Hugo Boss trennt sich von Russland-GeschÀft
06.08.2024 - 14:53:49 | dpa.deDer Modekonzern bestĂ€tigte Medienberichte, wonach seine russische Tochtergesellschaft an den langjĂ€hrigen GroĂhandelspartner Stockmann JSC verkauft worden sei. "Stockmann ist ein Unternehmen, welches einem der langjĂ€hrigen GroĂhandelspartner von Hugo Boss in Russland gehört. In der Folge wird Hugo Boss in Russland nicht mehr mit einer eigenen Tochtergesellschaft vertreten sein", sagte ein Unternehmenssprecher. Die russischen Behörden hĂ€tten bereits zugestimmt.
Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hatte Hugo Boss im MÀrz 2022 eigenen Angaben nach seine Filialen in Russland geschlossen und auch das Online-GeschÀft ausgesetzt. Zusammen mit der Ukraine hatte das Russland-GeschÀft 2021 laut dem Label rund drei Prozent des Konzernumsatzes ausgemacht.
Kostensparprogramm
Bei Hugo Boss lĂ€uft es gerade nicht optimal. Der Modekonzern kĂŒndigte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal an, sparen zu wollen. Man trage dem aktuellen Marktumfeld Rechnung und werde die Kostendisziplin verstĂ€rken, hatte Konzernchef Daniel Grieder bei der Vorlage endgĂŒltiger Zahlen angekĂŒndigt. Neben Einsparpotenzialen in der Beschaffung will das Unternehmen auch die Kosten etwa in Vertrieb, Marketing und Verwaltung senken. Zudem soll die Kostenstruktur im Einzelhandel "an die aktuellen Besuchertrends" angepasst werden.
Die MaĂnahmen sollen die Ergebnisentwicklung in der zweiten JahreshĂ€lfte unterstĂŒtzen. Ein schwĂ€cheres Konsumklima und höhere Kosten fĂŒr Marketing und im stationĂ€ren Einzelhandel hatten zu sinkenden Erlösen und einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal gefĂŒhrt. Unter dem Strich verdiente Hugo Boss mit 37 Millionen Euro rund die HĂ€lfte des Vorjahreswertes. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Juli vorlĂ€ufige Zahlen vorgelegt und die Prognose fĂŒr das Gesamtjahr gekappt. Im vergangenen Jahr verzeichnete Hugo Boss einen Umsatzrekord.
Neue Wachstumsstrategie
Vor drei Jahren hatte das Metzinger Unternehmen eine neue Wachstumsstrategie "Claim 5" mit dem Ziel einer Umsatzverdoppelung auf 4 Milliarden Euro bis 2025 vorgestellt. "Unsere Vision ist es, die weltweit fĂŒhrende technologiegesteuerte Modeplattform zu werden. Wir werden die Art und Weise, wie wir mit den Konsumenten interagieren, maĂgeblich verĂ€ndern", hatte Grieder angekĂŒndigt. "Unser Ziel ist es, unseren Umsatz bis zum Jahr 2025 auf 4 Mrd. Euro zu verdoppeln und eine der 100 weltweit fĂŒhrenden Marken zu werden." Jetzt rechnet das Unternehmen beim Umsatz im Jahr 2024 nur noch mit einem Plus von ein bis vier Prozent auf 4,20 bis 4,35 Milliarden Euro. Bisher hatte Hugo Boss mit drei bis sechs Prozent Umsatzanstieg gerechnet.
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