Hexagon Purus Aktie: Eigenkapitalquote auf kritischem 1 Prozent
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hexagon Purus findet kein Ende seiner Talfahrt. Die Aktie markierte jüngst ein Rekordtief an der Osloer Börse. Marktteilnehmer reagieren nervös auf die gefährlich dünne Eigenkapitalbasis des Wasserstoffspezialisten.
Der Umsatz sank im zweiten Quartal 2026 um ein Viertel auf 146 Millionen Norwegische Kronen (NOK). Dieser Rückgang hat einen klaren Grund: Der Konzern verkaufte sein US-Raumfahrtgeschäft an SpaceX. Ohne diesen Sondereffekt schrumpften die Erlöse moderat um sechs Prozent.
Innerhalb der Sparten verschieben sich die Gewichte massiv. Schwächen im Industriegas-Bereich und bei Transitbussen belasteten das Ergebnis. Ein starker Zuwachs in der Wasserstoff-Infrastruktur glich diese Verluste teilweise aus. Das Management setzt künftig verstärkt auf Betankungslösungen und Verteilungssysteme.
Bilanz am Limit
Das größte Risiko bleibt die Bilanz. Die Eigenkapitalquote lag Ende Juni bei lediglich einem Prozent. Damit verfügt das Unternehmen über kaum finanziellen Spielraum. Die Konzernführung sucht nach Wegen, um ausstehende Wandelanleihen zu restrukturieren und die Liquidität zu sichern.
Operativ zeigt die Kostendisziplin erste Erfolge. Der EBITDA-Verlust verringerte sich um 37 Prozent auf 102 Millionen NOK. Dazu trug vor allem der Stellenabbau an deutschen Produktionsstandorten bei. Ein Auftragsbestand von 523 Millionen NOK stützt die Planung für die zweite Jahreshälfte.
Neue Marke für Nordamerika
Parallel dazu treibt Hexagon Purus die Expansion in Nordamerika voran. Gemeinsam mit Hino Trucks startete die neue Marke „Tern“. Mit dem Modell RC8 bringt das Duo einen batterieelektrischen Lkw für den US-Markt heraus. Das Fahrzeug nutzt den emissionsfreien Antriebsstrang der Norweger.
Anleger blicken nun auf die Refinanzierung. Die hohe Volatilität von über 60 Prozent spiegelt die Unsicherheit wider. Das Management peilt die operative Gewinnschwelle für das späte Jahr 2026 an. Entscheidend dafür ist der reibungslose Hochlauf der neuen Fertigungszentren in Europa und Amerika.
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