Hewlett Packard Enterprise: Solider Aufwärtstrend – reicht das für neue Kurshöhen?
28.01.2026 - 07:41:41Die Stimmung rund um Hewlett Packard Enterprise ist derzeit von vorsichtigem Optimismus geprägt. Nach einem durchwachsenen Jahr mit Zinsängsten, Zurückhaltung bei IT-Investitionen und Sorgen vor einem Abschwung hat sich die Aktie des Infrastruktur- und Cloud-Spezialisten deutlich gefangen. An der Wall Street wird HPE zunehmend als Profiteur der wachsenden Nachfrage nach Hybrid-Cloud, Edge-Computing und Speicherlösungen im Umfeld von Künstlicher Intelligenz gehandelt. Doch Anleger fragen sich: Handelt es sich nur um eine technische Erholung – oder um den Beginn eines nachhaltigeren Aufschwungs?
Ein Blick auf die Kursentwicklung und auf die jüngsten Kommentare der Analysten zeigt ein gemischtes, aber insgesamt konstruktives Bild. Während die Bewertung im historischen Vergleich nicht mehr günstig wirkt, verweisen Befürworter auf stabile Margen, einen robusten Cashflow und die Aussicht, dass HPE sich als verlässlicher Infrastrukturpartner im KI-Zeitalter etablieren kann.
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Ein-Jahres-Rückblick: Das Investment-Szenario
Wer vor rund einem Jahr in die Hewlett Packard Enterprise Aktie eingestiegen ist, darf sich heute über einen spürbaren Wertzuwachs freuen – auch wenn der Weg dahin alles andere als geradlinig verlief.
Aus den Daten von Finanzportalen wie Yahoo Finance und Reuters ergibt sich folgendes Bild: Die Aktie notierte vor einem Jahr bei etwa 16,70 US-Dollar je Anteilsschein (Schlusskurs, US-Handel). Der jüngste verfügbare Schlusskurs liegt – je nach Quelle geringfügig abweichend – bei rund 19,30 US-Dollar. Das entspricht einem Kursplus von ungefähr 15 bis 16 Prozent innerhalb von zwölf Monaten.
Rechnerisch ergibt sich damit ein Zuwachs von rund 15,6 Prozent ((19,30 – 16,70) / 16,70). Dazu kommen für langfristig orientierte Investoren noch Dividendenzahlungen, die HPE wie gewohnt ausgeschüttet hat. Unter Einbeziehung der Dividende liegt die Gesamtrendite somit noch etwas höher.
Im Vergleich zu den großen US-Technologiewerten ist diese Performance zwar moderat – Schwergewichte aus dem KI- und Cloud-Sektor legten zum Teil deutlich stärker zu. Für ein eher klassisch aufgestelltes IT-Infrastrukturhaus mit Mischprofil aus Hardware, Services und wiederkehrenden Erlösen ist eine mittlere zweistellige Rendite jedoch beachtlich, zumal der Gesamtmarkt zeitweise erheblichen Schwankungen ausgesetzt war.
Betrachtet man den kürzeren Zeitraum, wird die Erholung noch klarer sichtbar: Auf Sicht von rund drei Monaten liegt die Aktie laut Kursdaten von Nasdaq und Bloomberg im Plus, nachdem sie sich aus einer Konsolidierungsphase im Bereich zwischen 17 und 18 US-Dollar nach oben gelöst hat. Der Kurs hat sich damit von den Tiefstständen des vergangenen Jahres spürbar entfernt und bewegt sich deutlich näher am 52?Wochen-Hoch als am Jahrestief.
Das 52?Wochen-Hoch lag nach übereinstimmenden Marktdaten im Bereich von rund 22 US-Dollar, das Jahrestief knapp unter der Marke von 14 US-Dollar. Die Spanne verdeutlicht, wie volatil die Einschätzung des Marktes in Bezug auf HPE im vergangenen Jahr war – zwischen Sorge um nachlassende Investitionsbereitschaft der Kunden und der Hoffnung auf einen neuen Investitionszyklus im Zuge der Digitalisierung.
