Honeywell Aktie: Catalyst Technologies übernommen
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 04:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Für einen Barpreis von 1,325 Milliarden Britischen Pfund integriert der Industriekonzern damit Kapazitäten in den Bereichen Raffinerie, Petrochemie und erneuerbare Kraftstoffe. Dieser Zukauf markiert einen weiteren Meilenstein in der umfassenden Neuausrichtung des Unternehmensportfolios, das sich zunehmend auf spezialisierte Prozesstechnologien konzentriert.
Integration neuer Technologien und Portfoliostraffung
Die nun vollzogene Transaktion ist Teil einer weitreichenden Akquisitionsstrategie. Seit dem Jahr 2023 hat das Unternehmen rund 11,5 Milliarden US-Dollar für Zukäufe aufgewendet. Ken West, Präsident und CEO von Honeywell Process Technology, betonte in diesem Zusammenhang die Stärkung des Angebots für nachhaltige Energielösungen. Ursprünglich war für die Sparte von Johnson Matthey im Mai 2025 ein Preis von 1,8 Milliarden Britischen Pfund vereinbart worden, der jedoch im Februar 2026 auf das aktuelle Niveau angepasst wurde.
Parallel zu den Zukäufen treibt der Konzern die Trennung von Randbereichen voran. Erst am 29. Juni 2026 wurde die Abspaltung der Aerospace-Sparte vollzogen, nachdem bereits im Oktober 2025 der Bereich Advanced Materials ausgegliedert worden war. Diese strukturellen Veränderungen spiegeln sich deutlich in der Marktbewertung wider: Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 64,03 Milliarden Euro. Im Zuge der Abspaltungen verzeichnete der Kurs innerhalb der vergangenen 30 Tage einen Rückgang von 50,64 Prozent.
Finanzielle Ziele und bevorstehende Quartalsergebnisse
Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management seine Prognosen konkretisiert. Der erwartete Umsatz liegt in einer Spanne zwischen 19,90 Milliarden und 20,20 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) wird ein Wert zwischen 5,39 und 5,79 US-Dollar angestrebt, wobei diese Schätzung die direkten Auswirkungen der jüngsten Abspaltungen ausklammert. Als potenzielles Risiko identifizierte das Unternehmen die Kosten für die Durchführung der Ausgliederungen, die mit bis zu 2 Milliarden US-Dollar beziffert werden.
Anleger blicken nun gespannt auf den 23. Juli 2026. An diesem Tag wird Honeywell Technologies seine Ergebnisse für das zweite Quartal vor Börseneröffnung präsentieren. Dieser Bericht wird erstmals die finanzielle Performance ohne das ehemalige Aerospace-Segment abbilden, welches seine eigenen Zahlen separat am 5. August vorlegen wird. Der Aktienkurs notierte zuletzt bei 195,70 Euro.
Weitere Desinvestitionen in der zweiten Jahreshälfte
Die Konsolidierung ist mit dem aktuellen Zukauf noch nicht beendet. Für die zweite Hälfte des Jahres 2026 plant das Unternehmen den Verkauf der Geschäftsbereiche Productivity Solutions sowie Warehouse and Workflow Solutions. Bereits im Jahr 2024 wurde die Sparte für persönliche Schutzausrüstung (PPE) veräußert. Analysten bewerten die Aktie derzeit im Konsens als Halteposition, wobei das durchschnittliche Kursziel laut Medienberichten bei 257,79 US-Dollar liegt.
Die langfristige Strategie sieht vor, bis zum Jahr 2029 einen Umsatz von 44,5 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 7,2 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Der Fokus verschiebt sich dabei konsequent weg von klassischen Industriegütern hin zu hochmargigen Technologielösungen für die Energie- und Prozessindustrie. Die Integration der Johnson-Matthey-Katalysatoren gilt hierbei als zentraler Baustein, um die Marktposition im Sektor der grünen Wasserstoffproduktion und der E-Fuels zu festigen.
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