Aixtron startet mit Auftragsminus ins Jahr - Ziel bestÀtigt
25.04.2024 - 07:35:32Weitere neue Kunden im Bereich SiC seien gewonnen worden, insbesondere einer aus dem Kreis der Top-5-Hersteller, wie der ChipindustrieausrĂŒster am Donnerstag im Zuge der Vorlage von GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das erste Quartal mitteilte. Gleichwohl sank der Konzernauftragseingang im ersten Jahresviertel. Die GeschĂ€ftsziele fĂŒr 2024 bestĂ€tigte die Aixtron-FĂŒhrung um Chef Felix Grawert.
Das Bestellvolumen fiel im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Mitteilung um 14 Prozent auf gut 120 Millionen Euro. Im Vergleich zum Schlussquartal war das Minus noch deutlich gröĂer. Allerdings hatte Aixtron 2023 noch stark vom KapazitĂ€tsausbau durch Chipkonzerne profitiert. So sind Elektronikchips auf SiC-Basis energieeffizienter und temperaturbestĂ€ndiger als klassische Siliziumchips, was Voraussetzung etwa fĂŒr Schnellladetechnik fĂŒr E-Autos ist. Und auch mit Blick auf den Ausbau der Alternativen Energien werden Hochvolt-SiC-Bauelemente interessanter. Thema sind aber auch Leistungs- und Hochfrequenz-Elektronikchips auf Basis von Galliumnitrid (GaN). Diese haben klassische Siliziumteile in Schnelllade-Netzteilen etwa von Smartphones mittlerweile ersetzt. Weitere Anwendungen dĂŒrften folgen.
Laut Aixtron war der Auftragseingang im ersten Quartal 2023 ĂŒber alle EndmĂ€rkte hinweg ausgeglichen. Starke Impulse habe es dabei fĂŒr Anlagen zur Herstellung von MicroLED gegeben, die mehr als ein Drittel des Auftragseingangs ausgemacht hĂ€tten. Hier stecken Kunden Geld vor allem in Entwicklungs- und Pilotanlagen.
Nachdem im Februar eine MicroLED-Projektstreichung beim Kunden AMS-Osram AT0000A18XM4 Experten nervös gemacht hatte, könnte dies nun womöglich als positives Signal gesehen werden. Allerdings versprechen MicroLED laut Branchenkennern erst lĂ€ngerfristig gröĂeres Potenzial, da sich die Technologie erst noch durchsetzen muss. Der Fokus der Anleger liegt daher vor allem auf der konkreten Nachfrage nach SiC-Anlagen. Fragen dazu dĂŒrfte es auch in der Telefonkonferenz zu den Resultaten des ersten Quartals geben.
Den Umsatz steigerte der MDax-Konzern DE0008467416 von Januar bis Ende MÀrz im Jahresvergleich um gut die HÀlfte auf rund 118 Millionen Euro. Allerdings hatte das Fehlen von Exportlizenzen dem Unternehmen vor einem Jahr den 2023er-Auftakt verhagelt. In Relation zum Schlussviertel 2023 sackten die Erlöse nun denn auch um fast die HÀlfte ab.
Als Gewinn vor Zinsen und Steuern blieben 9,9 Millionen Euro hĂ€ngen und als Ăberschuss 10,8 Millionen Euro. Das ist jeweils in etwa drei mal so viel wie vor einem Jahr, aber ebenfalls deutlich weniger als im Schlussquartal 2023. Analysten hatten nicht ganz so viel Umsatz, aber mehr Gewinn auf dem Zettel.
FĂŒr 2024 stehen weiterhin Erlöse von 630 bis 720 Millionen Euro im Plan. Davon sollen etwa 24 bis 26 Prozent als Gewinn vor Zinsen und Steuern hĂ€ngen bleiben. FĂŒr das zweite Quartal erwartet Vorstandschef Grawert UmsĂ€tze von 120 bis 140 Millionen Euro.
Spannend werden die Details zum Ausblick, die spĂ€testens in der Analystenkonferenz folgen dĂŒrften. Denn Ende Februar hatte Grawert gesagt, dass sich die Lage bei den Exportgenehmigungen gegen Ende 2023 normalisiert habe. Da aber nicht ausgeschlossen werden könnte, dass sich dies noch einmal Ă€ndere sowie wegen der Unsicherheiten rund um die Folgen des langsameren Wachstums der ElektromobilitĂ€t sei der Jahresausblick allerdings weit gefasst. Wenn alles "normal" laufe, dĂŒrfte die obere HĂ€lfte der avisierten Umsatzspanne erreicht werden, so der Manager damals.