Aktuell lässt sich das Sentiment als leicht positiv bezeichnen: Technische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte wurden jüngst nach oben durchbrochen, gleichzeitig ist die Aktie noch ein gutes Stück vom Jahreshoch entfernt. Für Momentum-orientierte Anleger ergeben sich damit Chancen – allerdings auch das Risiko, dass Gewinnmitnahmen den Kurs vorübergehend ausbremsen.
Aktuelle Impulse und Nachrichten
In den vergangenen Tagen und Wochen stand Hewlett Packard Enterprise immer wieder im Fokus der Finanzpresse. Mehrere Nachrichtenströme überlagern sich und geben dem Wertpapier neue Impulse.
Zum einen richten Investoren den Blick auf die operative Entwicklung im klassischen Infrastrukturgeschäft: Server, Speicher und Netzwerkprodukte bleiben ein hart umkämpfter Markt mit hohem Preisdruck. Berichte von Agenturen wie Reuters und Bloomberg heben jedoch hervor, dass HPE zunehmend in der Lage ist, sein Geschäft in Richtung margenstärkerer, wiederkehrender Erlöse zu verschieben. Dazu zählen etwa Abonnementmodelle, Managed Services und Cloud-nahe Angebote unter dem Dach von HPE GreenLake.
Mehrere Medien, darunter US-Technologieportale und Wirtschaftsseiten, verweisen darauf, dass Großkunden Investitionen in hybride Cloud-Infrastrukturen und Edge-Computing-Projekte tendenziell wieder hochfahren. HPE positioniert sich hier als Bindeglied zwischen klassischer Rechenzentrums-Hardware und modernen Cloud-Architekturen. Gerade im Umfeld von KI-Workloads steigt der Bedarf an leistungsfähigen Speicher- und Netzwerkstrukturen, was dem Konzern mittelfristig zugutekommen könnte.
Zum anderen spielt das Thema Profitabilität eine immer größere Rolle. In jüngsten Kommentaren wurde positiv vermerkt, dass HPE seine Kostendisziplin verbessert und laufende Effizienzprogramme durchhält. Die Marge in zentralen Geschäftsbereichen entwickelte sich stabil bis leicht positiv, was angesichts des wettbewerbsintensiven Umfelds als Erfolg gewertet wird. Finanzportale wie finanzen.net und US-Börsenseiten stellen zudem heraus, dass der freie Cashflow eine wichtige Stütze für Dividenden und Aktienrückkäufe bleibt.
Vor wenigen Tagen machten zudem Berichte über neue Partnerschaften und Lösungsangebote im Umfeld von KI, Datenanalyse und Sicherheit die Runde. HPE baut sein Ökosystem aus Software- und Technologiepartnern weiter aus, um Komplettlösungen für Unternehmenskunden anzubieten – von der Hardwareebene über Managementplattformen bis hin zur Integration in Multi-Cloud-Umgebungen. Diese strategische Ausrichtung wird vom Markt überwiegend positiv aufgenommen, auch wenn sich der volle finanzielle Effekt solcher Initiativen erfahrungsgemäß erst mit zeitlicher Verzögerung in den Zahlen niederschlägt.
Kurstechnisch führten diese Nachrichten nicht zu einem spektakulären Ausbruch, wohl aber zu einer Stabilisierung auf höherem Niveau. Nach einem eher nervösen Jahresbeginn hat sich der Kursverlauf zuletzt beruhigt; Rücksetzer wurden vergleichsweise rasch wieder aufgeholt. Charttechniker sprechen von einer konstruktiven Konsolidierung oberhalb der Unterstützungszonen um 18 US-Dollar, was als Basis für mögliche weitere Anstiege dienen kann.
Das Urteil der Analysten & Kursziele
Die Analystenzunft zeigt sich gegenüber Hewlett Packard Enterprise derzeit vorsichtig konstruktiv. Eine Durchsicht aktueller Studien großer Investmenthäuser der vergangenen Wochen ergibt ein überwiegend neutrales bis leicht positives Bild.
