechnik signalisiert Überverkauf

Der Schock drückte die Aktie am Freitag zunächst auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 63,12 Euro. Anschließend drehte das Papier ins Plus und notiert aktuell bei 64,54 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von gut 24 Prozent auf der Kurstafel.

Der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten bleibt groß. Die 50-Tage-Linie verläuft bei 77,39 Euro. Der Relative-Stärke-Index fällt mit einem Wert von 30,8 fast in den überverkauften Bereich. Das spricht für eine mögliche Bodenbildung.

Neues Zentrum für die Bundeswehr

Im operativen Geschäft baut der Konzern seine Infrastruktur aus. Hensoldt hat im nordhessischen Wolfhagen ein neues Logistikzentrum eröffnet. Gemeinsam mit der HIL GmbH verwaltet das Unternehmen dort künftig Ersatzteile für die Bundeswehr.

Das Projekt umfasst 40.000 Quadratmeter Fläche. Rund 70.000 verschiedene Versorgungsartikel finden dort Platz. Hensoldt setzt damit bereits den achten Folgevertrag für die Zentrale-Bundeswehr-Ersatzteillogistik um. Das stärkt die langfristige Bindung an den wichtigsten Großkunden.

Der operative Betrieb in Wolfhagen startet planmäßig im September. Dann muss das Zentrum die angestrebte Erfüllungsquote von 98 Prozent in der Praxis beweisen. Auf der Börsenseite bleibt das heutige Tief bei 63,12 Euro die entscheidende Unterstützung für die kommenden Handelstage.

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