Höhere Nachfrage treibt Schott Pharma an - Quartal besser als gedacht
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 16:18 Uhr | dpa.de(neu: Aktienkurs)
MAINZ (dpa-AFX) - Bei Schott Pharma DE000A3ENQ51 haben die GeschĂ€fte zuletzt Fahrt aufgenommen. In den drei Monaten bis Ende Juni verzeichnete der Pharmazulieferer ĂŒber das gesamte Portfolio hinweg eine höhere Nachfrage und damit ein unerwartet starkes drittes GeschĂ€ftsquartal. Konzernchef Christian Mias bestĂ€tigte daher zur Vorlage endgĂŒltiger Zahlen am Mittwoch die bereits im Juli angehobenen Jahresziele. An der Börse ging es am Mittwoch aber abwĂ€rts. Nach dem starken Lauf der Aktie nahmen Anleger Gewinne mit.
RBC-Experte Charles Weston hatte generell nicht mit einer starken Kursreaktion gerechnet, denn die finalen Kennziffern hÀtten die starken Eckdaten bestÀtigt.
Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 281,8 Millionen Euro. WÀhrungsbereinigt legte er um 8,3 Prozent zu, damit lag das Wachstum deutlich höher als im ersten Halbjahr.
Allerdings sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Quartal um knapp 9 Prozent auf 75,5 Millionen Euro. Grund war die geringere Auslastung bei Polymerspritzen wegen der gesunkenen Nachfrage nach mRNA-Impfstoffen. Zudem waren in dem GeschĂ€ftsbereich zuletzt Mehrkosten im Zusammenhang mit Infrastruktur- und Prozessoptimierungen in der Produktion angefallen. Unter dem Strich ging der Ăberschuss von 45,6 auf 39 Millionen Euro zurĂŒck. Analysten hatten aber mit noch stĂ€rkeren EinbuĂen gerechnet.
James Vane-Tempest vom Analysehaus Jefferies wies zudem auf eine starke Erholung bei Polymerspritzen auĂerhalb des mRNA-Impfstoffbereichs sowie bei Glasspritzen fĂŒr GLP-1-Abnehmmittel hin.
Das im SDax DE0009653386 notierte Papier verlor zuletzt 4,7 Prozent auf 21,35 Euro. Seit dem Jahrestief Mitte MÀrz bei 12,62 Euro hat der Kurs aber noch fast 70 Prozent an Wert gewonnen. Gut 41 Prozent betrÀgt auch der Zuwachs seit dem Jahreswechsel. Auftrieb erhielt das Papier insbesondere nach der Prognoseerhöhung im Juli.
Noch im Dezember hatte das Unternehmen wegen trĂ€ger Nachfrage bei Glasspritzen seine Mittelfristziele gekĂŒrzt und eine verhaltene Entwicklung fĂŒr 2026 vorausgesagt. Die Aktie war in der Folge auf ein Rekordtief gefallen.
Inzwischen haben sich die Aussichten wegen der guten GeschĂ€ftsentwicklung wieder aufgehellt. Zudem haben die Mainzer die Probleme mit einem wichtigen Kunden fĂŒr Glasspritzen gelöst, die Ursache der Gewinnwarnung im Dezember waren. So wurden etwa bestimmte Ausgleichskomponenten vereinbart.
Der seit Anfang Mai amtierende Konzernchef Mias erwartet deshalb neuerdings ein wĂ€hrungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent fĂŒr das noch bis Ende September laufende GeschĂ€ftsjahr. Die Ebitda-Marge werde statt rund 27 Prozent bei 27 bis 28 Prozent erwartet. Im dritten Quartal hatte die ProfitabilitĂ€t bei 26,8 Prozent gelegen - nach 32,3 Prozent ein Jahr zuvor.