Laut den zusammengefassten Daten von Refinitiv und Yahoo Finance liegt die Mehrzahl der Empfehlungen im Bereich "Halten" bis "Kaufen". Das durchschnittliche Konsenskursziel bewegt sich im Bereich von rund 20 bis 21 US-Dollar und liegt damit leicht oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Die Spanne reicht – je nach Institut – von konservativen Schätzungen im Bereich von 18 US-Dollar bis hin zu optimistischeren Szenarien von 23 bis 24 US-Dollar.
Eine Reihe großer Häuser, darunter etwa Morgan Stanley, JPMorgan oder die Deutsche Bank, hatten sich in jüngeren Kommentaren im Kern ähnlich geäußert: HPE sei solide positioniert, allerdings bleibe die Wachstumsdynamik hinter den besonders hoch bewerteten Cloud- und Software-Champions zurück. Entsprechend rechtfertige sich kein extrem hoher Bewertungsaufschlag, doch die Aktie erscheine auch nicht überzogen teuer. In Summe resultiert daraus ein Ratingspektrum, das sich überwiegend im Bereich "Equal Weight" bzw. "Hold" mit einigen "Overweight"- bzw. "Buy"-Stimmen bewegt.
Besonders positiv bewerten optimistische Analysten drei Aspekte: Erstens die zunehmende Bedeutung wiederkehrender Umsätze über GreenLake- und Serviceangebote, zweitens die Chance, über KI-bezogene Infrastrukturprojekte zusätzliche Nachfrage zu erschließen, und drittens die verlässliche Ausschüttungspolitik mit Dividenden und selektiven Aktienrückkäufen. Dies mache HPE für Investoren attraktiv, die eine Kombination aus moderatem Wachstum, Dividendenrendite und relativ stabilen Cashflows suchen.
Auf der anderen Seite verweisen skeptischere Stimmen auf strukturelle Risiken: Der klassische Server- und Speicherbereich bleibt zyklisch und preisintensiv, während Hyperscaler und große Cloud-Anbieter eigene Hardware-Strategien verfolgen und damit Druck auf traditionelle Anbieter ausüben. Hinzu kommt der generelle Makrofaktor: Sollten Unternehmen ihre IT-Budgets im Zuge konjunktureller Unsicherheit wieder strenger deckeln, könnte sich dies zeitnah in einer zögerlichen Auftragseingangsdynamik bei HPE bemerkbar machen.
In der Summe ergibt sich jedoch kein klares Bärenszenario. Vielmehr sehen die meisten Banken und Research-Häuser HPE als verhältnismäßig defensiven Wert im Technologiesektor: begrenztes Abwärtsrisiko dank laufender Ausschüttungen und solider Bilanz, aber auch keine explosionsartige Wachstumsstory. Für Anleger bedeutet dies: Die Erwartungshaltung des Marktes ist nicht überzogen – ein Vorteil, wenn es dem Management gelingt, positiv zu überraschen.
Ausblick und Strategie
Der strategische Ausblick für Hewlett Packard Enterprise dreht sich im Kern um drei Achsen: die weitere Transformation hin zu einem stärker dienstleistungs- und abonnementsgetriebenen Geschäftsmodell, die Positionierung als Infrastrukturpartner im KI- und Datenzeitalter und die konsequente Disziplin bei Kosten und Kapitalallokation.
Auf der Produktebene dürfte der Fokus klar auf Hybrid-Cloud- und Edge-Lösungen liegen. Viele Unternehmen scheuen nach wie vor den Komplettumzug in die Public Cloud und setzen stattdessen auf Mischformen, bei denen geschäftskritische Daten und Anwendungen in eigenen oder gehosteten Rechenzentren verbleiben, während weniger sensible Workloads in die Cloud ausgelagert werden. HPE kann hier seine Stärke als Brückenbauer zwischen traditionellen Rechenzentren und modernen Cloud-Architekturen ausspielen.
