Krankenkassen: 'Lieber etwas teureres Bier und Zigaretten'
07.04.2026 - 05:23:00 | dpa.de"Lieber etwas teureres Bier und Zigaretten als die milliardenteuren Folgeerkrankungen vom Trinken und Rauchen", sagte der Chef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, der "Rheinischen Post". Auch eine neue Steuer auf zuckerhaltige GetrÀnke fÀnde er gut.
Blatt bezog sich dabei auf VorschlĂ€ge der Expertenkommission fĂŒr eine Reform des Gesundheitswesens. Ihre 66 Empfehlungen haben insgesamt ein Volumen von 42 Milliarden Euro. Was davon umgesetzt wird, will Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nun prĂŒfen. Schon fĂŒr 2027 wird eine FinanzlĂŒcke von rund 15 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung erwartet.
Blatt begrĂŒĂte auch die Idee der Fachleute, vor teuren Operationen an Knien oder HĂŒfte eine Zweitmeinung einzuholen. Andere Empfehlungen bewertete der Verbandsvertreter skeptisch, so etwa die Streichung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten ohne Kleinkinder. "An anderen Stellen lieĂe sich einfacher und schneller mehr Einsparpotenzial erreichen", sagte er.
Blatt kritisierte ĂuĂerungen der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, im Falle von Einschnitten bei HonorarzuschlĂ€gen womöglich weniger Termine anzubieten. Solche "Drohungen" seien nicht angemessen, meinte Blatt. Die Ărzte mĂŒssten sich VerĂ€nderungen stellen.
Gefragt nach dem Sparbeitrag der Krankenkassen verwies Blatt darauf, dass den Kassen bereits ein Sparbeitrag von 100 Millionen Euro auferlegt sei. Zugleich sagte er: "Ich bin mir sehr sicher, dass wir wahrscheinlich in zehn Jahren auch nicht mehr die gleiche Zahl der Krankenkassen haben werden." Schon heute wĂŒrden ökonomisch wirtschaftliche ZusammenschlĂŒsse geprĂŒft.
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