IBM Aktie: 10 Milliarden für Quanten
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 04:10 Uhr, Redaktion boerse-global.deIBM drückt aufs Gaspedal. Der Technologiekonzern hat angekündigt, in den kommenden fünf Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar in Quantencomputing zu investieren — eine der größten Einzelwetten, die das Unternehmen je auf eine Technologie gesetzt hat.
Das Geld fließt in Forschung und Entwicklung, Produktionskapazitäten, Übernahmen und den Ausbau von Ökosystem-Partnerschaften. Zentrales Ziel: 2029 soll IBM Quantum Starling in Betrieb gehen — laut Unternehmen der erste großskalige, fehlertolerante Quantencomputer der Welt. Im Vergleich zu heutigen Systemen soll Starling die zwanzigfachtausendfache Operationskapazität bieten und den Weg für das Nachfolgesystem Blue Jay ebnen, das eine Milliarde Quantenoperationen über 2.000 Qubits laufen lassen soll.
Was hinter dem Commitment steckt
IBM ist im Quantensegment bereits heute der Platzhirsch. Das Unternehmen betreibt weltweit mehr als 90 Quantensysteme — nach eigenen Angaben mehr als die gesamte übrige Industrie zusammen. Installationen laufen an Standorten in New York, Deutschland, Japan, Südkorea und Spanien; weitere sind in Chicago und Indien geplant. Das Netzwerk zählt über 340 Partner aus Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Wissenschaft, die aktiv Workloads auf IBM-Systemen fahren.
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Seit 2017 hat IBM in diesem Bereich Verträge über mehr als 1,1 Milliarden Dollar mit Kunden abgeschlossen. Hinzu kommt die Quantum-Foundry Anderon — ein reines Quantenwafer-Werk, das mit Unterstützung des US-Handelsministeriums entsteht und in das IBM eine Milliarde Dollar einbringt.
Kursreaktion fällt skeptisch aus
Trotz der Dimension der Ankündigung reagierte der Markt zunächst verhalten. Die IBM-Aktie gab im vorbörslichen Handel nach. Das ist keine seltene Reaktion auf große Investitionsprogramme: Anleger rechnen schnell durch, was ein milliardenschwerer Aufbau über Jahre für Margen und freien Cashflow bedeutet.
Dass IBM-Chef Arvind Krishna dennoch betont, die Quantenära habe bereits begonnen, ist mehr als Marketing. Konkrete Projekte stützen diese These — darunter die Simulation eines Proteins mit mehr als 12.000 Atomen gemeinsam mit der Cleveland Clinic und dem japanischen Forschungsinstitut RIKEN. Für 2026 erwartet IBM, dass Partner erstmals einen messbaren Quanten-Vorteil gegenüber klassischen Computern demonstrieren.
Ob das gelingt, wird maßgeblich beeinflussen, wie der Markt das Milliarden-Commitment langfristig bewertet. Zunächst steht IBM vor der Aufgabe, Investoren zu überzeugen, dass Quantencomputing kein Jahrzehnte-Versprechen mehr ist — sondern ein Geschäft, das schon heute Einnahmen generiert.
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