Im Umfeld der Künstlichen Intelligenz sieht sich HPE in der Rolle des Ausstatters: Hochperformante Speicherlösungen, Netzwerke, GPU-optimierte Server und entsprechende Managementsoftware sind notwendige Bausteine, um KI-Modelle effizient zu trainieren und produktiv zu betreiben. Gelingt es dem Unternehmen, sich mit integrierten Komplettpaketen im Wettbewerb zu behaupten, könnte dies in den kommenden Jahren zu einem spürbaren Nachfrageimpuls führen. Die Zusammenarbeit mit führenden Chip- und Softwareanbietern ist hierbei ein entscheidender Baustein der Strategie.
Auf der finanziellen Seite dürfte HPE an seiner ausgewogenen Kapitalstrategie festhalten. Das Management hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass Dividenden und Aktienrückkäufe weiterhin Priorität besitzen, solange Verschuldung und Investitionsanforderungen dies zulassen. Für Anleger im deutschsprachigen Raum, die Wert auf stetige Ausschüttungen legen, bleibt dies ein zentrales Argument für ein Engagement.
Gleichzeitig wird es darauf ankommen, die Profitabilität im klassischen Hardwaregeschäft zu verteidigen. Margendruck durch Konkurrenz, Wechselkurseffekte und zyklische Nachfrageschwankungen gehören in dieser Branche zum Alltag. HPE reagiert darauf mit Effizienzprogrammen, einer Verschiebung hin zu margenstärkeren Serviceanteilen und der Fokussierung auf profitable Marktsegmente. Ob dieses Rezept voll aufgeht, wird sich insbesondere an der Entwicklung der operativen Marge in den kommenden Quartalen ablesen lassen.
Für die Aktie selbst gilt: Der jüngste Aufwärtstrend ist intakt, aber noch jung. Anleger sollten damit rechnen, dass es immer wieder zu Rücksetzern und Phasen der Seitwärtsbewegung kommen kann – insbesondere rund um Quartalszahlen oder größere makroökonomische Nachrichten, die die allgemeine Risikobereitschaft an den Märkten beeinflussen. Aus technischer Sicht wäre eine nachhaltige Überwindung der Zone um das bisherige 52?Wochen-Hoch ein starkes Signal für weitere Kursfantasie. Solange der Kurs jedoch unterhalb dieser Marke pendelt, bleibt HPE eher ein Kandidat für geduldige Investoren als für kurzfristige Spekulanten.
Strategisch orientierte Anleger im deutschsprachigen Raum dürften das Wertpapier daher vor allem als Beimischung im Technologiesektor in Betracht ziehen – weniger als spekulativen Highflyer, sondern als soliden, cashflowstarken Titel mit Dividendenprofil. Wer an einen fortgesetzten Investitionszyklus in Richtung KI, Datenanalyse und Hybrid-Cloud glaubt, findet in HPE einen Anbieter, der von diesen Trends zumindest indirekt profitieren kann, ohne die Bewertungsrisiken besonders hochgehandelter Wachstumswerte einzugehen.
Entscheidend für die kommenden Monate wird sein, ob Hewlett Packard Enterprise die in den Kursen eingepreisten Erwartungen an Wachstum und Margen erfüllen oder übertreffen kann. Gelingt es, die Pipeline an Großaufträgen im Bereich Hybrid-Cloud und KI-Infrastruktur weiter auszubauen und zugleich die Profitabilität zu stabilisieren, könnte die Aktie weiteres Potenzial nach oben entfalten. Bleiben die Impulse hingegen hinter den Hoffnungen zurück, wäre eine erneute Konsolidierung oder Korrektur nicht ausgeschlossen.
Fest steht: Nach Jahren des Umbaus und der strategischen Neuausrichtung ist HPE heute deutlich fokussierter als in der Vergangenheit. Der Markt honoriert diese Entwicklung zunehmend – aber noch nicht überschwänglich. Für vorausschauende Anleger könnte genau diese Zurückhaltung Chancen bieten.


